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WM-Qualifikation

Letzte Chance für Ribéry und Mandzukic

Es wird ernst für Franck Ribéry und Mario Mandzukic. Nach den Playoff-Hinspielen in der WM-Qualifikation müssen die beiden Profis des FC Bayern um die Teilnahme an der Endrunde im kommenden Jahr in Brasilien bangen. Während den Kroaten nach einem 0:0 in Island bereits ein knapper Sieg für die Qualifikation genügt, stehen die Chancen für Frankreich nach der 0:2-Niederlage in der Ukraine alles andere als günstig.

Einen 0:2-Rückstand hat in den WM-Ausscheidungsspielen noch kein Team wettmachen können. Die Ukrainer mit dem ehemaligen FCB-Profi Anatoliy Tymoshchuk sind seit einem Jahr ungeschlagen und seit acht Spielen ohne Gegentor. Die jüngsten vier Auswärtsspiele gewann der EM-Co-Gastgeber von 2012 allesamt. Dennoch gibt man sich im Lager der Équipe tricolore vor dem Rückspiel am Dienstagabend in Paris kämpferisch. „Wir haben die Fähigkeit es umzudrehen. Wir müssen es nur machen“, meinte Trainer Didier Deschamps.

„Wir sind bereit auf dem Platz zu sterben, um die Leute stolz zu machen, die uns unterstützen“, kündigte Arsenal-Stürmer Olivier Giroud an. Einmal mehr ruhen die Hoffnungen dabei auf Europas Fußballer des Jahres Ribéry, der im Hinspiel in Kiew nicht an seine zuletzt starken Leistungen im Bayern-Trikot anknüpfen konnte. „Natürlich wusste die Ukraine um seine Gefährlichkeit. Sie haben sehr aggressiv gegen ihn gespielt, viele Fouls begangen und die Räume eng gemacht“, nahm Deschamps Ribéry in Schutz.

Ein Scheitern am Dienstag im Stade de France könnte nicht nur Ribérys Traum von der Zuckerhut-WM zerstören, sondern sogar das Ende seiner Karriere im Trikot der Équipe tricolore bedeuten, wird in Frankreich spekuliert. Dazu darf es nicht kommen, meinen auch Alt-Internationale wie sein Ex-Kollege im Nationaltrikot und Vorgänger beim FC Bayern, Bixente Lizarazu. Per Twitter zählte der Weltmeister von 1998 auf, was im Rückspiel notwendig sei: 1. Körperlicher Einsatz, 2. emotionale Körpersprache, 3. intelligente Taktik.

Etwas besser gestaltet sich die Ausgangslage für Mandzukic und die Auswahl Kroatiens nach dem torlosen Remis in Island, auch wenn es im Land des WM-Dritten von 1998 dafür reichlich Kritik Seitens der Medien gab. Unterstützung erhielt das Team hingegen von kroatischen Trainerlegenden. „Schafft doch nicht eine schlechte Atmosphäre! Das Resultat des ersten Spiels war positiv“, sagte beispielsweise Miroslav Blazevic.

Das sah auch der ehemalige Bayern-Profi Niko Kovac so. „Ich bin unzufrieden, aber doch überzeugt, dass wir nach Brasilien fahren werden“, sagte der gebürtige Berliner, der seit Oktober die sportliche Verantwortung der Nationalmannschaft trägt, nach dem 0:0 in Reykjavik. Dennoch müssen die Kroaten vor dem Rückspiel in Zagreb auf der Hut sein. Die großen Außenseiter aus Nordeuropa glauben ebenfalls fest an ihre Chance, erstmals überhaupt an einer WM-Endrunde teilzunehmen.

„Es war sehr wichtig, keinen Gegentreffer zu kassieren und wenn wir ein Tor machen in Kroatien, müssen sie zwei machen“, sagte Islands schwedischer Trainer Lars Lagerbäck, der 2006 sein Heimatland und 2010 Nigeria bei der WM betreut hatte. „Die Ausgangslage ist 0:0. Die Kroaten werden alles nach vorn werfen, um Tore zu machen. Aber sie müssen aufpassen, dass sie nicht zu offensiv werden. Das wird ein Pokerspiel und somit keine ideale Situation für die Kroaten. Ein 1:1 wäre für uns genug“, meinte auch Rekordnationalspieler Runar Kristinsson.

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