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Noch einmal quälen

FCB will 'einzigartige Möglichkeit' nutzen

Palmen, Meer, Sonne. Marokko ist das perfekte Land, um dem deutschen Winter zu entfliehen und ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen. Der FC Bayern aber befindet sich wenige Tage vor Weihnachten definitiv noch nicht im Urlaubsmodus - das hat er am Dienstagabend beim souveränen 3:0 (2:0)-Sieg im Halbfinale der Klub-WM gegen Guangzhou Evergrande eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ein Sieg noch, am kommenden Samstag im Endspiel in Marrakesch, dann wäre dieses unglaubliche Jahr 2013 noch unglaublicher. Dann dürfte sich der FC Bayern „beste Mannschaft der Welt“ nennen. „Das wäre schon nicht so schlecht“, findet Toni Kroos.

Noch muss dieses Finale natürlich erst einmal gewonnen werden. Die Art und Weise, wie die Mannschaft von Pep Guardiola in Agadir gegen den asiatischen Champions-League-Sieger aufgetreten ist, lässt die Bayern-Fans allerdings mehr als träumen. „Ich bin sehr zufrieden“, erklärte Guardiola, „wir sind die Aufgabe seriös und konzentriert angegangen, haben das Spiel kontrolliert und kaum Konter hinnehmen müssen.“ Sportvorstand Matthias Sammer war ebenfalls „happy“, dass das Team keine Anzeichen von Nachlässigkeit zeigte.

Rund 15 Minuten lang hatten die wacker kämpfenden Chinesen von Trainer Marcello Lippi dem FCB das Leben schwer gemacht, ehe die Offensivmaschinerie der Münchner so richtig anlief. Franck Ribéry (41.), der von den marokkanischen Fans bei seiner Auswechslung in der zweiten Halbzeit euphorisch gefeiert wurde, schoss die Bayern auf die Siegerstraße. Die beiden Marios - Mandzukic (44.) und Götze (47.) - schraubten das Ergebnis wenig später in die Höhe.

Marcello Lippi verneigt sich

„Es war eine Frage der Zeit, bis wir die Tore machen“, analysierte Kroos, „wir haben es sehr, sehr seriös runtergespielt.“ Für Kapitän Philipp Lahm war die richtige Einstellung „das A und O. Wir haben konzentriert agiert, das war unser Trumpf.“ Das 3:0 war am Ende sogar schmeichelhaft für die Chinesen, die den teilweise toll kombinierenden Bayern-Stars wenig entgegenzusetzen hatten. Italiens Weltmeistercoach Lippi musste zugeben: „Wir haben diese Übermacht nicht aufhalten können. Man hat heute den Unterschied zwischen der stärksten Mannschaft der Welt und den anderen gesehen.“

Ein Sieg fehlt, um sich tatsächlich mit diesem „prestigeträchtigen Titel“ (Guardiola) schmücken zu dürfen. „Das ist vielleicht eine einzigartige Möglichkeit“, glaubt Bayerns Trainer, „dieses Finale ist für Jupp, für sein Team.“ Wie es sich anfühlt, den weltweiten Thron zu besteigen, weiß Claudio Pizarro, der 2001 - nach dem Champions-League-Sieg - mit den Bayern in Tokio gegen die Boca Juniors triumphierte.

„Mein erster Titel mit Bayern war das damals“, blickte der Peruaner zurück und erinnerte sich: „Ein Superspiel war das. Sammy Kuffour hat damals das entscheidende Tor gemacht.“ Die Atmosphäre bei diesem Endspiel sei genial gewesen, berichtete Pizarro strahlend. Nun, zwölf Jahre später, greift Pizarro mit seinen Bayern also erneut nach dem Pokal. Im letzten Spiel 2013 werden die FCB-Stars der Müdigkeit zum Trotz nochmal um ihr Leben laufen. Lahm: „Jeder will diesen Titel! Nur dann können wir beruhigt in den Urlaub gehen.“

Für fcbayern.de in Marokko: Nikolai Kube

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