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Im Elfmeterschießen

Auch Martínez im Confed-Cup-Finale

Spaniens Aushilfs-Mittelstürmer Javi Martínez dachte voller Vorfreude an das reizvolle Kräftemessen der Münchner Triple-Gewinner im Traumfinale des Confederations Cups. „Jetzt habe ich die Chance, noch einen vierten Titel zu gewinnen gegen Luiz (Gustavo) und Dante“, erklärte der Profi des FC Bayern mit einem breiten Grinsen nach dem glücklichen Sieg des amtierenden Welt- und Europameisters gegen starke Italiener und dem Vorstoß ins Endspiel gegen Brasilien.

Mit 7:6 im Elfmeterschießen gewannen die einige Male wankenden spanischen Seriensieger am Donnerstag nach 120 torlosen Minuten die Hitzeschlacht in Fortaleza. Und Joker Martínez konnte nach seiner überraschenden Einwechslung als Mittelstürmer in der Verlängerung endlich einmal ausgelassen auf dem Platz mitjubeln. „Ein Finale gegen Brasilien im Maracana zu spielen, ist ein Traum“, schwärmte er mit leuchtenden Augen in den Stadionkatakomben.

Martínez erleichtert

Erleichtert war der defensive Mittelfeldspieler des deutschen Rekordmeisters auch, weil sein Teamkollege Jesus Navas nach dem Fehlschuss von Leonardo Bonucci als 14. und letzter Schütze seinen Elfmeter verwandeln konnte. „Ich wäre als nächstes drangewesen“, verriet Martínez: „Mein Puls war schon richtig hoch. Denn Elfmeterschießen ist Lotterie.“

Aber eine, die Spanien beherrscht. Die Siegermentalität und Nervenstärke in kritischen Situationen zeichnet das weltbeste Nationalteam gerade bei den Turnieren aus. Auf dem Weg zum ersten EM-Titel 2008 besiegten sie im Viertelfinale Italien ebenfalls im Elfmeterschießen. Beim WM-Triumph 2010 in Südafrika gewannen sie das Endspiel gegen die Niederlande nach Verlängerung. Und letztes Jahr überstanden sie beim erneuten EM-Gewinn die kritischste Situation im Halbfinale gegen Portugal wiederum in einem Elfmeterkrimi.

Nur 2 Ruhetage

Nur zwei Ruhetage bleiben dem Weltmeister, um neue Kräfte für das Gigantentreffen mit dem Rekordweltmeister am Sonntag in Rio de Janeiro zu sammeln. Aber der Finalgegner und der magische Spielort sollen bei Xavi, Iniesta und Co. die Müdigkeit vertreiben, wie Nationaltrainer Vicente del Bosque hofft: „Die Spieler sollen sich wie kleine Kinder freuen, dass sie im Maracanã gegen Brasilien spielen dürfen. Wir wollen dort eine gute Show bieten.“

Gegen Italien, das sich auch ohne Happy End für das 0:4 im EM-Finale 2012 rehabilitieren konnte, verblüffte Del Bosque mit der Hereinnahme von Martínez als Sturmspitze. „Ich brauchte einen körperlich starken Spieler“, begründete der Coach den Schachzug.

Noch nie als Mittelstürmer

Martínez ging vorne drauf. „Wir wollten mehr Kontrolle gegen Pirlo und De Rossi“, erläuterte der Abräumer aus München und fügte lachend hinzu: „Mittelstürmer hatte ich noch nie zuvor gespielt.“ Er erledigte den Job beachtlich. Martínez hatte sogar einige gefährliche Offensivaktionen in der packenden Verlängerung, in der beide Teams durch Emanuele Giaccherini (93.) und Xavi (115.) Pfostentreffer verbuchten.

Nach dem Kräfteverschleiß vieler Stammkräfte und angesichts der starken brasilianischen Offensive um Jungstar Neymar darf Martínez hoffen, im Endspiel von Anfang an zu spielen. Dann aber im Mittelfeld. „Ich bin bereit. Einmal im Leben im Maracanã zu spielen, davon habe ich als Junge geträumt.“ Es geht um Saisontitel Nummer vier für ihn oder seine zwei brasilianischen Bayern-Kollegen Luiz Gustavo und Dante. In München werden bestimmt etliche Mitspieler vorm Fernseher sitzen - garantiert auch ihr neuer Coach Pep Guardiola.

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