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Tymo im Interview

'Es waren überragende vier Jahre'

Jetzt ist sie komplett! Mit dem Gewinn des Triples in der vergangenen Saison hat Anatoliy Tymoshchuk seine Titelsammlung endlich vervollständigt. Deutscher Meister und Pokalsieger war er ohnehin schon, den UEFA-Pokal hatte er zuvor mit Zenit St. Petersburg gewonnen. Nun ist er auch Champions-League-Sieger und hat damit auf Vereinsebene alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.

Nach vier Jahren in München schließt sich für Tymo nun das Kapitel FC Bayern. Zwar trainiert der 34 Jahre alte Defensivallrounder dieser Tage noch beim deutschen Rekordmeister mit, doch am 1. Juli kehrt er zu seinem ehemaligen Verein St. Petersburg zurück. Vor der Rückkehr nach Russland traf fcbayern.de den Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft zu einem Abschieds-Interview.

Das Interview mit Anatoliy Tymoshchuk

fcbayern.de: Tymo, seit Mittwoch läuft das Training beim FC Bayern, du hast die letzten beiden Tage mittrainiert: Hast du es dir anders überlegt und bleibst doch in München?
Anatoliy Tymoshchuk: (lacht) „Nein, nein. Mein Vertrag bei Zenit St. Petersburg läuft ab 1. Juli und der beim FC Bayern bis 30. Juni. So kann ich hier noch ein bisschen trainieren und mich schon etwas fit machen, bevor ich nach St. Petersburg wechsle. Wenn man auf so hohem Niveau trainieren kann, mit diesen Mitspielern, dann muss man diese Chance nutzen.“

fcbayern.de: Wie war dein Eindruck vom neuen Trainer Pep Guardiola?
Tymoshchuk: „Sehr gut. Er ist sehr offen und locker, sein Deutsch ist schon sehr gut, er erklärt alles auf Deutsch. Sicher sind einige Dinge, die er macht, neu, anders, jeder Trainer hat ja seine eigenen Vorstellungen, seinen eigenen Stil. Ich glaube, das ist ein sehr guter Trainer, der jetzt bei der besten Mannschaft ist.“

fcbayern.de: Du hast die letzten vier Jahre beim FCB gespielt. Wie schwer fällt dir der Abschied?
Tymoshchuk: „Schwer, aber das ging mir bisher immer so, auch bei meinen früheren Stationen. So ein Wechsel ist immer eine schwierige Entscheidung, auch für die Familie. Vor allem, wenn man bei einer so guten Mannschaft spielt wie hier in München, auf diesem Niveau und mit so großem Erfolg wie in dieser Saison. Wir haben alle ein sehr gutes Verhältnis untereinander, ich werde sicher noch mit vielen Spielern Kontakt halten. Das waren vier super Jahre.“

fcbayern.de: Was war dein schönster Moment in München?
Tymoshchuk: „Das waren so viele. Es waren überragende vier Jahre hier mit vielen Momenten, die ich nie vergessen werde. Die erste Meisterschaft 2010. Das Triple in diesem Jahr war überragend, das haben überhaupt ja erst sieben Mannschaften geschafft. Aber es gab auch andere Momente, abseits des Fußballs: Meine beiden Töchter sind in München geboren.“

fcbayern.de: Was wirst du am meisten vermissen?
Tymoshchuk: „Auch da gibt es so viele Dinge, die ich nicht alle aufzählen kann. München ist eine super Stadt, wir haben ein tolles Stadion und die Fans haben immer hinter der Mannschaft gestanden. Sie waren für uns der 12. Mann. Dann natürlich meine Mitspieler, den Verein. All das werde ich in meinem Herzen bewahren.“

fcbayern.de: Haben dir der Verein und die Mannschaft ein Abschiedsgeschenk gemacht?
Tymoshchuk: „Ja, aber das ist nicht so wichtig. Wichtiger für mich waren die gemeinsamen Momente, die Feiern nach den Titelgewinnen in diesem Jahr. Ich habe mich von den Mitspielern ja schon verabschiedet, das war nicht einfach für mich. Und jetzt bin ich überraschenderweise wieder hier, habe Spaß mit ihnen, wir lachen zusammen. Dazu die vielen Gespräche mit dem Präsidenten, dem Vorstand, dem Trainer - das ist mehr wert als ein Geschenk. Das kann man nicht kaufen.“

fcbayern.de: Ist es nach dem Triple der richtige Moment, um noch einmal – du bist 34 Jahre alt - etwas Neues zu machen?
Tymoshchuk: „Ja, ich glaube schon, dass das für mich der letzte Wechsel wird. Ich habe für zwei Jahre bei St. Petersburg unterschrieben. Das ist meine Herzensmannschaft, mit Zenit habe ich meinen ersten europäischen Titel gewonnen (UEFA-Pokal in der Saison 2007/08, Anm.d.Red). Als ich 2009 nach zweieinhalb Jahren dort weg bin, haben mir die Menschen einen unglaublichen Abschied bereitet. So viele Leute kamen zum Flughafen, haben gesungen, es gab ein Feuerwerk. Das habe ich nie vergessen. Damals habe ich gesagt: Wenn ich nach Russland zurückkomme, dann nur nach St. Petersburg.“

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