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'Ein Wunsch-Wochenende'

'Gieriger' FCB freut sich über ein 'gutes Polster'

Flughafen Dortmund. Samstagabend, 21:30 Uhr. Der Bayern-Bus fährt vor, die Spieler steigen aus. Zahlreiche Fans haben sich zu später Stunde versammelt, um ihre Helden gebührend zu feiern und in Richtung Heimat zu verabschieden. Die Autogramme von Philipp Lahm, Manuel Neuer, Arjen Robben, Mario Götze und Co. sind heiß begehrt, die Fans klopfen ihren Stars auf die Schulter. Dann verschwindet der Bayern-Tross, auf geht’s in die Lufthansa-Sondermaschine. Die Stimmung an Bord nach dem tollen 3:0 (0:0)-Sieg bei Borussia Dortmund: Fröhlich, aber nicht euphorisch.

Denn die Bayern wissen - trotz des nun komfortablen Vorsprungs an der Tabellenspitze von vier Punkten auf Leverkusen und sieben auf den BVB: „Wir müssen die Fähigkeit behalten, dass wir noch nicht perfekt sind. Wir haben zwar jetzt ein gutes Polster, aber es bleibt noch viel Arbeit. Wir sind noch nicht am Gipfel angekommen.“ Pep Guardiola ist ein Perfektionist. Und so gefiel ihm nicht alles, war er in den 90 intensiven Minuten im Signal-Iduna-Park von seiner Mannschaft geboten bekam. Einiges aber war wieder einmal zum Genießen.

Die Anfangsphase. Die letzten zehn Minuten vor der Halbzeit. Und fast der komplette zweite Durchgang mit den drei späten Toren durch den eingewechselten Mario Götze (66.), den äußerst agilen Arjen Robben (85.) und den unermüdlichen Thomas Müller (87.). „Da waren wir richtig gut“, fand der spanische Cheftrainer, „es war insgesamt unglaublich schwer, Dortmund zu attackieren. Sie sind perfekt organisiert.“

Überzahl im Mittelfeld entscheidend

Auch die Bayern standen defensiv kompakt. Die eine oder andere Dortmunder Gelegenheit konnten aber auch Jérôme Boateng, Dante und Co. nicht verhindern. „Sie sind nie zu 100 Prozent zu fassen - auch von uns nicht“, weiß Müller. Manuel Neuer hielt sein Tor dank einiger starker Reflexe dennoch sauber. Und vorne liefen die Kombinationen nach den Einwechslungen von Götze und Thiago flüssiger. Die „Überzahl im Mittelfeld“ sei schlussendlich verantwortlich gewesen für den Sieg beim letztjährigen Champions-League-Finalisten, analysierte Guardiola.

„Das war ein Wunsch-Wochenende“, resümierte Kapitän Lahm nach Schlusspfiff in den Katakomben, „wenn wir so weitermachen, wird es für jeden Gegner schwer.“ Allerdings erinnerte er auch daran, dass die Partie lange „auf Messers Schneide“ gestanden hatte. „Jeder hatte seine Phase. Am Schluss haben wir unsere spielerische Klasse gezeigt“, so Lahm. Kumpel Müller merkte an, dass noch nicht alles perfekt passe. „Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Wir nehmen die sieben Punkte Vorsprung auf Dortmund gerne mit.“

'Wieder richtig gierig'

Neben der spielerischen Klasse war am Ende am Samstagabend auch die kämpferische Einstellung entscheidend. Eine Tatsache, die vor allem Sportvorstand Matthias Sammer gefiel. „Wir sind wieder richtig hungrig, richtig gierig“, stellte er fest, „das ist die Botschaft für die nächsten Wochen bis Weihnachten.“ Man müsse den eingeschlagenen Weg - der FCB ist seit 38 BL-Partien unbesiegt - nun „konsequent“ weitergehen. Die Spieler sahen dies ähnlich. Müller: „Ich kann mich nicht im November hinstellen und über die Meisterschaft sprechen.“

Das Träumen überlassen die Bayern-Stars lieber ihren Fans, die ihr Team in Dortmund super unterstützten und nach dem Spiel minutenlang hochleben ließen. „Alle Spieler auf der Welt wollen bei so einem Spiel dabei sein“, blickte Neuzugang Thiago beeindruckt von der Atmosphäre nach seinem Comeback zurück. Dann machte er sich mit Rucksack bepackt auf den Weg in den Bus. Heimreise und Regeneration standen an, denn schon am Dienstagmorgen heben die Bayern schon wieder ab: Zum Champions-League-Gruppenspiel nach Moskau.

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