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Ausfälle 'keine Entschuldigung'

Mit viel Mut gegen konterstarken BVB

Auch Pep Guardiola hat sich angesteckt. Bayern gegen Dortmund. Ein richtiger Leckerbissen, mehr geht im deutschen Fußball derzeit nicht. Und so betrat der Cheftrainer des FC Bayern am Freitagmittag mit einem breiten Grinsen das Podium im Mediencenter zur Pressekonferenz. Das Fieber hat ihn gepackt. „Für solche Spiele spielen wir Fußball oder sind Trainer“, schwärmte Guardiola am Tag vor dem Bundesliga-Hit bei Borussia Dortmund (Samstag, ab 18:30 im Liveticker und im Webradio bei FCB.tv), „wir sind glücklich über diese Gelegenheit. Das ist ein großes, großes Spiel.“

In dem allerdings einige große Spieler fehlen werden. Franck Ribéry ist auf Bayern-Seite der jüngste und neben Bastian Schweinsteiger (Sprunggelenks-OP) schmerzhafteste Ausfall. Dazu müssen weiterhin Xherdan Shaqiri, Claudio Pizarro (beide Muskelverletzungen) und Holger Badstuber passen. Allesamt Hochkaräter. Guardiola aber erklärte: „Das ist keine Entschuldigung. Ich hasse Entschuldigungen!“ Natürlich seien diese Ausfälle „ein bisschen ein Problem, aber ich bin vor allem traurig für die Spieler“, so der Coach.

Den Dortmundern ergeht es nicht viel besser. Nach dem Aus von Neven Subotic (Kreuzband-Operation) sowie Mats Hummels (knöcherner Bandausriss am Fersenbein) und Marcel Schmelzer (Muskelfaserriss in der Wade) ist bei Jürgen Klopp in der Defensive großes Improvisationstalent gefragt, zumal ein Einsatz von Lukasz Piszczek (nach Hüftoperation) noch zu früh käme. In der Not wurde der zuletzt vereinslose Ex-Nationalspieler Manuel Friedrich bis zum Saisonende verpflichtet.

Lieber gegen eine Top-Elf

Der 34-Jährige, der sein letztes Pflichtspiel am 18. Mai dieses Jahres mit Leverkusen in Hamburg bestritt, könnte gegen die Bayern gemeinsam mit Sokratis die Innenverteidigung bilden. „Ausdauermäßig ist er in außergewöhnlich guter Verfassung“, sagte Klopp. Aber auch andere Varianten mit Sven Bender oder Sebastian Kehl in der Viererkette wären denkbar. Und Erik Durm steht parat, Schmelzer wie schon häufiger links zu vertreten.

Schlussendlich werden aber sowohl die Bayern als auch der BVB mit einer Topmannschaft antreten. Klopp: „Es ist alles möglich - und mit dieser Möglichkeit sollten wir verantwortungsvoll umgehen.“ Guardiola und Matthias Sammer wäre es sogar lieber gewesen, wenn sämtliche Stars der Borussia fit gewesen wären. „Jetzt geht man überall so ein bisschen in die Rolle hinein, in der sehr stark die Mitleidsschiene gespielt wird“, merkte Bayerns Sportvorstand an, „ich hoffe nicht, dass wir uns davon leiten lassen.“

Dortmund stärker als Real Madrid

Zumal der BVB für Guardiola „im Umschaltspiel die beste Mannschaft der Welt“ ist. In seiner Zeit beim FC Barcelona habe er oft gegen Real Madrid gespielt. Dies sei ebenfalls ein extrem konterstarkes Team gewesen - mit den pfeilschnellen Angel di Maria oder Cristiano Ronaldo. Dortmund aber sei nochmal ein anderes Kaliber. „Sechs oder sieben“ Spieler würden dort bei Ballgewinn in höchstem Tempo Richtung gegnerisches Tor ausschwärmen, so Guardiola. „Wenn wir sie laufen lassen, haben wir keine Chance.“

Stattdessen müsse sein Team am Samstagabend mit viel Mut antreten. Sonst sei es „unmöglich“ in Dortmund zu gewinnen. „Wir müssen uns auf unsere Arbeit und Spielweise konzentrieren. Wir müssen so gut wie möglich spielen“, forderte Guardiola, der es dann eilig hatte, den Pressekonferenzraum in Richtung Leistungszentrum zu verlassen. Dort warteten die Spieler, die spätestens beim Abschlusstraining auch das Fieber packte.

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