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Mandzukic im Interview

'Da darf der Sieger nur Bayern heißen'

Auf dem Platz ist Mario Mandzukic eine Maschine. Er läuft, und läuft, und läuft. Er kämpft, und kämpft, und kämpft. Und er trifft, und trifft, und trifft. In der vergangenen Saison war der kroatische Stürmer mit 15 Toren Bundesliga-Toptorjäger des FC Bayern, auch in diesem Jahr führt er dieses Ranking bereits wieder an (4 Tore).

Neben dem Platz ist Mario Mandzukic eher ein Mann der leisen Worte. Interviews gibt er kaum, das Reden nach Spielen überlässt er den Teamkollegen. Für fcbayern.de machte der 27-Jährige eine Ausnahme und sprach ausführlich über die Wiesn, das Schalke-Spiel, die Zweitrunden-Begegnung im DFB-Pokal gegen Hannover, seine Erfahrungen mit Pep Guardiola und seine persönliche Entwicklung. Zudem bedankt sich Mandzukic bei den Fans.

Das Interview mit Mario Mandzukic:

fcbayern.de: Mario, es ist wieder Oktoberfest-Zeit in München. Passend dazu lauft ihr derzeit regelmäßig in den neuen Auswärtstrikots auf. Fühlst du dich wohl als Bayer in Tracht?
Mandzukic:„Oh ja! Ich finde die Trikots sehr hübsch, sie sehen top aus. Das ist eine super Idee. Und ich weiß, dass das Oktoberfest für alle Münchner etwas ganz Besonderes ist.“

fcbayern.de: Bist du ein Wiesn-Fan?
Mandzukic: „Ich war früher regelmäßig dort, vor allem als Kind mit meiner Familie. Es ist alles ein bisschen verrückt, aber irgendwie hat es auch seinen Reiz. Seit meinem Wechsel zu Bayern kann ich mich auf der Wiesn aber nicht mehr wirklich frei bewegen. Und beim Mannschaftsausflug im letzten Jahr war ich nicht dabei, weil ich zur Nationalmannschaft musste. Schade.“

fcbayern.de: Kommen wir zum Sportlichen. 4:0 auf Schalke - hat dich der Sieg in dieser Höhe überrascht?
Mandzukic: „Nein. Wenn wir so spielen wie gegen Moskau oder am Samstag, dann ist es keine Überraschung für mich. Wir werden immer besser und haben kaum etwas zugelassen. Ich sage immer: Es hängt in erster Linie von uns ab, wie ein Spiel endet.“

fcbayern.de: Was war besonders gut?
Mandzukic: „Wir haben viel über die Mitte angegriffen und schnell gespielt. Dazu waren wir ruhig am Ball, hatten wenige Ballverluste. Ich denke, es hat auch unserem Trainer ganz gut gefallen. Wenn wir so weitermachen, werden wir über kurz oder lang wieder Tabellenführer sein.“

fcbayern.de: Pep Guardiola bringt immer mal wieder frische Spieler. Auf dich setzt er eigentlich fast immer - nur in Freiburg kamst du von der Bank…
Mandzukic: „Es macht mich sehr glücklich, dass der Trainer mir so viel Vertrauen schenkt. Ich versuche alles, ihm das zurückzugeben. Es macht in dieser Saison schon wieder unglaublich viel Spaß. Für mich sind diese englischen Wochen auch kein Problem. Ich halte das locker durch, ich habe viel, viel Kraft.“

fcbayern.de: In den letzten drei Spielen hast du jedes Mal getroffen, mit insgesamt fünf Pflichtspieltoren bist du schon wieder Toptorjäger des FC Bayern. Es läuft alles nach Plan, oder?
Mandzukic: „Ich hatte eine gute Vorbereitung. Mein Ziel ist es, in diesem Jahr noch besser zu sein als im letzten. Derzeit bin ich schon wieder ganz gut drauf, aber vom Rhythmus her noch nicht in absoluter Topform. Ich werde noch stärker.“

