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'Ein guter Tag für Bayern'

Götze freut sich, Sammer freut sich

Ruhig saß er auf dem Podium. Beantwortete geduldig jede Frage. Leise, sanft und dennoch deutlich. Gut, dass seine Füße vom Pult verdeckt wurden. Denn die hätten den überlegten und gelassenen Auftritt gestört. Man sollte sich nämlich nicht täuschen lassen: Mario Götze scharrt mit den Hufen! „Natürlich würde ich gern auf dem Platz stehen und mittrainieren“, sagte Bayerns neue Nummer 19, die nach einem Muskelbündelriss derzeit nur Rehatraining absolvieren kann. Sein Wunsch zum Start an der Säbener Straße: „Ich möchte einfach nur fit werden und Fußball spielen.“

Die bisherigen Trainingseinheiten unter Pep Guardiola hat Götze gespannt von außerhalb des Platzes beobachtet. „Man sieht, dass er sehr viel mit dem Ball macht, sehr viele kurze, schnelle Sachen“, berichtete er von seinen Eindrücken, die ihm ein „sehr, sehr gutes Gefühl“ geben. Matthias Sammer erklärte warum: „Das Spiel ist perfekt auf Mario zugeschnitten.“

35 Journalisten spitzten die Ohren, zehn TV-Kameras hielten jede Regung im Bild fest, als Götze am Dienstag offiziell an der Säbener Straße vorgestellt wurde. „Ich freue mich einfach, hier zu sein“, sagte der Neu-Bayer, Sammer sprach von einem „schönen Moment. Es ist ein guter Tag für Bayern. Wir als Klub freuen uns sehr, einen der herausragenden Spieler auf dieser Welt bei uns begrüßen zu können.“

Vier-Augen-Gespräch mit Guardiola

Bei den Personalplanungen mit Guardiola vor der Saison sei schnell der Name Mario Götze gefallen, erzählte der FCB-Sportvorstand. Und der neue Bayern-Trainer „war sofort begeistert“. In den letzten Tagen kam es auch schon zu einem ersten Vier-Augen-Gespräch zwischen Götze und Guardiola. „Er wollte wissen, wie es mir geht, ob ich mich gut aufgehoben fühle, wann ich denke, dass ich wieder fit sein werde“, berichtete Götze von einem „lockeren“ Austausch.

Das mit dem Wohlfühlen dürfte das geringste Problem sein. Noch wohnt der 21-Jährige zwar im Hotel, doch eine Wohnung hat er bereits gefunden. Bis Ende Juli will er einziehen, „voraussichtlich“ gemeinsam mit seinem älteren Bruder Fabian, der bei der SpVgg Unterhaching spielt und zurzeit mit Mario im Hotel wohnt. Und auch bei Bayern hat der Nationalspieler, der in der Kabine den Spind neben Franck Ribéry belegt hat, sofort Anschluss gefunden. Denn einen Großteil der Mannschaft kennt er bereits vom DFB-Team, besonders zu Toni Kroos habe er einen guten Draht.

Geboren in Memmingen

Dass Götze ein gebürtiger Bayer ist - wie Holger Badstuber wurde er in Memmingen geboren, erst im Alter von sechs Jahren kam er nach Dortmund - vereinfacht die Eingewöhnung in München zusätzlich. Seine Großeltern im Allgäu habe er regelmäßig besucht, erzählte er. „Ich habe einen engen Kontakt zu ihnen. Ich glaube nicht, dass ich Probleme haben werde, mich in München wohlzufühlen.“

Und das körperliche Wohlbefinden ist nur eine Frage der Zeit, wie Sammer betonte. „Wir haben den besten Arzt der Welt“, sagte der FCB-Sportvorstand und gab seiner neuen Nummer 19 „alle Zeit der Welt“, wieder gesund zu werden. Ende Juli, so hofft Götze, will er ins Mannschaftstraining einsteigen. „Dann wird es mein Anspruch sein, viel mit dem Verein zu erreichen und möglichst guten und schönen Fußball zu spielen.“ Dann wird man endlich auch viel von seinen Füßen sehen.

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