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Rückblick

FCB gegen BVB - die denkwürdigsten Duelle

88 Mal Bayern gegen Dortmund hieß es bislang in 50 Jahren Bundesliga. Der FC Bayern hat dabei statistisch die Nase klar vorn. 38 Siege feierten die Münchner gegen die Westfalen und holten zudem 28 Remis. 22 Mal hieß der Sieger BVB. Die Tordifferenz lautet aus FCB-Sicht 164:111. Zahlreiche dieser Duelle gingen in die Bundesliga-Geschichte ein. fcbayern.de hat in den Annalen gestöbert und listet die denkwürdigsten Spiele zwischen Bayern und Dortmund auf.

Bayern gegen Dortmund - Tore, Karten, Kurioses

9. September 1967: Libuda dreht auf
Die 40.000 Zuschauer im Dortmunder Stadion Rote Erde werden bestens unterhalten. Zunächst bringt Bundesliga-Debütant Gustav Jung den FCB in Führung, dann dreht Lothar Emmerich mit zwei Treffern die Partie, ehe erneut Jung und Dieter Brenninger für die 3:2-Pausenführung der stürmischen Bayern sorgen. In der zweite Halbzeit dreht dann vor allem einer auf: Stan Libuda. Angeführt vom Dortmunder Außenstürmer, der in dieser Partie insgesamt vier Tore vorbereitet, erzielen Rudi Assauer, Emmerich sowie Reinhold Wosab drei Treffer innerhalb von fünf Minuten. In der Schlussminute sorgt Libuda persönlich für den 6:3-Endstand.

27. November 1971: Rekordsieg
Sage und schreibe zwölf Tore fallen im Grünwalder Stadion, elf davon für den FC Bayern! Gerd Müller trifft vier Mal, Uli Hoeneß und Bulle Roth je zweimal, dazu Franz Beckenbauer, Paul Breitner und Willi Hoffmann. Für Dortmunds Ehrentreffer - zum zwischenzeitlichen 6:1 - sorgt Dieter Weinkauff. Jenes 11:1 ist bis heute der höchste Bundesligasieg des FC Bayern in der Klubgeschichte. Am Ende der Saison werden die Münchner mit 101 Toren Deutscher Meister, Dortmund steigt ab.

21. Mai 1983: Tore im Minutentakt
Zum ersten Mal sitzt der bisherige Co-Trainer Reinhard Saftig auf der Trainerbank des FC Bayern, vier Tage zuvor hat er die Nachfolge von Pal Csernai angetreten. Sein Debüt - sportlich geht es am 32. Spieltag um nichts mehr; Bayern ist Vierter, Dortmund Siebter - wird turbulent. Drei Mal geht der FC Bayern im Westfalenstadion durch Dieter Hoeneß, Udo Horsmann und Klaus Augenthaler in Führung, drei Mal gleicht der BVB durch Marcel Raducanu (2) und Manfred Burgsmüller aus. Dann liegt auf einmal Dortmund vorn, Erdal Keser hat getroffen. Doch der schwarz-gelbe Jubel hält nicht lange an: Noch in derselben Spielminute trifft Karl-Heinz Rummenigge zum erneuten Ausgleich. Die letzten drei Tore fielen innerhalb von nur drei Minuten! Am Ende steht ein 4:4.

9. August 1986: Der Fehlschuss
Eigentlich wäre der erste Spieltag des FCB in der Saison 1986/87 nur eine Randnotiz in den Annalen der Bundesligageschichte gewesen. Jenes 2:2, bei dem Roland Wohlfarth und Lothar Matthäus den FC Bayern im Olympiastadion zweimal in Führung schießen und der BVB durch Daniel Simmens und Michael Zorc zweimal ausgleicht. Eigentlich... Denn beim Stand von 1:1 passiert eine der skurrilsten Szenen in der Ligageschichte: Frank Mill, der sein erstes Ligaspiel für Dortmund bestreitet, läuft allein auf Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff zu, umkurvt diesen - und trifft aus drei Metern den Pfosten! Dass Mill später den 2:2-Ausgleich vorbereitet, war nur ein schwacher Trost.

