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'Ein Super-Tag!'

Schale! Weißbier! Meisterjubel!

Die ganze Saison über hatte Jupp Heynckes den Teamgeist seiner Spieler gelobt, wenige Minuten nach dem Erhalt der Meisterschale wendete sich dieser nun gegen ihn. Auf leisen Sohlen hatte sich der FCB-Chefcoach nach dem offiziellen Meisterfoto im Rücken seiner Mannschaft davongeschlichen, doch es gab kein Entkommen. Angeführt von Anatoliy Tymoshchuk jagte eine ganze Horde FCB-Profis hinter ihrem Trainer her - in der Hand die erste Salve Paulaner-Humpen randvoll gefüllt mit Weißbier. Und die schütteten sie, ohne mit der Wimper zu zucken, über Heynckes. Erst Tymoshchuk, dann Luiz Gustavo, Jérôme Boateng, Dante, Daniel van Buyten und am Ende Bastian Schweinsteiger.

„Normalerweise muss man flinke Beine haben - und die habe ich nicht mehr. Wenn man es versucht und nicht gut trainiert ist, kann es sein, dass man sich einen Muskelfaserriss zuzieht, und das wollte ich nicht. Die Bierdusche habe ich in Kauf genommen“, erzählte der 68-Jährige anschließend von der ersten Weißbierdusche seiner langen Trainer- und Spielerkarriere.

Ähnlich erging es Franck Ribéry. Erst flüchtete er zur Belustigung der Zuschauer im höchsten Tempo vor David Alaba über den halben Platz, dann fand auch der französische Tempodribbler keinen Ausweg mehr. Umzingelt von Alaba und einem halben Dutzend seiner Mitspieler musste auch Ribéry eine ausgiebige Weißbierdusche über sich ergehen lassen und hechtete sich anschließend pudelnass und überglücklich auf den Rasen der Allianz Arena.

Schale, Konfetti, Legenden

Trocken überstand an diesem Nachmittag kein Bayern-Spieler die Jubelarien. Auch das Team hinter dem Team - Mediziner, Physiotherapeuten, Assistenz- und Fitnesstrainer - war eine beliebte Zielscheibe der Weißbier-Bayern. „Ein Super-Tag, ein schönes Gefühl“, sagte Arjen Robben, der wie viele seiner Mitspieler seinen Nachwuchs auf den Rasen holte und vor der Fankurve feierte. Bastian Schweinsteiger präsentierte die Meisterschale unter großem Jubel den Fans.

Kapitän Philipp Lahm hatte das Objekt der Begierde um 17:39 Uhr als Erster entgegengenommen. Ein Konfettiregen kleidete das ganze Stadion in Rot, Weiß und Gold. Zuvor hatten 22 Legenden des FC Bayern - von Franz Beckenbauer und Gerd Müller über Bulle Roth und Sammy Kuffour bis zu Oliver Kahn und Roy Makaay - ein Spalier gebildet und die einzeln aufgerufenen Meister-Bayern abgeklatscht.

„Ich habe das Ganze genossen, aber auch mit einer gewissen Distanz“, erzählte Heynckes, „ich habe das still genossen und nicht so, dass ein Vulkan aus mir ausbricht.“ Ganz anders seine Spieler, die ihrer Freude freien Lauf ließen. „Das ist meine sechste Meisterschaft, darüber freue ich mich wie über meine erste! Wir wissen alle, was wir noch für Spiele haben, aber heute werden wir lange und intensiv feiern. Wir sind noch jung, das halten wir schon aus!“

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