präsentiert von
Menü
'Großer Sport'

Bayern feiert 'wunderbaren' Supercup-Titel

Wie sie da feierten, hüpften, sangen. Mit den Fans, in der Kurve. Wie bedröppelte Gegner durch die Katakomben schlichen, während Dante gröhlend zum Mannschaftsbus spazierte. Wie Kapitän Philipp Lahm den Pott in die Höhe stemmte. Wie die Bundeskanzlerin gratulierte. Viel, ja sogar sehr viel, weckte am Freitagabend die Erinnerungen an den 25. Mai dieses Jahres, als der FC Bayern durch ein Last-Minute-Tor von Arjen Robben erstmals seit 2001 wieder die Champions League gewann. Auch diesmal war die Erleichterung, die Glückseligkeit, einfach nur grenzenlos, als nach dem von Manuel Neuer gehaltenen letzten Elfmeter in der Prager Eden Aréna feststand: Der FC Bayern ist erstmals in der Geschichte europäischer Supercup-Gewinner!

„Der vierte Pokal ist jetzt in München - herzlichen Glückwunsch. Die Party geht weiter“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge unter dem Jubel von rund 150 Bankettgästen nach dem Spiel beim Bankett im Mannschaftshotel, „das war mit Abstand das beste Supercup-Finale, das ich je gesehen habe. Ein klasse Spiel. Wir haben etwas Wunderbares erlebt.“ Dies sah auch Bundeskanzlerin Angela Merkel so, die sich per SMS bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach - einem der Ehrengäste beim Bankett - zu Wort meldete, wie Rummenigge berichtete. „Großer Sport, großer Kampf. Glückwunsch an Bayern München.“

Natürlich hat der europäische Supercup nicht annähernd den Stellenwert der Champions League, natürlich hätte man eine Niederlage gegen den FC Chelsea besser verkraften können als eine gegen den BVB vor rund drei Monaten. Die Art und Weise aber, wie der FCB diesen ersten offiziellen Titel unter dem neuen Trainer Pep Guardiola einsackte, machte den Freitagabend so außergewöhnlich.

Guardiola begeistert

Fernando Torres (8.) hatte die Bayern bei der Neuauflage des CL-Finals 2012 früh geschockt, Europas Fußballer des Jahres Franck Ribéry (47.) nach der Pause verdient ausgeglichen. In der Verlängerung eines packenden Fußballspiels ließ Eden Hazard (93.) mit seinem Tor Chelsea bereits wie den sicheren Sieger aussehen, ehe Javi Martínez „genau vier Sekunden vor Schluss“ (Rummenigge) dem FCB das Elfmeterschießen bescherte. Dort wurde dann Manuel Neuer zum Helden, als er den letzten Elfmeter von Romelu Lukaku parierte, während bei Bayern alle Schützen verwandelten.

„Die Mannschaft war unglaublich. Wir hatten 30 Chancen, haben sehr gut angegriffen. Ich habe heute gemerkt, warum sie letzte Saison alles gewonnen hat“, sagte ein erleichterter Guardiola, der nicht vergaß, warum er überhaupt die Chance bekommen hatte, den dritten UEFA Supercup-Erfolg seiner Karriere zu feiern:  „Vielen Dank an Jupp Heynckes für die Möglichkeit, hier dieses Finale spielen zu können. Dieser Titel ist für ihn und für die Fans.“ Diese seien „unglaublich“ gewesen, so der Spanier: „Sie tanzten und singen, singen, singen, super, super, super.“

Aber auch Guardiola selbst hatte großen Anteil an einem magischen Abend, wie Matthias  Sammer herausstellte. „Spielvorbereitung, Halbzeitansprache, der Moment vor dem Elfmeterschießen“, blickte der Sport-Vorstand zurück, „das war beeindruckend. Nach dieser Ansprache haben sich die Schützen von selbst gefunden.“ Es sei extrem positiv, „wie intensiv der Trainer mit der Mannschaft arbeitet. Alles, was er der Mannschaft zeigt, hat Hand und Fuß“, so Sammer. Dieser Titel sei außerordentlich wichtig „in dem Prozess, in dem wir uns befinden“.

Martínez beeindruckt

Das alles überhaupt möglich machte der Spanier Martínez - nicht nur wegen seines späten Tores. Der zuletzt wegen Adduktorenproblemen fehlende Mittelfeldmann war im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt worden und ordnete fortan das Geschehen auf der Sechser-Position. „Er ist noch nicht in bester Verfassung, aber wir brauchen ihn. Er hat einen unbändigen Willen“, lobte Guardiola seinen Landsmann.

Martínez selbst sprach von einem „unvergesslichen“ Tor, einem „unglaublichen“ Abend. Allerdings sei er immer noch nicht völlig beschwerdefrei. „Ich brauche noch etwas Zeit.“ Er habe einfach auf die Zähne gebissen. Auch ein Grund, warum die Bayern schlussendlich den 25. Mai 2012 noch einmal aufleben lassen konnten. Thomas Müller: „Wir haben es uns verdient, weil wir mit extrem viel Herz gespielt haben. Wir sind schon sehr, sehr glücklich.“ Auch, wenn die bayerische Partynacht in Prag nicht ganz mit der in London mithalten konnte.

Für fcbayern.de in Prag: Nikolai Kube

Weitere Inhalte