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'Nochmal ein neues Niveau'

Bayern begeistert mit 'riesiger Kraft'

Die Fans waren begeistert. Von Franck Ribéry, der unaufhaltsam wirbelte. Von Mario Götze, der sein erstes Pflichtspieltor für den FC Bayern erzielte. Von Arjen Robben, der seit Wochen beeindruckend konstant aufspielt. Aber auch von Diego Contento und Daniel van Buyten, die defensiv den Laden komplett dicht hielten, obwohl sie zuvor noch nie als Innenverteidiger zusammengespielt hatten. Und so war es eine rundum überzeugende Leistung, die die Bayern am Mittwochabend beim unterhaltsamen 5:0 (2:0)-Heimsieg gegen ein überfordertes Viktoria Pilsen boten. „Sie haben Spaß am Fußball, das war letztes Jahr bei Jupp schon so. Jetzt haben wir nochmal ein neues Niveau erreicht“, lobte Karl-Heinz Rummenigge.

Ein Niveau, das für neue Bestmarken sorgte: Mit neun Punkten aus drei Spielen und 11:1 Toren sind die Bayern noch nie in der Geschichte in die Champions-League-Gruppenphase gestartet. „Besser geht’s nicht“, merkte Kapitän Philipp Lahm an. Und: 35:1 Torschüsse bzw. eine Differenz von 34 Abschlüssen gab es in einem Spiel der europäischen Königsklasse seit der detaillierten Datenerfassung 2004 gar noch nie! „Unser bester Spieler war der Torwart, der das Spiel so gestaltete, dass es nicht noch schlimmer ausgegangen ist“, musste Pilsens Trainer Pavel Vrba auf der Pressekonferenz nach dem Spiel anerkennen.

'Großer Schritt Richtung Achtelfinale'

Nach einigen ausgelassenen Chancen in der Anfangsphase war es Ribéry, der per Foulelfmeter (25.) den Knoten platzen ließ. Der unermüdliche Alaba (37.) schraubte das Ergebnis noch vor der Pause in die Höhe, ehe in der zweiten Halbzeit Ribéry zauberhaft (61.), Bastian Schweinsteiger geschickt (64.) und Götze eiskalt (90.+1) den Endstand besorgten. „Wir haben jetzt neun Punkte, wir sind in einer guten Position für die nächste Runde“, stellte Pep Guardiola fest. Für Rummenigge war es ein „großer Schritt Richtung Achtelfinale“.

Schon mit einem Sieg in zwei Wochen in Pilsen würden die Bayern dieses Ticket lösen, wenn Moskau bei ManCity nicht gewinnen sollte. In den letzten beiden Partien bei ZSKA und gegen City würde es dann nur noch um den Gruppensieg gehen. Dies aber sei Zukunftsmusik, man müsse weiter ruhig bleiben und konzentriert arbeiten, forderte Guardiola: „Wir haben gut gut gespielt, aber nicht perfekt.“

Auch Lahm, der in der 63. Minute leicht angeschlagen ausgewechselt wurde, nach dem Spiel aber Entwarnung gab, sah - trotz des guten Saisonstarts - noch Luft nach oben. „Wir haben schon einiges vorangetrieben, aber es geht noch viel besser“, sagte der Kapitän, „da bin ich mir zu 100 Prozent sicher.“ Der „extreme Konkurrenzkampf“ treibe die Mannschaft immer weiter an. „Und die Gier nach noch mehr Titeln ist groß.“

Dies bekam auch Pilsen zu spüren. Der tschechische Meister wehrte sich, aber war schlichtweg chancenlos. „Auch unsere Spieler haben ihre Qualität, aber sie spielten gegen eine Mannschaft, die in diesen Tagen den Fußball regiert“, sagte Coach Vrba, dessen Team die höchste CL-Niederlage überhaupt kassierte. „Bayern hat eine riesige Kraft entwickelt, wie ich sie noch nicht erlebt habe.“

Der gegnerische Trainer schwärmte - genau wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß: „Pep Guardiola hat von Jupp Heynckes eine super eingespielte Mannschaft übernommen und neue Elemente reingebracht. Das Ergebnis sehen wir jetzt.“ Vorstandschef Rummenigge ist überzeugt, dass es auch in dieser Saison schwer werden wird, „gegen uns zu gewinnen“. Aber: „Wir tun ganz gut daran, in Ruhe die Dinge anzugehen und nicht schon an das Finale in Lissabon zu denken.“

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