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Rasen, Kabine & Co.

Stippvisite im Berliner Olympiastadion

Vor den Toren zücken die Touristen ihre Fotoapparate oder formieren sich zum Gruppenfoto. Direkt daneben fährt eine Schar Zwei- bis Dreijähriger auf Laufrädern durch einen Hütchen-Parcours. Weiter unten nutzen Fahrschüler auf ihren Motorrädern den großen Parkplatz zu Geschicklichkeitsübungen. Auf einer Parkbank zupft ein Mann auf seiner Gitarre. Zwei Tage vor dem DFB-Pokalfinale ist die Lage vor dem Berliner Olympiastadion business as usual.

Auf den ersten Blick zeugen am Osttor nur die Farben Grün und Weiß vom nahenden Fußball-Großereignis. Riesige Banner in den Farben des DFB hängen an der Stadionfassade, Dutzende Flaggen wehen auf dem Stadiondach im Wind, dazwischen auch die rot-weißen Klubfahnen der beiden Finalisten. Erst auf den zweiten Blick fallen die LKWs auf, die in regelmäßigen Abständen durch das Tor fahren, über dem die Olympischen Ringe hängen.

Hier, am Haupteingang des Olympiastadions, betritt auch fcbayern.de das 1936 zu den Olympischen Spielen eröffnete und zur Fußball-WM 2006 grundlegend modernisierte deutsche Wembley. Wie das englische Vorbild hat sich das Berliner Olympiastadion als fester Austragungsort des nationalen Pokalwettbewerbs etabliert. Am Samstag findet zum 29. Mal in Folge (seit 1985) das DFB-Pokalfinale hier statt.

Brummen, plätschern, poltern

Etwas mehr als 74.000 Fans werden dann auf den Rängen sitzen. Am Donnerstag ist das weite Rund des zehntgrößten Fußballstadions Europas aber noch so gut wie leer. Stille, bis sich der dumpfe Klang von Arbeit seinen Weg ins Ohr bahnt. Das Brummen der LKWs, die vor dem Stadion entladen werden. Ein Wasserstrahl spritzt, Bürsten schrubben: Die Zuschauerplätze werden gereinigt. Und unten vom Rasen ist ein Poltern und Tackern zu hören. Dort, unterhalb der Haupttribüne, auf der eine Besuchergruppe Platz genommen hat, wird das Podest für die Siegerehrung zusammengebaut.

Die Trainerbank, auf der am Samstag Jupp Heynckes (und sein Assistent Peter Hermann) zum letzten Mal als Bayern-Trainer Platz nehmen wird, steht schon an Ort und Stelle. Noch ist sie aber mit einer Plastikplane abgedeckt. Auch der Rasen ist noch nicht ganz Final-bereit. Es fehlen noch die weißen Linien und die Tore müssen auch noch aufgestellt werden.

Verwaiste Kabinen

Weiter in die Katakomben. In den Kabinen dominieren die Farben Grau und Braun. Alles ist verwaist, nur eine Besuchergruppe huscht schnell vorbei. In der Aufwärmhalle, wo am Freitag und Samstag Pressekonferenzen stattfinden werden, sieht bereits alles fertig aus. Stuhlreihen stehen geordnet vor dem Podium, auf dem vom FC Bayern Jupp Heynckes und Philipp Lahm vor den Mikrofonen sitzen werden. An den Seiten stehen riesige Fernsehapparate, daneben sind Arbeitsplätze für die Journalisten eingerichtet.

„Es funktioniert aber noch nichts“, verrät eine freundliche Mitarbeiterin, die mit dem Aufbau der Technik beschäftigt ist. „Aber bis morgen kriegen wir das hin.“ Das Berliner Olympiastadion, Finalort bei der WM 2006 und der Champions League 2015 macht sich bereit. Am Samstagabend (20 Uhr) wird die historische Sportstätte wieder den perfekten Rahmen für das DFB-Pokalfinale bilden. Dass sich der FC Bayern hier wohlfühlt, davon zeugen die bisherigen acht Pokalsiege auf Berliner Boden und Manuel Neuer, der sagte: „Da ist Immer eine super Atmosphäre im Stadion.“

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