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'Wie im Traum'

Robben krönt sich zum Champion

Nicht schon wieder…dachte sich Arjen Robben. Nicht schon wieder so ein verflixtes finales Spiel. Zweimal (30., 43.) wollte der Ball aus aussichtsreicher Position nicht in die Maschen. Und dann drohte dem Holländer nach Ilkay Gündogangs Ausgleichstreffer (68.) auch sein viertes großes internationales Finale zu entgleiten. Nein, diesmal nicht! Robben nahm sein Schicksal selbst in die Hand, schnappte sich nach Franck Ribérys Hacken-Vorlage den Ball und schoss sich und den FC Bayern ins Champions-League-Glück!

„Das ist ein Traum nach vielen großen Enttäuschungen“, erklärte der Schütze des Goldenen Tores, „du willst am Ende nicht der Loser sein, du willst mal was gewinnen.“ Es sind genau diese Geschichten, die wohl einzig und allein der Sport und in diesem Falle der Fußball schreibt.

Rückblick: 19. Mai 2012, Champions-League-Finale-dahoam. Robben hat in der Verlängerung das 2:1 auf dem Fuß, kann DER Held werden, als er zum Foulelfmeter antritt. Er scheitert. Als Minuten später Chelsea den Titel feiert, bricht für Robben und den FC Bayern eine Welt zusammen. Bayerns Flügelflitzer wird einige Tage danach bei einem Freundschaftsspiel in München sogar ausgepfiffen - zu tief sitzt der Schmerz bei den Fans.

Robben aber lässt sich nicht unterkriegen und symbolisiert damit einen gesamten Verein. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, trainiert er noch härter, ist noch hungriger. Am Samstagabend dann die ersehnte Belohnung: Mit seinem 25. Torschuss (in den CL-Finals 2010, 2012 und 2013) gelingt dem nimmermüden Robben sein erstes Tor in einem Endspiel - und was für eines! „Das ist wie im Traum und im Moment noch immer schwer zu glauben“, so der Holländer, der auf der Party danach den Henkelpokal kaum mehr loslassen wollte.

BVB-Schreck

Was in diesem magischen Moment in ihm vorgegangen war, wollten die Journalisten nach Schlusspfiff im Bauch des Wembley-Stadions wissen. „Man vergisst natürlich nicht, was letztes Jahr passiert ist“, so Robben, „das kommt alles hoch.“ Er selbst habe vor dem Spiel ein gutes Gefühl gehabt, denn: „Ich war vorbereitet, ich habe viel vorgehabt heute. Ich habe das Spiel schon einige Male im Kopf gespielt!“

Robben ist ein Voll-Profi. Er überlässt nichts dem Zufall. Und genau deswegen ist es auch keine große Überraschung, dass am Ende genau dieser Arjen Robben den allesentscheidenden Impuls setzte. Bereits im DFB-Pokal-Viertelfinale hatte er den BVB mit einem Traumtor aus dem Wettbewerb gekegelt. „Ich muss ehrlich sagen, ich freue mich für Arjen. Heute war er der Matchwinner“, lobte Trainer Jupp Heynckes seinen Flügelflitzer.

Ferguson übergibt Man-of-the-match-Trophäe

Er habe Robben in den letzten Wochen „sehr bewusst trainierend, nicht überdrehend, sehr konzentriert, sehr fokussiert“ erlebt. Diese starke Leistung im Finale, in dem er neben seinem Goldenen Tor ein weiteres vorbereitete, war für Heynckes daher die logische Folge. Logisch war auch die Entscheidung der UEFA, den Holländer zum Man of the match zu küren.

Überreicht wurde Robben der Award von keinem geringeren als Manchester United-Legende Sir Alex Ferguson. „Eine Riesenehre“, wie der überglückliche Robben erklärte. Viel wichtiger an diesem magischen Abend von Wembley aber war, dass der Henkelpott nach zwölf Jahren endlich wieder den Weg nach München findet. „Ich bin stolz, ein Teil dieses Teams zu sein“, sagte Robben. Sport-Vorstand Matthias Sammer brachte es auf den Punkt: „Du musst immer einmal mehr aufstehen, als du hingefallen bist. Das macht Champions!“

Für fcbayern.de in London: Nikolai Kube

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