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'Wir sind glücklich'

Rekord-Bayern belohnen sich für großen Kampf

1:45 Uhr in München. Die Lichter in den Häusern waren längt erloschen, die Fernseher ausgeschaltet. Doch wer in jener Minute zufällig auf die Säbener Straße blickte, sah den Mannschaftsbus des FC Bayern anrollen, dessen Scheinwerfer für einen kurzen Moment die Nacht erhellten. An Bord: Müde, aber glückliche Bayern, die nach dem 2:1-Sieg in Stuttgart drei Punkte in die 230 Kilometer entfernte Heimat mitnehmen durften.

So ganz nach Wunsch hatte das Nachholspiel im Schwabenland aber nicht begonnen. „In der ersten Halbzeit hatten wir viel Ballbesitz“, wie Philipp Lahm angesichts einer Quote von bis zu 80 Prozent (!) Spielanteilen analysierte. Der Ertrag jedoch fiel zunächst nicht sonderlich üppig aus, weil der Klub-Weltmeister zumindest über weite Strecken des ersten Abschnitts „nicht so konsequent“ agierte, wie Lahm ergänzte.

Mit Geduld und Timing

Und dann war da ja noch der Gegner. Mit Mut und Leidenschaft gelang es dem VfB, die Bayern vor große Aufgaben zu stellen. „Stuttgart hat uns kaum Möglichkeiten gegeben, in die Tiefe zu spielen. Wir haben den entscheidenden Pass nicht gefunden“, wie Lahm anerkennend meinte. Noch größer wurde die Herausforderung, als Vedad Ibisevic nach einer knappen halben Stunde sogar die Führung für den Tabellenzwölften markierte - und die war gleichbedeutend mit dem ersten Pausenrückstand für den FCB seit dem 19. Oktober 2013 (0:1 gegen Mainz, Endstand: 4:1).

Doch welche Aufgabe man diesem FC Bayern auch stellt - in jeder neuen Hürde sieht der Triple-Sieger scheinbar eine zusätzliche Motivation. „In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit und nach der Pause haben wir besser gespielt und mehr Chancen kreiert“, sagte Pep Guardiola im Anschluss, und sein Kapitän ergänzte, dass es „in der zweiten Halbzeit immer besser“ wurde. Da habe die Mannschaft gezeigt, dass sie „geduldig spielen und zur richtigen Zeit die Tore machen kann“.

Spätestens mit seinem Doppelwechsel nach einer Stunde - Claudio Pizarro und Mario Mandzukic kamen in die Partie - stellte Guardiola alle Zeichen auf Attacke. Während der Kroate sich überaus erfolgreich in jeden Zweikampf haute, belohnte der Peruaner die immer konsequenter werdenden Offensivbemühungen der Bayern eine Viertelstunde vor Schluss mit dem 1:1. Ein Punkt auswärts - damit kann man leben. Oder?

'Wir haben sehr viel gekämpft'

Nein - der Tabellenführer wollte mehr. Unerbittlich spielten die Bayern weiter aufs zweite Tor, wohlwissend, dass sie auch am Ende dieser kraftraubenden Partie noch in der Lage sein würden, dieses Spiel gegen unangenehme und immer noch emsige Stuttgarter für sich zu entscheiden. „Wir haben sehr viel gekämpft hier“, meinte Dante, der sich mit gepflastertem Gesicht den Fragen stellte. Thiago brachte die Maxime auf den Punkt: „Wir haben bis zum Ende versucht, einen Sieg zu erringen.“

Der Spanier selbst sorgte mit einem sensationellen Seitfallzieher für den umjubelten Schlussakkord - und das in der 93. Minute, als sich - bis auf die Bayern - viele schon mit dem Unentschieden arrangiert hatten. „Am Ende freuen wir uns, dass wir die Punkte mit nach Hause nehmen“, meinte Dante erleichtert. „Wir haben den Vorsprung vergrößert“, freute sich auch Guardiola über das auf 13 Zähler angewachsene Punktepolster, „wir sind glücklich“. Und die Müdigkeit? Die war nach ein paar Stunden Schlaf längst wieder verflogen.

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