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Der Triple-Wahnsinn

'…darüber wird in 100 Jahren noch gesprochen!'

Ekstase, Gänsehaut, Stolz. Kein einziger Bayern-Fan im Berliner Olympiastadion ging. Sie feierten, sie sangen, sie hüpften. Bastian Schweinsteiger schnappte sich ein Megaphon, die Mannschaft startete eine Polonaise, Jupp Heynckes flog durch die Lüfte. Allen war klar: Hier war gerade etwas Historisches passiert. Hier wird etwas gefeiert, das es vielleicht in der Geschichte des deutschen Fußballs nie wieder geben wird. Hier feiert der Triple-Sieger: der FC Bayern München!

„Franz Beckenbauer, Günter Netzer stehen hier. Die haben alles erreicht. Aber das Triple hat noch keiner geschafft“, sagte ein stolzer Karl-Heinz Rummenigge auf dem Bankett in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom nach der 3:2-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, „ich möchte mich bei euch bedanken! Was wir da erreicht haben, können wir alle wohl noch nicht so ganz umreißen.“

Es war 22.11 Uhr, als Kapitän Philipp Lahm den Pokal in den Berliner Nachthimmel stemmte - die dritte Trophäe innerhalb weniger Wochen. „Es ist unglaublich, was für eine Saison wir gespielt haben“, erklärte Bastian Schweinsteiger, der mehr als eine Stunde später in der Mixed-Zone des Stadions mit dem Pott im Arm nach Worten für das Erreichte suchte. „Ich kann es immer noch nicht fassen.“ Daniel van Buyten sagte: „Über dieses Triple wird man in 100 Jahren noch sprechen!“

Um Titel Nummer drei unter Dach und Fach zu bringen, hatten die Bayern zuvor noch einmal richtig leiden müssen. Nachdem Thomas Müller (37./Foulelfmeter) und Mario Gomez mit einem Doppelpack (48./60.) die Bayern-Fans schon in Partystimmung versetzt hatten, machte es Stuttgarts Martin Harnik (71., 80.) überraschendweise doch noch einmal spannend. „Wir haben uns selbst in Bredouille gebracht“, blickte Schweinsteiger zurück.

Auch wenn es sicherlich nicht die beste Saisonleistung des FC Bayern war - am Ende zählt nur der Sieg! Und so hatte Arjen Robben, der eine Woche nach seiner Gala-Vorstellung von Wembley erneut stark aufspielte, auch keine Lust, das Pokalfinale groß zu analysieren. „Das ist jetzt nicht mehr wichtig, Hauptsache der Pott ist in München“, erklärte der Holländer. Nur so viel: „Wir mussten nochmal hart arbeiten, alles reinlegen.“

Das taten die Bayern dann auch bei den anschließenden Feierlichkeiten. Im Stadion ging’s los: Als die Fans ihre Stars und Trainer Jupp Heynckes hochleben ließen, herrschte Gänsehaut-Stimmung im Berliner Olympiastadion. „Super-Bayern, Super-Bayern“, schallte es immer wieder von den Rängen. Genau dieses Liedgut war dann auch später aus dem Mannschaftsbus des FC Bayern zu hören, als dieser in Richtung Bankett aufbrach.

'Dante, wir haben das Ding'

Der Bus vibrierte, das Bier floss - und Heynckes strahlte, als plötzlich die Nummer von Dante auf seinem Handy-Display aufleuchtete. „Dante, wir haben das Ding“, rief der Trainer ins Mikrophon, um sein Handy dann an Hermann Gerland und Bastian Schweinsteiger weiterzugeben. Weiter ging’s aufs Bankett, wo die Mannschaft von rund 800 begeisterten Gästen empfangen wurde. Ab jetzt hieß es: Die Berliner Nacht zum Tage machen!

Für fcbayern.de in Berlin: Nikolai Kube

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