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Nach Triple-Triumph

Heynckes will sich 'erst mal zurückziehen'

Jetzt ist es amtlich! Erfolgstrainer Jupp Heynckes wird seine Karriere als Fußballlehrer mit Ablauf seines Vertrages beim FC Bayern am 30. Juni zunächst nicht fortsetzen. Das teilte der 68-Jährige am Dienstag auf einer Abschiedspressekonferenz in der Münchner Allianz Arena mit. „Ich werde erst mal Urlaub machen und weder im Inland noch im Ausland ab 1.7. ein Engagement eingehen, werde mich zurückziehen, werde mich regenerieren und Privatmann sein“, erklärte Heynckes.

Heynckes habe diesen Urlaub „von uns allen am meisten verdient“, meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Der gesamte FC Bayern sei „Jupp unendlich dankbar“, betonte Rummenigge und erinnerte an den triumphalen Empfang des FCB am vergangenen Sonntag nach der Rückkehr vom DFB-Pokalfinale in Berlin. „Ich habe mir gedacht, einen besseren und verdienteren Abgang kann es nicht geben“, so Rummenigge weiter.

„Der Trainerjob beim FC Bayern kostet wahnsinnig Substanz, Kraft und Energien“, fügte Heynckes an. Vor allem in den letzten Wochen habe er „gespürt, dass ich ans Limit gegangen bin, es war wahnsinnig anstrengend, wahnsinnig umfangreich. Ich habe gemerkt, dass ich auch schon ein gewisses Alter erreicht habe, in dem man die Strapazen spürt und die Regeneration ein bisschen länger dauert“, erklärte Heynckes.

Nach rund 50 Jahren im Profifußball, die er in der gerade abgelaufenen Saison mit dem Gewinn des Triples gekrönt hatte, will er sich vorerst wieder seinem Privatleben widmen. Dabei freue er sich darauf, wieder den „normalen Dinge des Lebens“ nachgehen zu können wie Kino-, Restaurant- und Konzertbesuche, Spaziergänge mit Ehefrau Iris und seinem Hund Cando. „Ich habe so viele Interessen, ich denke, mir wird nicht langweilig.“

Keine Rückkehr nach Madrid

Bereits am 10. Mai hatte Heynckes seinen Abschied aus der Bundesliga verkündet. Nach einer Rekord-Saison und dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft mit am Ende 25 Punkten Vorsprung auf den entthronten Titelverteidiger Borussia Dortmund gebe es in der höchsten deutschen Spielklasse für ihn „kein Ziel, in irgendeiner Weise einen anderen Verein zu übernehmen“, wie er damals erklärte.

Seither war über ein weiteres Engagement als Vereins- oder Nationaltrainer im Ausland spekuliert worden. Vor allem im Zusammenhang mit dem spanischen Rekordmeister Real Madrid, den Heynckes 1998 zum Champions-League-Titel geführt hatte, wurde sein Name immer wieder genannt. Doch nun müssen die Königlichen auf der Suche nach einem Nachfolger von José Mourinho ohne die Personalie Heynckes planen.

Freundschaft ist noch tiefer geworden

Das endgültige Ende seiner Trainer-Laufbahn ließ Heynckes allerdings offen. „Ich habe persönlich etwas gegen endgültig“, betonte er, fügte aber auch an: „Es gibt auch ein Leben nach dem Berufsleben. Ich möchte mein Leben noch genießen.“

Zum Abschied bekam Heynckes von Rummenigge und Vereinspräsident Uli Hoeneß ein Exemplar der großen FC Bayern-Chronik mit der Aufschrift „Danke Jupp“ und der Nummer 1613 in Anlehnung an das Datum 1. Juni 2013 - dem Tag des DFB-Pokalsiegs in Berlin und damit des Triples - überreicht (www.fcbayern-chronik.de). „Der Freund geht möglicherweise weg aus München, aber die Freundschaft wird nicht beendet sein. Sie ist wahrscheinlich noch tiefer geworden“, sagte Hoeneß zum Verhältnis mit seinem langjährigen Freund und Wegbegleiter.

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