3. April 1999: Kung-Fu-Kahn
Zum ersten Mal fährt Ottmar Hitzfeld als Bayern-Trainer zu seinem Ex-Klub. Er kommt als souveräner Tabellenführer und erlebt im Westfalenstadion ein hitziges Spiel. Zunächst läuft alles für den BVB, der durch einen Doppelpack von Heiko Herrlich nach einer halben Stunde mit 2:0 führt. Kurz darauf sieht Bayerns Sammy Kuffour auch noch die Rote Karte. Als kurz nach der Pause auch Dortmunds Stefan Reuter mit Gelb-Rot vom Platz muss, schaffen Alexander Zickler und Carsten Jancker den 2:2-Ausgleich. Gesprochen wird nach dem Spiel aber hauptsächlich über Oliver Kahn - und zwar nicht nur weil er in der Schlussphase bei einem Strafstoß von Lars Ricken den Münchner Punktgewinn festhält. Der FCB-Torwart sorgt mit zwei anderen Szenen für Diskussionen: Erst knabbert er am Unterkiefer von Heiko Herrlich, später zeigt er eine Kung-Fu-Einlage gegen Stephane Chapuisat.

4. November 2000: Tore, Tore, Tore
62.000 Zuschauer im Olympiastadion sehen eines der torreichsten Duelle zwischen Bayern und Dortmund. Die Gäste, trainiert von Matthias Sammer, gehen schon in der zweiten Spielminute durch Heiko Herrlich in Führung, was die Bayern erst recht anstachelt. Hasan Salihamidzic und Mehmet Scholl - unter anderem per Flugkopfball - treffen je zweimal, auch Giovane Elber und Paulo Sergio per Hacke sind beim 6:2-Sieg für die Münchner erfolgreich. Otto Addos Treffer zum zwischenzeitlichen 5:2 ist nur noch Ergebniskosmetik. Schlusspunkt ist die Gelb-Rote Karte für Dortmunds Jörg Heinrich.

7. April 2001: Karten, Karten, Karten
Deutlich weniger Treffer fallen im Rückspiel. Die Tore von Roque Santa Cruz und Fredi Bobic sind in diesem Spiel aber ohnehin nur Nebensache, denn das Spitzenspiel Erster (FCB) gegen Zweiter (BVB) geht aus einem anderen Grund in die Bundesligageschichte ein: Bis heute gab es nie mehr Karten in einem Spiel als damals! Zehn Gelbe werden gezählt, plus Platzverweise gegen Bixente Lizarazu (Gelb-Rot), Stefan Effenberg (Rot) und Evanilson (Rot).

9. November 2002: Vorne wie hinten: Koller!
Der amtierende Meister aus Dortmund ist zu Gast beim Tabellenführer in München - und wieder wird es hitzig. Drei Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten (Thorsten Frings, Jens Lehmann) kassiert der BVB im Olympiastadion. Entsprechend viel Kampf und wenig Spielkunst gibt es zu sehen auf dem Rasen, wo Jan Koller die Gäste in Führung bringt. Im zweiten Durchgang drehen Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro die Partie. Einen höheren Sieg verhindert Koller. Der Stürmer hütet ab der 67. Minute das BVB-Tor, nachdem Lehmann vom Platz flog, ihr Auswechselkontingent hatten die Dortmunder da schon erschöpft. Koller hält seinen Kasten sauber und wird vom Fußball-Fachmagazin kicker  sogar in der Elf des Tages geführt – als Torwart.

13. April 2008: Klare Sache
Drei Tage nach dem Wunder von Getafe sind den Bayern die 120 Minuten des aufreibenden UEFA-Pokal-Viertelfinalrückspiels nicht anzumerken. 69.000 Zuschauer in der Allianz Arena sehen eine Gala des souveränen Bundesliga-Tabellenführers: Luca Toni (2), Lukas Podolski, Zé Roberto und Andreas Ottl treffen zum 5:0-Sieg der Münchner, schon zur Pause steht es 4:0. Kurios: Eine Woche später treffen beide Mannschaften im DFB-Pokalfinale erneut aufeinander. Diesmal mit deutlich knapperen Ausgang: Nach Verlängerung feiert der FCB einen 2:1-Erfolg, erneut hat Toni doppelt getroffen.

12. September 2009: Müllers Durchbruch
Beim höchsten Auswärtssieg des FCB in Dortmund können die Gastgeber den Münchnern nur eine halbe Stunde lang Paroli bieten. Mats Hummels bringt den BVB sogar in Führung, Mario Gomez trifft zum 1:1-Pausenstand. Im zweiten Durchgang schießen Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry und der eingewechselte Thomas Müller mit seinen ersten beiden Bundesligatoren einen klaren 5:1-Erfolg heraus. Seitdem ist Müller Stammspieler.

26. Februar 2011: Die Serie reißt
Als souveräner Tabellenführer reist Dortmund in der Allianz Arena - und feiert den ersten Sieg in München seit 19 Jahren. In einem mitreißenden Spitzenspiel gleicht Luiz Gustavo nach einer Viertelstunde die Dortmunder Führung durch Lucas Barrios aus. Nuri Sahin und Mats Hummels lassen am Ende aber doch die Gäste jubeln - 1:3 aus Sicht des FCB.

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