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Hartelijk gefeliciteerd!

Robben feiert 30. Geburtstag

Mit dem 30. Geburtstag ist das ja so eine Sache. Manche ignorieren ihn. Manche fürchten ihn. Manche verkriechen sich vor ihm. Arjen Robben kann an diesem Donnerstag - abgesehen vom anstehenden Rückrundenstart - total entspannt sein 30. Wiegenfest begehen. Denn sein zurückliegendes Lebensjahr hat dem holländischen Flügelflitzer „eine gewisse Ruhe“ verliehen, wie er sagt, besonders jener Moment am 25. Mai 2013.

Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion, es steht 1:1 zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Dann schlägt Jérôme Boateng einen langen Ball aus der eigenen Hälfte an den generischen Strafraum, Franck Ribéry steckt mit der Hacke durch in den Lauf von Robben und der streichelt die Kugel mit der Innenseite seines linken Fußes an BVB-Torhüter Roman Weidenfeller vorbei - wie in Zeitlupe kullert der Ball über die Torlinie! 2:1! Der Triumph!

Vorbild Romario überholt

Es war ein Treffer für die Ewigkeit, mit dem sich Robben in seiner vierten FCB-Saison endgültig einen Platz in der Heldengalerie des Rekordmeisters gesichert hat. Und ein Treffer, der ihn nach drei zuvor verlorenen großen Endspielen (2x Champions League, 1x Weltmeisterschaft) mit sich selbst versöhnt hat. „Ich denke oft an diesen Moment zurück“, sagt er, „wie langsam der Ball über die Linie gerollt ist, das werde ich nie vergessen. So ein Tor bleibt für immer.“ Unvergessen ist auch Robbens Jubel. Extase und Ungläubigkeit standen ihm gleichermaßen ins Gesicht geschrieben. „Es war Emotion pur“, erinnert sich der Holländer an den schönsten Moment seiner Karriere. „Davon träumt man als kleiner Junge.“

Als Ebensolcher hatte der am 23. Januar 1984 im 10.000-Einwohner-Ort Bedum, zehn Kilometer nördlich von Groningen und gut 50 Kilometer westlich der deutsch-niederländischen Grenze, geborene Robben den brasilianischen Stürmer Romario zum Vorbild. An Mannschaftstiteln hat er den Weltmeister und Weltfußballer von 1994 längst überholt. 17 Pokale stemmte Robben bislang in seiner Profikarriere in die Höhe (Romario 13). In allen Ländern, in denen er gespielt hat (Holland, England, Spanien, Deutschland), war er Meister. Neun Titel holte er mit dem FC Bayern.

Weiter titelhungrig

Den Wechsel von Real Madrid nach München im August 2009 bezeichnet Robben als „meine bisher beste Entscheidung“. Beim FC Bayern sei er „einfach glücklich“. Seine Bilanz ist herausragend: In bislang 90 Bundesligaspielen war er an 78 Treffern direkt beteiligt (51 Tore, 27 Vorlagen), in seinen letzten 27 Pflichtspielen für den Rekordmeister kommt er auf 29 Torbeteiligungen (18 Tore, 11 Vorlagen). Dann ereilte ihn Anfang Dezember nach einem bislang fast verletzungsfreien Jahr das Pech: Im Pokalspiel in Augsburg erlitt er eine tiefe Risswunde am linken Knie.

„Er hat unglaublich gespielt vor seiner Verletzung“, findet Pep Guardiola, der seinem Turbodribbler zuletzt öffentlich eine kleine Liebeserklärung machte: „I'm in love with Arjen. Ich habe in meiner Karriere als Spieler und Trainer vielleicht einen oder zwei Spieler gesehen, die so professionell sind wie Arjen. Seine Mentalität ist unglaublich.“

Rechtzeitig vor dem Rückrundenstart am Freitag hat sich Robben zurückgearbeitet. Am Mittwoch kehrte er nach sieben Wochen Verletzungspause ins Mannschaftstraining zurück (fcbayern.de berichtete) - ein vorzeitiges Geschenk zum 30. Geburtstag, den der dreifache Familienvater nach einem „super Jahr“ genießen kann. Eins ist sicher: Der „Vollblutprofi“ (Matthias Sammer) ist auch in seinem neuen Lebensjahr weiter titelhungrig. Das zurückliegende Fünf-Titel-Jahr zu wiederholen werde schwierig, weiß er und fügt hinzu: „Das ist auch eine schöne Herausforderung.“ Gutes Gelingen, Arjen!

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