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Mit Binde und Intuition

Neuer auf Betriebstemperatur im Saisonfinale

Er hielt den Punkt buchstäblich fest. Gegen den durchgebrochenen Robert Lewandowski (31. Minute). Gegen den heranstürmenden Julian Schieber (87.). Gegen den Elfmeter von Lewandowski (60.). Manuel Neuer war zur Stelle und sicherte mit seinen Paraden das 1:1 beim Auswärtsspiel in Dortmund. „Ich freue mich für Manuel, weil ich weiß, was ihm ein gutes Spiel gerade hier bedeutet“, gratulierte Daniel van Buyten seinem Torwart nach dem Schlusspfiff.

Gerade hier. In Dortmund. Hier kann es für einen gebürtigen Gelsenkirchener kein normales Spiel geben. Gerade hier lief er am Samstag auch zum ersten Mal als Kapitän des FC Bayern auf. Dabei war er gar nicht Anwärter Nummer eins auf die Binde, nachdem die beiden FCB-Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger in München geblieben waren. Van Buyten als dienstältester FCB-Profi wäre an der Reihe gewesen. Aber der erzählte: „Ich habe die Binde Manuel gegeben, weil ich weiß, wie schwer er es als ehemaliger Schalker in Dortmund hat. Nach Rücksprache mit dem Trainer haben wir entschieden, dass es eine gute Geste wäre, wenn er unser Kapitän ist.“

Der Arm mit der Binde vollbrachte dann auch die größte Tat des Abends. Blitzschnell tauchte Neuer in sein linkes Toreck und lenkte mit der linken Hand Lewandowskis Strafstoß um den Pfosten. Eine intuitive Parade. Denn: „Das ist eigentlich nicht seine Ecke“, erklärte Neuer später. Einen psychologischen Vorteil für eine ähnliche Situation beim Wiedersehen im Champions-League-Finale in drei Wochen wollte der Bayern-Keeper daraus aber nicht ableiten: „Ich glaube, dass er im Champions-League-Finale ein bisschen anders geschossen hätte.“

Mit seinem ersten gehaltenen Elfmeter aus dem Spiel heraus im FCB-Trikot unterstrich Neuer jedenfalls, dass er im Saisonendspurt noch einmal auf Betriebstemperatur kommt. Der Nationalkeeper, der nach der Winterpause zwischenzeitlich die Frage beantworten musste, wie langweilig es im Bayern-Tor sei, konnte sich zuletzt mehrfach auszeichnen (z.B. gegen Barcelona, Juventus Turin, Eintracht Frankfurt). In den kommenden Wochen will die Nummer eins des FC Bayern dann auch Pokale buchstäblich festhalten.

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