fcbayern.de: Wie läuft die Zusammenarbeit mit Pep Guardiola?
Mandzukic: „Sehr gut. Er hat tolle taktische Ideen, er will den Ball, er geht super auf die einzelnen Spieler ein und ist immer für ein Späßchen zu haben. Es passt.“

fcbayern.de: Auffällig ist deine extreme Kopfballstärke. Ist das angeboren?
Mandzukic: (lacht) Vielleicht ein bisschen. Mein Vater war Innenverteidiger und ein toller Kopfballspieler. Aber in erster Linie war es viel Training: Schon als ich klein war, habe ich viel am Kopfballpendel gearbeitet. Heutzutage bleibe ich nach dem Training oft länger auf dem Platz und frage meine Teamkollegen, ob sie mir noch ein paar Bälle in die Mitte flanken. Es ist einfach Übung, Übung, Übung.“

fcbayern.de: Hoffentlich setzt du deine Torserie am Mittwoch im DFB-Pokal gegen Hannover fort. Die Niedersachsen könnten aber eine harte Nuss werden, oder?
Mandzukic: „In der zweiten Runde gegen den Bundesligavierten zu spielen, ist natürlich kein Glückslos. Ich glaube, es wird schwierig. Auch, weil wir in so kurzer Zeit zum zweiten Mal gegen Hannover spielen. Sie wissen jetzt noch mehr über uns. Aber: Wir spielen zuhause, mit unseren Fans im Rücken. Da darf der Sieger nur Bayern heißen.“

fcbayern.de: Apropos Fans. Viele träumen von einer ähnlichen Saison wie im letzten Jahr…
Mandzukic: „Fans dürfen träumen. Warum auch nicht? Selbstverständlich wollen wir wieder alles abräumen. Nur, ob das klappt, kann ich natürlich nicht garantieren. (lacht) Ich gebe ja nicht so oft Interviews, deswegen möchte ich an dieser Stelle mal etwas loswerden.“

fcbayern.de: Ja, bitte…
Mandzukic: „Wir haben überragende Fans. Ich erinnere mich beispielsweise an die Stimmung beim Champions-League-Finale, beim Pokalfinale, jetzt in Prag beim Supercup oder beim letzten Heimspiel gegen Hannover. Das war unglaublich. Sie hatten großen Anteil an unseren Erfolgen, sie haben uns zu den Siegen gepusht. Ich persönlich profitiere extrem davon, wenn ich weiß, dass ich die Fans mit meinen Toren glücklich machen kann.“

fcbayern.de: War dein Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2012 also genau der richtige Schritt?
Mandzukic: „Ich wusste gleich beim allerersten Anruf der Bayern, dass ich alles richtig mache, wenn ich hierher wechsle. Der FC Bayern war immer mein großer Traum. Und er ist in Erfüllung gegangen. Und ich war immer davon überzeugt, dass ich mich über kurz oder lang durchsetze."

fcbayern.de: Wirst du auch in deiner Heimat Kroatien mittlerweile anders wahrgenommen?
Mandzukic: „Wenn du in so einem großen Klub spielst, nehmen die Menschen dich selbstverständlich intensiver wahr. Es gibt in Kroatien, vor allem in Zagreb, sehr viele Bayern-Fans. Einige besuchen mich auch immer wieder hier in München bei den Spielen - und manchmal sogar beim Training. (Mandzukic blickt stolz aus dem Fenster des Leistungszentrums und deutet auf eine kroatische Flagge am Rande des Trainingsplatzes.)

fcbayern.de: München ist aktuell deine Wahlheimat.Wir haben schon gehört: Die Wiesn gefällt dir. Wie sieht es mit der Stadt aus?
Mandzukic: „Es ist wunderschön hier. Ich genieße die Zeit in München. Ich denke, das sieht man auch auf dem Platz. Allzu oft gehe ich aber nicht in die Innenstadt, weil ich mich an den wenigen freien Tagen lieber ausruhe.“

Das Interview führte: Nikolai Kube