präsentiert von
Menü
Ten-Hag-Interview, Teil 2

'Habe bislang keine bessere Mannschaft gesehen'

Die Länderspielpause neigt sich dem Ende entgegen - auch für Erik ten Hag und seinen FC Bayern II. Ab Samstag wird es wieder ernst, wenn die zweite Mannschaft ab 14:00 Uhr beim TSV 1860 Rosenheim antritt. Wie bei den Profis geht es in der kommenden Woche dann Schlag auf Schlag weiter: Am Mittwoch steigt das Nachholspiel des achten Spieltags beim TSV Buchbach (19:00 Uhr), am nächsten Samstag beginnt die Rückrunde mit einem Heimspiel gegen den SV Heimstetten (14:00 Uhr).

Entscheidende Wochen für den souveränen Tabellenführer der Regionalliga Bayern, wie Trainer Ten Hag im zweiten Teil des Interviews mit fcbayern.de erklärt: „Da müssen wir da sein und dürfen uns möglichst keinen Patzer erlauben.“ Zudem blickt der Holländer unter anderem auf die lange Winterpause voraus und lobt Stürmertalent Julian Green.

Das Interview mit Erik ten Hag - Teil 2

fcbayern.de: Trainieren Sie die beste Mannschaft der Regionalliga Bayern?
Erik ten Hag: „Ich denke, ja. Wir haben auf alle Fälle die besten Spieler. Und ich habe bislang keine bessere Mannschaft in dieser Liga gesehen. Die gegnerischen Trainer werden das bestätigen. Aber: Das ist noch lange keine Garantie, dass wir am Ende auch aufsteigen.“

fcbayern.de: Was sind die größten Schwierigkeiten in dieser Liga?
Erik ten Hag:
„Gegen den FC Bayern sind alle heiß, die Spieler brennen. Und unsere Gegner spielen ausschließlich defensiv. Das macht es sehr kompliziert, da muss man erst einmal Lösungen finden. Ein Beispiel, wie schwer das sein kann: Der VfL Wolfsburg hat mich hier in München gegen Bayern total überzeugt. Sie haben fast nichts zugelassen. Zum Glück haben unsere Profis irgendwann eine Lücke gefunden. Aber dann spielt Wolfsburg zu Hause gegen Braunschweig. Die Rollen verändern sich - und alles ist plötzlich ganz anders.“

fcbayern.de: Wer kann ihr Team auf dem Weg zum Aufstieg noch aufhalten?
Erik ten Hag: „Illertissen, Augsburg II und 1860 II. Das sind unsere größten Konkurrenten, glaube ich. Für uns wird entscheidend sein, dass wir in den kommenden Wochen bis zur Winterpause fokussiert bleiben. Das wird schwierig, denn wir trainieren schon sehr, sehr lange. Viele Spieler hatten im Sommer kaum Urlaub. Jetzt warten in der Liga innerhalb von einer Woche Rosenheim, Buchbach und Heimstetten. Da müssen wir da sein und dürfen uns möglichst keinen Patzer erlauben.“

fcbayern.de: In der Regionalliga treten Sie mit dem FCB II oft in sehr kleinen Stadien an. Haben Sie sich mittlerweile daran gewöhnt?
Erik ten Hag: „Naja, die Zuschauerzahlen sind bei uns vergleichbar mit denen in der Zweiten holländischen Liga. (Ten Hag trainierte dort im vergangenen Jahr die Go Ahead Eagles Deventer; Anm.d.Red.) Daher war es keine so große Umstellung für mich. Bei unseren Heimspielen im Grünwalder Stadion würde ich mir manchmal natürlich schon ein paar mehr Zuschauer wünschen. Ich denke da an das Derby gegen 1860 zurück, diese Stimmung, das war unglaublich.“

fcbayern.de: Die Winterpause in der Vierten Liga ist sehr lang - von Dezember bis März. Wie wird diese Phase überbrückt?
Erik ten Hag: „Erst einmal werden die Jungs nach unserem letzten Spiel Anfang Dezember einen ordentlichen Urlaub bekommen. Im Januar werden wir dann wieder mit der Arbeit beginnen, das wird im Detail noch mit den Profis abgestimmt. Ein oder zwei Trainingslager finden sicherlich auch statt.“

fcbayern.de: Den Spiel- und Wettkampfrhythmus verliert man durch so eine lange Pause dennoch, oder?
Erik ten Hag: „Dem wollen wir entgegenwirken, indem wir Testspiele gegen richtig starke Mannschaften aus der Zweiten und Dritten Liga absolvieren. Wir müssen uns weiterentwickeln und werden diese Zeit dafür nutzen. Lamentieren hilft nichts, wir werden hart arbeiten. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, werden wir improvisieren. Kein Problem.“

fcbayern.de: Wird es Veränderungen im Kader geben?
Erik ten Hag: „Derzeit ist nichts konkret geplant. Fest steht: Wir wollen keinen Spieler abgeben, denn wir wollen aufsteigen. Dafür brauchen wir den gesamten Kader.“

fcbayern.de: Neuzugang Etienne Scholz spielte bislang kaum. Warum?
Erik ten Hag: „Im Mittelfeld hat er viel, viel Konkurrenz. Wir haben Rico Strieder, Alessandro Schöpf und Pierre-Emile Hojbjerg, die alle - wie Etienne - auf der Sechs spielen können. Aber: Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Er entwickelt sich, wir brauchen ihn.“

fcbayern.de: Julian Green hat bereits elf Tore geschossen - und das in nur zwölf Spielen. Wie bewerten Sie seine Entwicklung?
Erik ten Hag: „Die Torquote sagt eigentlich alles. Super! Er ist unglaublich torgefährlich, variabel und nutzt die Räume in die Tiefe überragend. Julian ist nur schwer auszuschalten. Und: Er ist eigentlich ja noch U19-Spieler. Natürlich gilt auch für ihn, dass er noch viel Luft nach oben hat. Beim Kopfballspiel und in Sachen Kraft kann er sicherlich noch zulegen. Ich bin mal gespannt, wohin die Entwicklung bei Julian am Ende geht. Er bringt vieles mit.“

Das Interview führte: Nikolai Kube

Weitere Inhalte