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'Arbeitssieg'

Mario & Mario lassen müde Bayern jubeln

Hauptsache gewonnen! Die Meinungen im Lager des FC Bayern nach dem knappen, aber nicht unverdienten 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den starken Aufsteiger Hertha BSC waren einhellig. „Heute war ein schwächeres Spiel von uns, am Ende ist das Wichtigste, dass wir gewonnen haben“, meinte Jérôme Boateng. Thomas Müller sprach von einem „knappen Sieg, bei dem nicht unbedingt alles rund lief. Deswegen sind wir froh, dass es ein Sieg wurde.“ Kapitän Philipp Lahm brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Es war ein Arbeitssieg.“

Tatsächlich erwies sich der Aufsteiger aus der Hauptstadt als die von Bayern-Trainer Pep Guardiola im Vorfeld erwartete harte Nuss. „Das war eines der besten Teams, gegen die wir bisher gespielt haben“, sparte Guardiola nach dem Schlusspfiff dann auch nicht mit Lob für den Tabellen-Vierten. Und Lahm ergänzte: „Man muss dem Gegner ein Kompliment machen. Hertha hat sehr, sehr gut gespielt, sie waren sehr aggressiv und haben ein sehr gefährliches Konterspiel. Sie stehen zurecht da oben in der Tabelle.“

Mutige und offensive Gäste

Mit einer mutigen und offensiven Spielweise stellten die Berliner den FCB von Beginn an vor Probleme. „Wir haben nicht den Fehler gemacht, uns hier wie andere Mannschaften hinten reinzustellen und es geschehen zu lassen“, erklärte der ehemalige Bayern-Torhüter Thomas Kraft die Strategie der Hertha. „Wir hatten uns vorgenommen, von Anfang an konzentriert zu spielen und den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen. Das hat ja gut funktioniert bis zur dritten Minute“, räumte Lahm hinterher selbstkritisch ein.

Denn da brachte Stürmer Adrian Ramos (4.) die Hauptstädter, die in der Anfangsphase gleich mehrere aussichtsreiche Möglichkeiten hatten, nach einem Eckball per Kopf in Führung. „Hertha hatte mit dem 1:0 die Trümpfe in der Hand, dementsprechend war es nicht einfach, sofort umzuschalten und wieder ins Spiel zurückzufinden“, erklärte Neuer. „Man muss ganz klar sagen, das war der schwierigste Gegner für uns in der Allianz Arena.“

Ein bisschen Müdigkeit

Der FCB tat sich lange schwer, im dritten Heimspiel innerhalb von einer Woche seinen Rhythmus aufzunehmen. Das lag einerseits an einem starken Gegner, andererseits aber auch am „straffen Programm“ (Lahm) der Bayern-Profis in den letzten Wochen. „Bei uns hat man heute ein bisschen auch die Müdigkeit gesehen, auch vom Kopf her“, meinte Lahm und erhielt Zustimmung von seinem Trainer. „Wir waren nicht sehr gut heute“, analysierte Guardiola. „Die Spieler hatten sehr viele Spiele in den letzten zwei Monaten und sind etwas müde. Das hat man heute gesehen.“

Dass sich die Bayern am Ende doch noch über den achten Saisonsieg freuen durften und nun seit 35 Partien unbesiegt sind, lag an ihrer großen Moral am unbedingten Siegeswillen. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Toni Kroos und Arjen Robben Mitte der ersten Halbzeit und der Hereinnahme von Mario Mandzukic und Mario Götze wendete sich das Blatt zugunsten der Hausherren. „Durch die Auswechslungen der Bayern haben wir unsere Sicherheit verloren“, sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay, „bei den Gegentoren haben wir zu wenig Widerstand geliefert.“

Mario & Mario bringen die Wende

Mandzukic (29.) nutzte kurz nach seiner Einwechslung die Chance zum 1:1-Halbzeitstand. Nach dem Seitenwechsel sorgte ein Doppelschlag von Mandzukic (51.) und Götze (54.) für die Vorentscheidung, mehr als der Anschlusstreffer von Änis Ben-Hatira (58.) sprang für die nie aufgebenden Berliner aber nicht heraus. „Es ist wichtig gewesen, dass wir kurz nach der Halbzeit das Spiel noch drehen konnten und drei Punkte eingefahren haben“, zog Lahm am frühen Samstagabend dann ein positives Fazit. Franck Ribéry meinte: „Wir hatten drei Spiele zuhause in einer Woche und haben alle drei gewonnen - das ist super!“

Freuen können sich die Bayern-Profis nun über die erste nicht-englische Woche seit Ende August. „In der kommenden Woche haben wir Zeit, um für die nächste Aufgabe in Hoffenheim zu regenerieren“, sagte Guardiola und verordnete seinen Akteuren einen trainingsfreien Sonntag. „Schön, dass wir wieder mal eine normale Woche haben, jetzt mal Samstag-Samstag spielen und ein bisschen den Kopf frei kriegen. Das tut den Spielern sehr, sehr gut“, meinte Lahm ehe er sich auf den Weg nach Hause machte.

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