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'Per se fantastisch'

Mit Rekord und Willen ins Achtelfinale

Das erste Zwischenziel ist erreicht. Nach nur vier von sechs Spieltagen ist der FC Bayern als erste Mannschaft neben Manchester City ins Champions-League-Achtelfinale eingezogen. „Dazu möchte ich der Mannschaft und den Trainern herzlich gratulieren“, sagte Karl-Heinz Rummenigge kurz nach Mitternacht auf dem Bankett. Auch Uli Hoeneß war „total zufrieden. Wir sind der einzige Klub, der nach vier Spielen zwölf Punkte hat. Das ist per se eine fantastische Sache.“

So herausragend die Zwischenbilanz ist - noch nie zuvor wies der FCB nach vier CL-Gruppenspielen eine so gute Ausbeute (12 Punkte, 12:1 Tore / siehe eigener Bericht) vor -, so hart mussten die Bayern in Pilsen dafür arbeiten. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, deshalb war es eine enge Kiste“, meinte Thomas Müller. Und doch „braucht man nicht groß negativ zu werden“, erinnerte der WM-Torschützenkönig an die Einstellung des CL-Siegrekords: „Neun Siege in Folge zeigen, wie konstant diese Mannschaft ist.“

Der Weg zur Bestmarke des FC Barcelona, der 2002/03 ebenfalls neun Spiele in Folge in der Königsklasse hatte gewinnen können, war weit. Zwar erspielten sich die Bayern früh ein Chancenplus, das Bastian Schweinsteiger mit seinem Pfostenschuss (16. Minute) fast in die frühe Führung umgemünzt hätte. Insgesamt aber zeigte Pilsen mit einem stellenweise forschen Auftritt, warum man dem tschechischen Meister unbedingt mit „Respekt“ begegnen müsse, wie nicht nur Rummenigge vor dem Spiel gesagt hatte.

Matchwinner Mandzukic

„Wenn du in der Champions League spielst, ist es immer gefährlich“, hatte auch Pep Guardiola geahnt, dass seiner Mannschaft in Europas Kulturhauptstadt 2015 kein Spaziergang bevorstehen würde. „Pilsen ist eine gute, gute Mannschaft.“ Und die Tschechen stellten dann auch unter Beweis, dass mehr in ihnen steckt, als sie beim Hinspiel (5:0) in der Allianz Arena angedeutet hatten. Zum Beispiel kurz vor der Pause, als Kolar knapp über den Giebel köpfte (37.).

Nach dem Wechsel erhöhte der deutsche Rekordmeister die Schlagzahl – und kam durch Lahm (49.), Ribéry (52.) und Van Buyten (56.) prompt zu drei guten Gelegenheiten. 22 Torschüsse notierten die Statistiker insgesamt für die Bayern. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns viele Chancen herausgespielt“, befand auch Guardiola, der zum wiederholten Mal ein glückliches Händchen bewies und mit Mario Mandzukic den Siegtorschützen einwechselte. Mit einem Kopfball gegen die Laufrichtung ließ er dem starken Pilsen-Keeper keine Chance und markierte das siegbringende 1:0 (65.).

Sammer lobt Willen

„Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Mannschaft den Willen aufbringt, diese Spiele zu gewinnen, auch wenn es mal nicht so gut läuft“, zeigte sich Sportvorstand Matthias Sammer mit den „sehr, sehr guten“ Ergebnissen zufrieden, auch wenn man an manchen Dingen „noch ein bisschen arbeiten“ müsse. „Aber wir befinden uns nach wie vor in einem Prozess und müssen weiter zusammenwachsen.“

Gelegenheit dazu gibt es reichlich. Nach der geglückten Qualifikation fürs Champions-League-Achtelfinale stehen nun wichtige Spiele in der Bundesliga auf dem Programm. Den Anfang macht schon am Samstag das Derby gegen den FC Augsburg in der Allianz Arena. Guardiola erwartet wieder ein „schwieriges Spiel“. Doch auch für die weniger einfachen Aufgaben hatte der FC Bayern bislang am Ende ja immer eine Lösung parat.

Für fcbayern.de in Pilsen: Marco Donato

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