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Open Media Day

Über Holz, Würze und den Henkeltopf

Sie kamen aus Japan, aus Finnland, aus Malta, aus Brasilien... Und sie verlangten dem FC Bayern elf Tage vor dem Champions-League-Finale bereits 90 Minuten plus Verlängerung ab. Insgesamt 190 Journalisten aus 18 Ländern waren in die Allianz Arena gekommen, um im Rahmen eines Open Media Day ihre Fragen zu stellen. Chefcoach Jupp Heynckes, die Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sowie Thomas Müller und Arjen Robben standen Rede und Antwort.

Mehr als eineinhalb Stunden dauerte die Veranstaltung im Presse Club der Allianz Arena. Rund 30 TV-Kameras, ein knappes Dutzend Fotografen sowie unzählige Reporter hatten jede Menge Fragen. Wer ist Favorit? Wie groß ist der Druck? Was ist in dieser Saison anders als vor einem Jahr? fcbayern.de fasst die wichtigsten Antworten der Bayern zusammen.

Jupp Heynckes:
Wie besonders ist für Sie persönlich so ein Champions-League-Finale?
„Ich würde leugnen, wenn es nicht etwas Besonderes wäre. Wir freuen uns alle riesig auf das Endspiel, auch ich persönlich. Ich spüre auch bei den Spielern - die Aussagen, die Blicke, die Gesten -eine Stimmung und Atmosphäre, dass wir alle fokussiert sind auf das Endspiel. Alle fiebern auf das Endspiel hin.“

Bayern und Dortmund kennen sich bestens aus der Bundesliga. Kann da im Finale eine Mannschaft die andere noch überraschen?
„Beide Mannschaften kennen sich sehr gut, beide Trainer sind informiert über die gegnerische Mannschaft. Es gibt keine Geheimnisse, es wird sicher keine taktischen Überraschungen geben. Ein Endspiel ist ein offenes Spiel, wo die Chancen fast gleich verteilt sind, aber es wird durch die Spieler auf dem Spielfeld entschieden. Jeder Trainer hat eine Marschroute - dann ist es eine Sache der Spieler, wie es umgesetzt wird. Bisher hat meine Mannschaft das überragend gemacht.“

Ist der Druck nach dem verlorenen Endspiel im letzten Jahr für Bayern größer als für Dortmund?
„Wir sind unheimlich stabil vom Psychischen her. Uns wird überhaupt nichts umwerfen. Wir haben ein glasklares Ziel: Den Henkeltopf zu gewinnen! Davon lassen wir uns nicht abbringen. Die Mannschaft ist so fokussiert auf Erfolg, so auf Erfolg programmiert - das habe ich so in meiner Laufbahn als Spieler und Trainer noch nie erlebt. Eins ist doch klar: Nach der letzten Saison, nach solch einer Enttäuschung im eigenen Stadion, wenn man dann so wieder aufsteht und solch eine Saison spielt, aus solchem Holz sind besondere Menschen geschnitzt - und das sind meine Spieler!“

Wer ist Favorit?
„Es gibt für mich keinen Favoriten. Dortmund ist ein Klub, der nicht einfach zu spielen ist - aber das sind wir auch nicht! Das hat Turin feststellen müssen, auch Barcelona, die beste Mannschaft der Welt, und das wird auch Dortmund feststellen müssen. Ich denke, dass es eine rein sportliche Angelegenheit werden wird in Wembley, dass sich beide Mannschaften fair und in Topverfassung präsentieren werden, dass wir ein hochinteressantes Spiel sehen werden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Henkelpott nach München holen.“

Bastian Schweinsteiger:
Wie geht es Ihnen nach der Meisterfeier?
„Ich habe mich zurückgehalten und die vorgelassen, die zum ersten Mal die Meisterschaft geholt haben. Ich habe alles mit Auge gemacht.“

Was erwarten Sie für ein Spiel im Finale?
„Wir wissen, dass wir von außen als Favorit gesehen werden. Wenn man bei Bayern München spielt, ist man öfter mal Favorit. Es wird ein enges Spiel. Wir werden sehr fokussiert arbeiten bis dahin und hoffentlich in absoluter Topform auflaufen.“

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf Wembley?
„Ich freue mich sehr, in diesem Stadion zu spielen. Es ist, glaube ich, eines der schönsten Stadien der Welt.“

