präsentiert von
Menü
'Arbeitssieg'

Drei wichtige Punkte - auch ohne 'Gala'

32 ungeschlagene Bundesliga-Spiele in Serie. Was für eine Zahl. FCB-Vereinsrekord ist dies schon längst, der Uralt-Rekord des Hamburger SV aus den 80er Jahren von 36 Partien wackelt. Dazu erzielten die Bayern am Samstagnachmittag beim 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg im 44. Ligaspiel nacheinander wieder mindestens ein Tor. Die vergangene Triple-Saison war die erfolgreichste der Vereinsgeschichte - unter dem neuen Trainer Pep Guardiola knüpfen die Bayern in diesen Tagen nahtlos an diese Leistungen an.

19 Punkte aus sieben Ligaspielen, Pokal-Achtelfinale (Auslosung erfolgt am Sonntagabend), Auftaktsieg in der Champions League. Dazu der Gewinn des europäischen Supercups. Viel mehr geht aktuell nicht! Da ist es zu verschmerzen, dass am Samstag gegen kampfstarke Wölfe das große Offensivfeuerwerk ausblieb. „Klar kommen die Fans ins Stadion, um viele Tore zu sehen. Aber das ist leider nicht immer möglich“, merkte Jérôme Boateng an, „wir haben nicht geglänzt,  aber trotzdem verdient gewonnen.“

Wie in jedem Spiel in dieser Saison dominierten die Bayern von Beginn an das Geschehen. 71 Prozent Ballbesitz standen am Ende vor 71.000 Zuschauern in der stimmungsvollen Allianz Arena zu Buche. Aber: Die Münchner taten sich schwer, gegen „aggressiv verteidigende“ Wolfsburger zu Chancen zu kommen, wie Siegtorschütze Thomas Müller (63. Minute) analysierte. „Wir haben nicht die richtigen Lösungen gefunden und es verpasst, ein frühes Tor zu machen.“

Torhüter Manuel Neuer, der in der ersten Halbzeit die einzige zwingende Wolfsburger Chance durch den Ex-Bayern Luiz Gustavo per Glanzparade zunichte gemacht hatte (7.), sah einen „Arbeitssieg“ seiner Mannschaft: „Wir haben einfach an uns geglaubt, dass wir irgendwann das Tor erzielen. Wir haben viel investiert.“ Für Neuer war es keine Überraschung, dass Wolfsburg den Bayern das Leben so schwer machte. „Das ist eine Mannschaft, die keine Doppelbelastung hat. Laufen und kämpfen kann jeder in der Bundesliga.“

Teamkollege Müller sah dies genauso. „Natürlich erwartet und erhofft man immer, dass es jetzt wieder 'ne Bayern-Gala gibt“, so der Nationalspieler, „aber die anderen können auch Fußball spielen. Da können wahrscheinlich fünf oder sechs Spieler 14 Kilometer laufen.“ Wie zum Beispiel Luiz Gustavo. Durch die Verpflichtung des 26-Jährigen hat der VfL defensiv an Stabilität gewonnen.

Der Brasilianer, der zweieinhalb Jahre das Bayern-Trikot getragen hatte, ehe er im Sommer nach Wolfsburg wechselte, erlebte in der Allianz Arena einen emotionalen Nachmittag. „Ich habe viele Freunde wiedergesehen. Es war ein sehr schöner Tag“, erklärte er später. Vor dem Anpfiff bekam er von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß Blumen überreicht, nach dem Spiel stattete er seinen ehemaligen Teamkollegen einen Kabinenbesuch ab. „Es war ein schönes Erlebnis gegen einen Freund zu spielen. Ich wünsche ihm alles Gute“, sagte Boateng stellvertretend.

Auf dem Platz aber verteilten die Bayern keine Geschenke. Und so freute man sich im Lager des deutschen Rekordmeisters über drei wichtige Punkte, die in der Tabelle weiter alle Optionen offen lassen: Dortmund rangiert nur aufgrund der besseren Tordifferenz an der Spitze. Nun heißt es kurz durchschnaufen, ehe am Mittwoch der Champions-League-Hit bei Manchester City ansteht.

„Das wird ein sehr, sehr heißes Spiel“, ist sich Dante sicher. Boateng, der von 2010 bis 2011 die Schuhe für die Citizens geschnürt hat, freut sich auf ein „tolles Erlebnis für die Mannschaft“. In Manchester werden die Bayern dann höchstwahrscheinlich etwas mehr Raum zum Kombinieren bekommen - was Chefcoach Guardiola optimistisch stimmt: „Ich bin mir sicher: In den nächsten Spielen gegen Manchester City und Leverkusen werden wir auch wieder besser spielen.“

Weitere Inhalte