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'Eine Augenweide'

'Super-super-Team' brilliert in Manchester

„Brilliant Bayern“ schwärmt The Guardian am Donnerstagmorgen, „Bayern Munich masterclass“ liest man in The Times, die den Auftritt des Triple-Siegers „superhuman“ nennt. „City beaten by Bayern brilliance“, heißt es selbst auf der Homepage von Manchester City. Die Kommentatoren überschlugen sich nach dem 3:1 (1:0)-Sieg des FC Bayern beim englischen Vizemeister. Sogar das gegnerische Publikum im Etihad Stadium applaudierte den Münchnern, die von Uli Hoeneß die Bestnote „summa cum laude“ erhielten.

„Ich denke 80 Minuten haben wir heute einen Fußball gesehen, wie ich ihn fast noch nie im Leben gesehen habe“, sagte der FCB-Präsident nach dem Schlusspfiff und attestierte dem Team von Chefcoach Pep Guardiola an diesem denkwürdigen Abend noch eine Steigerung zur letztjährigen Triple-Saison: „Wir hatten vorher ein Super-Team und jetzt haben wir ein Super-super-Team.“

Die Bayern feierten in Manchester den siebten Champions-League-Sieg in Folge (Klubrekord) und den vierten Auswärtssieg in Folge in der Königsklasse (Klubrekord). Sie fügten den Citizens die erst zweite Heimniederlage in der Europacup-Historie zu, die erste Heimniederlage seit 20 Europacupspielen (5 Jahren). Noch nie zuvor hatte ManCity auf europäischer Bühne drei Gegentore vor heimischem Publikum hinnehmen müssen.

„Was unsere Mannschaft heute hier geleistet hat, war wirklich eine Augenweide“, war Rummenigge voll des Lobes, als er kurz nach 23 Uhr Ortszeit beim Bankett im The Lowry Hotel das Mikrofon ergriff. Der FCB-Vorstandschef beglückwünschte „das großartige Team und das Trainerteam mit Pep Guardiola an der Spitze“ und fuhr fort: „Macht weiter so! Dann bin ich überzeugt, dass wir am Ende auch das eine oder andere neben dem Weiß- und Rotwein, der jetzt auf dem Tisch steht, da stehen haben werden.“

Passend zum Ort des Banketts - Namensgeber des Mannschaftshotels ist Laurence Stephen Lowry, der bekannteste Maler Manchesters - hatten die Bayern auf dem Rasen des stimmungsvollen Etihad Stadium höchste Fußballkunst zelebriert. 20:9 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 66 Prozent Ballbesitz lauteten die Zahlen zur bayerischen Dominanz im Nordwesten Englands. Hoeneß sprach von „fast perfektem Fußball“.

'Ein großes Spiel'

Pass- und Kombinationssicherheit, Spielfreude, Pressing, Aggressivität und Laufbereitschaft - alles stimmte an diesem Abend. Die Tore zum hochverdienten Sieg erzielten Franck Ribéry (7. Minute), Thomas Müller (56.) und Arjen Robben (60.). Es wären sogar noch mehr FCB-Treffer möglich gewesen, unter anderem rettete der Pfosten gegen Müller (76.). Guardiola war nach dem Schlusspfiff „überglücklich“. Er habe die beste Saisonleistung seines Teams gesehen. „Es war ein großes Spiel. Die Mannschaft hat in der Vergangenheit gezeigt, wozu sie im Stande ist - daran hat sie heute angeknüpft.“

Selbst die hitzige Schlussphase, in der Alvaro Negredo (80.) die Citizens noch einmal hoffen ließ, Jérôme Boateng mit Rot vom Platz musste (86.) und die Latte bei einem Freistoß von David Silva rettete (87.), konnte die Feierlaune beim FC Bayern nicht trüben. „So ein Spiel auf so einem Rasen, in so einem Stadion, gegen so einen super Gegner - etwas Schöneres gibt es nicht“, sagte Robben, der von der UEFA als Man of the Match ausgezeichnet wurde.

Fokus auf Leverkusen

Nur eines störte die Festtagsstimmung bei Meeresfrüchten, Kalbsschnitzel und Bread-and-Butter-Pudding: der Drei-Tages-Rhythmus. Schon am Samstag steht das Guardiola-Team in Leverkusen vor dem nächsten Spitzenspiel. Und so bat Rummenigge die anwesenden Fans und Sponsorenvertreter, den Spielern beim Bankett möglichst Ruhe zu gewähren: „Sie müssen sich ausruhen. Wir haben am Samstag ein wahnsinnig schweres Spiel.“

Die Spieler selbst richteten den Fokus offenbar ohnehin sofort auf die nächste Aufgabe. Die ersten zogen sich bereits eine Viertelstunde nach Rummenigges Bankettrede auf ihr Zimmer zurück. „Es ist wichtig, dass wir jetzt nicht glauben, es läuft von alleine, dass wir jetzt so weitermachen“, betonte Manuel Neuer. Robben betonte: „Lasst uns ruhig bleiben, mit beiden Füßen auf den Boden. Wir müssen weitermachen!“ Aber eine Statistik nahmen die Münchner nur zu gerne mit ins Bett: Immer wenn der FCB bislang ein Europapokalspiel in England gewann, endete die Saison mit einem Europacupsieg (1996, 2001, 2013)!

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