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Starkes Duo

Ein 'super Bursche' und ein super Schuss

Es hätte ganz schnell vorbei sein können, doch Manuel Neuer hatte etwas dagegen. Erst entschärfte er mit einem Klassereflex einen Flachschuss von Yaya Sanogo (7. Minute), dann parierte er mit einer Hand einen Foulelfmeter von Mesut Özil (8.) und etwas später klärte er im letzten Moment vor dem heranstürmenden Alex Oxlade-Chamberlain (23.). „Wir waren glücklich, weil der beste Torwart der Welt seine Qualitäten gezeigt hat“, fasste Pep Guardiola die Anfangsphase beim am Ende souveränen 2:0-Sieg gegen Arsenal London zusammen, dickes Lob für Manuel Neuer inklusive.

„Vielleicht haben wir am Anfang auch etwas Glück gehabt“, kommentierte der amtierende Welttorhüter bescheiden seinen Beitrag zum Hinspielsieg im Champions-League-Achtelfinale. Doch Glück allein reicht als Erklärung natürlich nicht aus. Neuer wusste genau, was er machte. Zum Beispiel beim Elfmeter gegen Özil, den er aus der Nationalmannschaft und von gemeinsamen Schalker Zeiten genau kennt.

„Ich kenne ja seinen Anlauf“, erzählte Neuer, „er lässt sich da viel Zeit und überlegt sich während des Anlaufs, wo er hinschießt. Da muss man lange warten. Ich habe gedacht, dass er in die linke Ecke schießt, wo ich auch hingegangen bin. Gut war, dass ich noch ein bisschen länger gewartet habe, um die Option zu haben, noch in der Mitte einzugreifen.“ Neuers rechte Hand schnellte hoch und wehrte den Ball ab.

Mit seinen Paraden unterstrich Neuer einmal mehr, warum ihn Karl-Heinz Rummenigge kürzlich einen „extremen Erfolgsfaktor“ genannt hat: „Er ist nicht nur der beste Torwart der Welt, er ist auch als Typ sehr wichtig. Das ist ein super Bursche, der Bayern München lebt, wie man es sich nur wünschen kann.“ Für Uli Hoeneß ist Neuer „unbezahlbar. Es ist schon unglaublich, wie er mitspielt, wie er eine Sicherheit gibt. Wenn du Abwehrspieler bist, kannst du blind den Ball nach hinten spielen, er spielt ihn mit dem linken oder rechten Bein. Das ist schon allererste Sahne!“

'Wirkliches Champions-League-Niveau'

Letzteres könnte man auch über den Schuss des Tages sagen: das 1:0 von Toni Kroos (54.), einen Kunstschuss, der mit Effet genau im Winkel landete. „Ich versuche, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen, und ich denke, es hat ganz gut geklappt“, meinte der 24-jährige, der nicht nur wegen seines Treffers - sein letztes CL-Tor hatte Kroos auf den Tag genau ein Jahr zuvor ebenfalls beim Auswärtsspiel gegen Arsenal erzielt - zum UEFA Man of the Match gewählt wurde.

172 Ballkontakte - mehr hatte noch nie ein Spieler aus Deutschland oder der Bundesliga in der Champions League - und 97 Prozent angekommene Pässe belegen die starke Leistung von Kroos. Beinahe hätte er noch einen weiteren Treffer erzielt (3., 90.) und er leitete auch die Situation ein, die zum Elfmeter und Platzverweis für Arsenal-Keeper Wojciech Szczesny führte (40.). „Ich habe ihm gratuliert zu seinem guten Spiel“, erzählte Hoeneß später. Kroos selbst freute sich, „dass es gut gelaufen ist.“ Er weiß aber auch, dass er mit der Mannschaft erst nach dem Rückspiel in drei Wochen richtig jubeln kann: „Es war nur der erste Schritt.“

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