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Mirko Slomka im Interview

'Wir können viel von Bayern lernen'

Sieben Partien in 22 Tagen - so lautet das anstehende Programm für den FC Bayern, der nach zweiwöchiger Länderspielpause am Samstag wieder in den Wettkampfbetrieb startet. Den Auftakt beim Tanz auf drei Hochzeiten bildet das Bundesliga-Heimspiel gegen Hannover 96, das auch elf Tage später im DFB-Pokal wieder in der Allianz Arena zu Gast sein wird. Als „große Herausforderung bezeichnete es Hannovers Trainer Mirko Slomka im Interview mit dem Bayern Magazin, „gleich zwei Mal von elf Tagen wieder beim FC Bayern zu spielen“. Slomka, der am Donnerstag seinen 46. Geburtstag feierte, möchte dem FCB mit seinem Team „in beiden Spielen das Leben so schwer wie möglich machen“.

Das Interview mit Mirko Slomka

Frage:
Herr Slomka, nachträglich alles Gute zum Geburtstag. Wie groß ist die Hoffnung, dass Ihre Mannschaft Ihnen an diesem Samstag ein nachträgliches Geschenk machen wird?
Mirko Slomka: „Vielen Dank, das ist nett. Ach, da geht es nicht um mich. Natürlich liegt die Latte beim FC Bayern sehr hoch. Wir haben Respekt vor der fantastischen Leistung mit vier Titeln in einem Jahr. Aber wir kommen nach München, um unsere bestmögliche Leistung zu bringen. Das ist der Anspruch.“

Frage: Im letzten Jahr kassierte Hannover elf Gegentore gegen die Bayern. Wie tief sitzt da noch der Stachel bzw. wie einfach ist es eine Mannschaft zu motivieren, wenn der Gegner der Triple- und Supercup-Gewinner FC Bayern ist?
Slomka: (lächelt) „Ich finde, da waren wir in guter Gesellschaft: Der FC Barcelona geht mit einem 0:7 in zwei Spielen im Halbfinale der UEFA Champions League nach Hause. Das unterstreicht doch, wie dominant der FC Bayern im vergangenen Jahr unter Jupp Heynckes war. Wir fokussieren uns aber auf unsere eigene Situation. Neun Punkte aus vier Spielen sind ein toller Start, das gibt uns Selbstvertrauen - auch für eine sehr schwierige Aufgabe beim FC Bayern.“

Frage: Der letzte und bis dato einzige Sieg von Hannover in München war vor knapp sieben Jahren. Warum tut sich 96 auswärts gegen die Bayern so schwer während daheim schon einige Siege gefeiert wurden?
Slomka: „Naja, dass wir zu Hause besser punkten als zu Hause, gilt nicht nur exklusiv für die Begegnungen gegen die Bayern. Grundsätzlich hat es doch jeder Gegner in der Allianz Arena schwer - egal, ob er Real Madrid, Borussia Dortmund, FC Augsburg oder Hannover 96 heißt. Der Schlüssel für uns liegt darin, Vergangenes abzuhaken und eine Überzeugung als Team zu entwickeln, dass es besser und eben auch erfolgreicher geht.“

Frage: Hannover hat in diesem Sommer einen kleinen Umbruch in der Mannschaft hinter sich. Was sind die Ziele für diese Saison und auch für die weitere Zukunft?
Slomka: „Das habe ich vor der Saison offensiv formuliert: Wir wollen zurück nach Europa und mit unseren Fans wieder diese Reisen machen und die großartigen Flutlichtspiele bestreiten. Die Konkurrenz in der Bundesliga ist stark, aber ich bin überzeugt davon, dass wir eine gute Saison spielen können. Durch unseren Auftakt mit Siegen gegen Wolfsburg, Schalke und Mainz sehe ich mich bestätigt. Aber es ist auch ein weiter Weg.“

Frage: Sie haben 2006 auf Schalke Manuel Neuer zur Nummer eins gemacht. Haben Sie ihm damals schon diese Entwicklung zugetraut?
Slomka: „Bei Manu kam viel zusammen: Talent, große Leistungsbereitschaft, Selbstvertrauen, gefestigte Persönlichkeit durch ein tolles Elternhaus. Für mich war damals klar, der Junge ist soweit, um Bundesliga zu spielen. Sein Willen macht ihn stark. Sein Weg ist deshalb für mich keine Überraschung, sondern nur die Bestätigung dessen, was sich andeutete. Ich freue mich immer, wenn ich ihn wiedersehe, weil er bescheiden und bodenständig geblieben ist. Manuel Neuer ist als Typ prädestiniert, um Mannschaften zu führen und Titel zu gewinnen.“

Frage: In knapp anderthalb Wochen sind sie wieder beim FC Bayern zum Pokalduell zu Gast. Welche Emotionen hat das Los FC Bayern bei Ihnen ausgelöst?
Slomka: „Ich war am Abend der Auslosung auf dem Maschseefest in Hannover, nachdem wir nachmittags am 1. Spieltag den VfL Wolfsburg 2:0 geschlagen hatten. Klar, das Los ist unangenehm. Andererseits ist es auch eine große Herausforderung, gleich zwei Mal innerhalb von elf Tagen wieder beim FC Bayern zu spielen. Ich sehe das Positive: Wir können viel von den Bayern lernen und möchten ihnen in beiden Spielen das Leben so schwer wie möglich machen.“

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