präsentiert von
Menü
Dank 'harter Arbeit'

Lahm: 'Die Titel sind endlich gepurzelt'

„Entspannt, ruhig, angenehm“: Der freie Tag hat Philipp Lahm sichtlich gutgetan. Der Kapitän des FC Bayern nutzte die von Pep Guardiola verordnete Pause für eine ausgiebige Runde auf dem Golfplatz, wo der 30-Jährige kurz abschaltete von den „intensiven Einheiten“, mit denen sich der Klub-Weltmeister derzeit in Katar auf die Rückrunde vorbereitet.

Spaß hat Lahm aber auch an der Arbeit. Daran änderte auch der heftige Regenguss nichts, der sich vor, während und nach der ersten Einheit des Tages über das Gelände ergoss. „Wir haben top Bedingungen, um uns auf die Rückrunde vorzubereiten“, meinte Lahm. Zu tun gibt es jedenfalls einiges, wie der Kapitän wissen ließ.

„Man kann sich immer überall verbessern“, merkte der Defensivstratege an, der konkrete Ansatzpunkte ins Feld führte. „Wir spielen dominant, haben aber immer wieder Phasen, wo wir dem Gegner die Chance geben, zurückzukommen. Das müssen wir abstellen“, forderte Lahm. Möglich sei dies allemal, denn: „Wir haben das Potenzial, über mehrere Spiele hinweg den Gegner 90 Minuten lang zu kontrollieren.“

Variantenreicher soll das Spiel des FC Bayern zudem werden. Im Testspiel gegen Al-Merrikh (2:0) vergangenen Donnerstag hat der FC Bayern ein paar „Optionen durchgespielt. Vielleicht wenden wir sie auch mal an.“ In der zweiten Halbzeit etwa ließ Guardiola seine Elf mit einer Dreierreihe verteidigen. Für derlei Versuche eignen sich Partien wie gegen den sudanesischen Meister besonders, wie Lahm betonte: „Wenn wir das nicht in einem Testspiel ausprobieren, wann dann?“

Längst über den Experimentierstatus hinaus ist Lahms Rolle als Mittelfeldspieler, die der 30-Jährige gegen Al-Merrikh wieder ausführte. „Ob Rechtsverteidiger oder im Mittelfeld - ich fühle mich auf beiden Positionen wohl“, sagte der Nationalmannschaftskapitän, „mir macht es Spaß, mich solchen Herausforderungen zu stellen.“

Dass Lahm sich auch in der Zentrale prima zurecht findet, hat Matthias Sammer indes „nicht überrascht“ - im Gegenteil. Vielmehr bedachte der Sportvorstand den gebürtigen Münchner mit einem Riesenlob: „Philipp ist einer der größten Spieler, die wir in der Geschichte des deutschen Fußballs je hatten.“

'Vielleicht kriege ich das noch hin'

In jedem Fall Geschichte geschrieben haben Lahm und die Bayern mit dem „absoluten Ausnahmejahr“ 2013. „Da sind die Titel endlich gepurzelt“, freute sich der Kapitän, dafür habe man „hart“ gearbeitet. Ein Jahr, das auch für ihn persönlich noch nachwirken könnte, denn der 30-Jährige darf sich große Hoffnungen auf einen Platz in der FIFA-Weltelf machen, die am kommenden Montag beim Ballon d’Or in Zürich bekanntgegeben wird. „Das wäre eine große Ehre“, findet Lahm, der schon in der Nominierung etwas „ganz Besonderes“ sieht.

Fragt sich eigentlich nur noch, auf welcher Position der Defensivspezialist für die Weltelf auflaufen würde. Guardiola kündigte zwar augenzwinkernd an, dass der Stratege zur Not auch im Sturm aushelfen könne. Ganz vorstellen kann sich der Kapitän das aber noch nicht: „Wenn ich ehrlich bin: So richtig torgefährlich bin ich nicht“, lacht Lahm, „aber ich bin ja erst 30. Vielleicht kriege ich das noch hin.“

Für fcbayern.de in Doha: Marco Donato

Weitere Inhalte