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'Absolutes Topniveau'

Nur 1:1, aber 'wieder großen Schritt' gemacht

1:1. Auswärts. Beim Bundesligadritten. Erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze erklommen. Eigentlich hätten Spieler und Verantwortliche des FC Bayern am späten Samstagabend freudestrahlend die Heimreise nach München antreten können. Eigentlich. Denn dieses Unentschieden fühlte sich an „wie eine Niederlage“, sagte Thomas Müller und sprach seinen Teamkollegen damit aus der Seele. „Es tut sehr weh. Auch, wenn wir wissen, dass wir eigentlich super gespielt haben“, so der Nationalspieler weiter.

Der 3:1-Sieg bei Manchester City unter der Woche war bereits eine Demonstration der Bayern-Stärke. Besser könne man kaum spielen, waren sich anschließend alle einig. Am Samstagabend in Leverkusen aber setzte der FCB spielerisch noch einen obendrauf. Von der ersten bis zur letzten Minute belagerten die Münchner das Tor der Gastgeber. 27:5 Torschüsse, 31:4 Flanken, 90 Prozent angekommene Pässe - doch am Ende nur ein Tor durch Toni Kroos (30.). Und da im Gegenzug Sidney Sam (31.) mit der nahezu einzigen Leverkusener Offensivaktion postwendend den Ausgleich markierte, blieb den Bayern am Ende nur ein Punkt.

„Wir haben alles versucht, alles gemacht. Manchmal gewinnt man, wenn man schlecht spielt. Heute waren wir gut, haben aber nicht gewonnen. So ist das manchmal“, resümierte Pep Guardiola, der nach dem Schlusspfiff noch einige Minuten nachdenklich auf der Trainerbank verharrte. „Normalerweise muss es schon zur Halbzeit 3:1 oder 4:1 stehen“, blickte der überragende Franck Ribéry zurück. Und Müller, der wie in Manchester im Sturmzentrum aufgelaufen war, haderte: „Wir haben einfach zu viele Tormöglichkeiten ausgelassen, auch ich. Da blutet einem als Torjäger das Herz.“

Doch spätestens am Sonntag beim traditionellen Wiesn-Besuch (mehr dazu später bei fcb.de und den FCB.tv News) wird der Ärger wieder verflogen sein, denn: „Es nützt kein Lamentieren, kein Hadern mit dem Schicksal. Es gibt solche Tage“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge. Das Entscheidende sei, dass man gut Fußball spiele. „Und das tun wir im Moment auf absolutem Topniveau“, so der Vorstandsvorsitzende. Auch Guardiola sah später das Positive: „Das Wichtigste ist: Wir sind jetzt Erster in der Tabelle.“

Viel Lob von Leverkusen

20 Punkte nach acht Spielen haben die Bayern nun auf dem Konto - einen mehr als die Verfolger Dortmund und Leverkusen. Nach der Länderspielpause stehen nun zwei Bundesliga-Heimspiele in Folge (Mainz, Berlin) auf dem Programm. Gute Aussichten also. Zumal der FCB sich durch die vergangene Triple-Saison und die jüngsten Auftritte mächtig Respekt verschafft hat. „Wenn man die Ballstafetten sieht, ist das schon Wahnsinn“, sagte Bayer-Innenverteidiger Ömer Toprak, „das machen sie ja nicht nur gegen uns, sondern auch in der Champions League.“

Leverkusens Stefan Reinartz bestätigte: „Wir sind die ganze Zeit nur hinterhergelaufen.“ Ex-Bayer Emre Can sah „hervorragende“ Bayern und gab zu: „Wir hatten richtig Glück.“ Keeper Bernd Leno merkte an: „Ich war ständig unter Beschuss.“ Und Trainer Sami Hyypiä erklärte: „Wir wussten, dass wir sehr gut verteidigen müssen. Ich habe aber nicht gedacht, dass wir so wenige Offensivaktionen haben werden.“

Viel Lob für die Bayern also, die seit nunmehr 33 Bundesliga-Spielen ungeschlagen sind - was für eine Zahl. „Wir müssen so weiterarbeiten, weiter so wie ein Team spielen“, forderte Flügelflitzer Ribéry. Kapitän Philipp Lahm beobachtete, dass die Mannschaft „immer besser“ verstehe, wie Guardiola spielen lassen wolle und stellte - trotz des verpassten Sieges - fest: „Wir haben in dieser Woche wieder einen sehr großen Schritt gemacht.“

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