Philipp Lahm:
Wie intensiv denken Sie schon an das Finale?
„Klar ist es in den Köpfen. Klar ist auch, dass wir dieses Jahr die Champions League gewinnen wollen. Jetzt sind die Feierlichkeiten vorbei. Wir sind fokussiert, jetzt wird hart gearbeitet auf Trainingsplatz. Wir werden topvorbereitet in das Finale gehen. Und ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir in knapp zwei Wochen den Pokal hochhalten können.“

Wie sehen Sie die Entwicklung des deutschen Fußballs?
„Wir haben uns sehr gut entwickelt in den letzten Jahren, das betrifft den FC Bayern, aber auch die Nationalmannschaft und den Bundesliga-Fußball insgesamt. Die Entwicklung ist nach dieser Saison noch nicht zu Ende. Ich denke, dass wir rosigen Zeiten entgegenblicken und jedes Jahr die Möglichkeit haben, um diesen internationalen Titel mitzuspielen.“

Welche Erfahrung haben Sie mit dem Wembley-Stadion?
„Ich habe einmal darin gespielt und gewonnen - deswegen ist es ein super Stadion.“

Ist es für Sie persönlich anders, in einem Champions-League-Finale aufzulaufen verglichen zum Beispiel mit der Gruppenphase?
„Es ist definitiv anders als in der Gruppenphase. Es geht um alles. Es ist Finale. Es ist ein Spiel.“

Thomas Müller:
Wie gefällt es Ihnen, dass der Gegner Borussia Dortmund heißt?
„Die Würze ist drin - und ich mag Würze. Ich finde es gut, dass wir gegen Dortmund spielen. Da ist die Brisanz hoch. Man kann viel gewinnen, man kann viel verlieren, das gilt für beide Seiten. Dortmund kennen wir von allen Mannschaften wahrscheinlich am besten. Der Druck liegt sowieso beim FC Bayern. Seit meinem ersten Tag in der Jugend bei Bayern, bist du immer die Mannschaft mit dem Druck. Damit können wir umgehen. Und so gefestigt, wie das Team in den letzten Monaten auftritt, ist es egal, ob der Druck bei uns oder beim Gegner ist.“

Warum präsentiert sich das Team so gefestigt?
„Weil sich die Spieler im Laufe der Jahre weiterentwickeln haben. Weil wir gute Neuverpflichtungen haben. Vielleicht weil bei den Offensivspielern etwas im Kopf passiert ist: Gerade in den großen Spielen hatten wir eine Laufbereitschaft, die nicht alltäglich ist.“

Was waren für Sie die Schlüsselmoment in dieser Saison?
„Ich fand die Phase im Januar zum Rückrundenstart sehr wichtig. Da hatten wir einige nicht so leichte Spiele, zum Beispiel in Mainz, wo wir uns immer schwer getan, aber diesmal souverän gewonnen haben. Ab da wussten wir, dass wir auch die schwierigen Spiele gewinnen können.“

Wie wichtig ist der Champions-League-Sieg für Ihre Karriere?
„Jeder Sportler strebt nach Erfolg. Deswegen ist das für das eigene Bewusstsein und Gefühl schon sehr wichtig. Für mich wird es auch langsam Zeit, dass ich das Ding hole. Wenn man dreimal verloren hat, hat man so einen Loser-Stempel drauf - und das will ich nicht.“

Arjen Robben:
Welche Erfahrung haben Sie mit dem Wembley-Stadion?
„Ich habe mit Chelsea dort im FA-Cup-Finale gespielt. Das ist ein super Stadion mit einer super Geschichte. Die Atmosphäre - besser geht’s nicht!“

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Finale?
„Es ist schön, ein Finale zu spielen. Aber am Ende muss man auch mal eins gewinnen. Letztes Jahr war es eine Riesenenttäuschung und die Niederlage war auch nicht verdient. Jetzt haben wir uns wieder gesteigert und gehen mit sehr viel Selbstvertrauen in das Finale.“

Was für ein Spiel erwarten Sie?
„Es wird ein sehr intensives Spiel. Beide Teams sind körperlich und taktisch sehr stark, beide sind defensiv gut organisiert, beide kennen sich durch und durch. Kleine Details und die Tagesform werden entscheiden.“

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