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'Unglaublicher Siegeswille'

Dezimierter FCB geht an seine 'Grenzen'

Sie hüpften. Sie tanzten. Sie feierten. Die Fans des FC Bayern hatten - wie so oft in den vergangenen Monaten - mächtig gute Laune. Kein Wunder, hatte ihr Team doch durch das letztlich souveräne 2:0 (1:0) in Augsburg das Pokal-Viertelfinale gebucht. Auch Spieler und Verantwortliche des Rekordmeisters waren erleichtert, die Sorge um das Wohl des verletzt ausgewechselten Arjen Robben aber drückte auf die Stimmung. „Ich hoffe, dass er vielleicht in 14 Tagen wieder spielen kann“, erklärte Matthias Sammer nach Schlusspfiff in den Katakomben der Augsburger SGL arena.

Am Donnerstag aber folgte die bittere Diagnose: Robben, einer der überragenden Spieler der letzten Wochen, wird dem FC Bayern rund sechs Wochen fehlen (eigener Bericht). Die nächste Hiobsbotschaft für Pep Guardiola, dessen Team derzeit vom Verletzungspech gebeutelt wird. Immerhin feierte Franck Ribéry in Augsburg sein Comeback. Auch Xherdan Shaqiri und Claudio Pizarro stehen nach ihren Muskelbündelrissen auf dem Sprung in den Kader. „Wir haben die Hoffnung, dass der eine oder andere bald wieder zurückkommt“, kündigte Sammer an.

In Augsburg fehlten dem FCB zahlreiche Leistungsträger - unter anderem die beiden Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Dennoch setzten sich die Münchner nach 90 umkämpften Minuten verdient durch. „Es fällt nicht auf, dass wir extrem viele Verletzte haben. Das ist der Bonus, den wir anderen Mannschaften gegenüber haben“, merkte Thomas Müller an, der mit seinem Treffer (72.) für die endgültige Entscheidung gesorgt hatte. Zuvor schoss der zu diesem Zeitpunkt noch topfitte Robben (4.) den FCB in Führung.

'Das ist kein Selbstläufer'

„Es war keine leichte Nummer“, analysierte Mario Götze, „wir haben schon bessere Spiele gezeigt.“ Manuel Neuer, der im DFB-Pokal zum sechsten Mal in Folge ohne Gegentor blieb (Vereinsrekord!), gab zu bedenken, dass es für Augsburg das „Spiel des Jahres“ gewesen sei. „Sie haben mit allen Mitteln gekämpft.“ Daher sei es ein hartes Stück Arbeit gewesen. Müller ergänzte: „Wir haben unsere Pflicht erfüllt.“

Coach Guardiola stellte den „unglaublichen Siegeswillen“ seiner Mannschaft heraus. „Ich habe mittlerweile realisiert, warum Bayern in den letzten Jahren so viel Erfolg hatte.“ Von widrigen Umständen wie in Moskau oder zahlreichen Ausfällen wie in Augsburg lassen sich Peps Bayern schlichtweg nicht aus dem Konzept bringen. Zwar erspielten sich bissige Augsburger einige Chancen, der Sieg der Münchner aber geriet zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.

„Das Ergebnis ist gut. Wir sind zufrieden“, stellte Sportvorstand Sammer fest und merkte an: „Die Mannschaft geht immer wieder an ihre Grenzen, das ist kein Selbstläufer. Es gibt keine Geschenke.“ Man könne in dieser Phase mit so vielen Verletzten nicht immer glänzen. Dass der FCB derzeit alles gewinne, sei nicht selbstverständlich, so Sammer. „Wichtig ist, dass wir eine Runde weiter sind!“ Und dass Arjen Robben hoffentlich im kommenden Jahr schnell zu alter Stärke zurückfindet.

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