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'Ich nehme viel mit'

Youngster Hojbjerg spielt sich ins Rampenlicht

Bastian Schweinsteiger? Nach seiner Fuß-OP noch im Aufbautraining. Javi Martínez und Luiz Gustavo? Nach dem Confederations Cup noch im Urlaub. Anatoliy Tymoshchuk? Nach vier Jahren beim FC Bayern vor wenigen Tagen zu Zenit St. Petersburg zurückgekehrt. Die vier etatmäßigen defensiven Mittelfeldspieler aus der vergangenen Saison stehen dem FCB im Trainingslager im Trentino allesamt nicht zur Verfügung. So springen andere in die Bresche, zum Beispiel Pierre-Emile Hojbjerg, 17 Jahre jung und eine der großen Nachwuchshoffnungen beim FC Bayern.

In der Endphase der vergangenen Saison feierte der Däne sein Bundesliga-Debüt im Trikot des Triple-Siegers und wurde zum jüngsten Bayern-Spieler aller Zeiten in der Bundesliga-Geschichte. Für die neue Spielzeit ist Hojbjerg „ein fester Bestandteil des Kaders“, wie Matthias Sammer gegenüber fcbayern.de erklärte. Der Sport-Vorstand lobte Hojbjerg als „außergewöhnliches Talent“, das bereits körperlich wie auch geistig über eine „sehr, sehr gute Stabilität“ verfüge.

Diese Fähigkeiten unterstrich Hojbjerg auch am Dienstagabend im ersten ernstzunehmenden Testspiel der laufenden Vorbereitung, dem 3:0-Erfolg gegen den italienischen Zweitligisten Brescia Calcio. Im derzeit praktizierten 4-1-4-1-System des neuen Trainers Pep Guardiola lief Hojbjerg von Beginn an in der zentralen, defensiven Mittelfeldposition auf und deutete mehrfach an, welch großes Potenzial in ihm steckt.

Mit großer Präsenz agierte der Däne mit französischem Pass vor der Viererkette, ließ sich im Spielaufbau immer wieder zurückfallen, forderte und verteilte geschickt die Bälle. „Ich mag es gerne, im Zentrum zu sein, viele Ballkontakte zu haben und das Spiel zu diktieren“, sagte Hojbjerg vor wenigen Tagen bei den FCB News. Zudem scheute er sich gegen die mitunter robust zu Werke gehenden Italiener auch nicht, energisch in die Zweikämpfe zu gehen.

Noch A-Jugend-Spieler

Bei allem Talent erinnerte Sammer aber daran, dass sich Hojbjerg noch „im Übergangsbereich zum Männerfußball“ befindet. Auch wenn er bereits eine komplette Saison in der FCB-Reserve (30 Spiele, acht Tore) absolviert hat, kann Hojbjerg, der am 5. August seinen 18. Geburtstag feiert, noch in der A-Jugend spielen. Dennoch bringe er aber bereits „eine Selbstverständlichkeit mit, die wichtig ist, um sich durchzusetzen“, erklärte Sammer und fügte an: „Wir müssen ihm auch die Zeit geben.“

Hojbjerg selbst gibt sich außerhalb des Platzes eher zurückhaltend. „Ich glaube, es läuft ganz gut“, meinte der Youngster, der im Trainingslager am Nordufer des Gardasees möglichst viel dazulernen möchte. „Ich nehme viel mit, bekomme viel Erfahrung und lerne, wie es läuft“, beschrieb er seine Rolle. „Ich genieße jeden Moment und jeden Tag, den ich hier bin. Ich fühle mich richtig gut, fühle mich wohl und fit. Im Moment ist das eine sehr gute Situation“, sagte er fcbayern.de.

An die eher ungewohnte Rolle als alleiniger Sechser müsse er sich noch gewöhnen, räumte Hojbjerg ein. „Das geht natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Aber es geht vorwärts“, meinte er. Trainer Guardiola sei dabei eine „große Hilfe“, er spreche „sehr viel“ mit ihm und erkläre ihm dabei genau, was er von ihm erwartet. „Er gibt mir viele Tipps“. Dennoch weiß Hojbjerg, dass er noch ganz am Anfang seiner Karriere steht: „Ich will aus meinem Talent so viel rausholen wie möglich.“

Für fcbayern.de in Riva del Garda: Carsten Zimmermann

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