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Rückkehr und Comeback

Bayerns Joker Götze und Thiago stechen

„Eine Geschichte, die wieder typisch ist für den Fußball. Verrückt.“ Thomas Müller brachte es nach dem 3:0-Sieg des FC Bayern im Spitzenspiel bei Borussia Dortmund kurz und knapp auf den Punkt. Über 60 Minuten hatten sich die beiden Champions-League-Finalisten der letzten Saison auf Augenhöhe begegnet, statt 0:0 hätte es auch 1:1 oder 2:2 stehen können. Dann aber leitete ausgerechnet der kurz zuvor eingewechselte Mario Götze mit seinem Treffer in der 66. Minute den elften Saisonsieg des Rekordmeisters ein.

Ausgerechnet Götze. Zwölf Jahre kickte er für den BVB, mit dem er zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg feierte, ehe er im vergangenen Sommer nach München wechselte. Die Fans der Westfalen bereiteten dem 21-Jährigen bei dessen erstmaliger Rückkehr an die ehemalige Wirkungsstätte alles andere als einen herzlichen Empfang. Doch Götze ließ sich nicht einschüchtern, ganz im Gegenteil. Erst belebte er das Offensivspiel des FCB, dann verzichtete er nach seinem Tor auf große Jubelgesten.

Lob von allen Seiten

„Marios Reaktion zeigt den großen Respekt vor seinem ehemaligen Klub. Er ist eine große Persönlichkeit“, lobte Sport-Vorstand Matthias Sammer den Offensivspieler. Für Trainer Pep Guardiola ist Götze ein „sehr gut erzogener Junge, er hat seinen Verstand beieinander“. Und Kapitän Philipp Lahm meinte: „Alle haben ihn in den letzten Tagen unterstützt. Über seine Qualität müssen wir nicht diskutieren. Er ist ein genialer Fußballer. Das hat man auch beim Tor gesehen.“

Sogar aus dem Lager des BVB gab es hinterher nur positive Worte für den Nationalspieler. Geschäftsführer Hans Joachim Watzke bezeichnete den früheren Dortmunder als „coolen Hund. Die Pfiffe machen ihm gar nichts, das wusste ich vorher.“ Und Götzes ehemaliger Trainer Jürgen Klopp meinte: „Dass Mario in der Lage ist, Tore zu schießen, haben wir auch schon festgestellt. Es war ein schneller Moment, eine gute Ballannahme.“

Guardiolas glückliches Händchen

Götze selbst wollte sich unmittelbar nach dem Spiel nicht über seine Rückkehr nach Dortmund äußern. „Wir wussten, dass es ein sehr, sehr emotionales Spiel wird“, sagte er, nachdem er eine Nacht drüber geschlafen hat, am Sonntag bei FCB.tv News. Den Moment seiner Einwechslung bezeichnete er dabei als „nicht so angenehme Situation, wenn man vom ganzen Stadion ausgepfiffen wird. Es war eine neue Situation für mich, es war nicht so leicht, damit umzugehen.“

Letztendlich war der Edeltechniker aber in erster Linie glücklich über die drei Punkte, die er mit seinem zweiten Saisontor - beide erzielte er als Einwechselspieler - einleitete. Insgesamt war es im 13. Spiel bereits das sechste Jokertor des FC Bayern, so viele erzielte in der laufenden Spielzeit keine andere Bundesligamannschaft. Auch wenn der Kader des Triple-Siegers durch zahlreiche Verletzungen immer wieder dezimiert wird, beweist Guardiola mit seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen.

Thiago hat den Ball vermisst

Das trifft neben Götze auch auf Thiago zu. Drei Monate war der Sommer-Neuzugang zum Zuschauen verdammt, in Dortmund feierte er nach überstandenem Riss des Syndesmosebands ein beachtliches Comeback. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung leitete er mit einem Ballgewinn im Mittelfeld Götzes Führungstreffer ein, kurz vor Schluss leistete er mit einem sehenswerten Zuspiel auf Arjen Robben die Vorarbeit zum vorentscheidenden 2:0.

„Ich habe nur einen Spieler im roten Trikot gesehen und habe den Ball einfach rüber gespielt“, beschrieb der spanische Nationalspieler seinen Traumpass auf Robben, „ich bin sehr glücklich, dass wir bei einem Topteam in Deutschland gewonnen haben“. Nach der langen Verletzungspause war Thiago „sehr glücklich“, endlich wieder auf dem Platz zu stehen. „Ich habe den Ball vermisst, den Fußball“, meinte der 22-Jährige, über den Kollege Götze sagte: „Er ist ein überragender Spieler, wir freuen uns alle, dass wir mit ihm zusammenspielen können.“

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