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'Haben uns gewehrt'

Guardiolas Bayern können auch kämpfen

Thomas Müller kannte keine Kompromisse. Wer muss beim 4-gegen-1 als Erster in die Mitte? „Der Jüngste“, entschied Müller am Sonntagmittag, auch wenn David Alaba diese in der ganzen Fußballwelt gültige Gepflogenheit gerade gar nicht so toll fand. „Tut mir leid. Ich habe das nicht erfunden“, meinte Müller und grinste, als sich Alaba widerwillig fügte.

Auf wesentlich mehr Gegenwehr waren Müller und die Bayern am Tag zuvor gestoßen. Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen, um im 188. bayerisch-fränkischen Derby beim 1. FC Nürnberg als Sieger vom Platz zu gehen. „Man hat gesehen, warum wir uns hier Jahr für Jahr nicht leicht tun“, atmete Müller nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg, dem zwölften Bundesligasieg in Folge, erst einmal tief durch, „Nürnberg wirft einfach extrem viel in die Waagschale.“

50.000 Zuschauer verwandelten das Grundig Stadion in einen Hexenkessel, die Platzverhältnisse waren „katastrophal“ (Sammer) und die Gastgeber setzten den Bayern unangenehm zu. „Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die so gepowert hat wie die Nürnberger. Sie haben aggressiv, aber nicht unfair gespielt“, sagte Matthias Sammer, „es war ein richtig schweres Spiel. Ich bin froh, dass wir das so angenommen haben. Großes Kompliment an unsere Mannschaft!“

'Glück und einen guten Mann hinten drin'

Auch Pep Guardiola gratulierte seinen Spielern nach dem Schlusspfiff. „Es war schwierig, auf diesem Platz gut zu spielen, vor allem für unser Kurzpassspiel. Unsere Einstellung war unglaublich“, meinte der FCB-Chefcoach nach einem kämpferisch überzeugenden Auftritt. „Wir haben die Zweikämpfe angenommen und uns gewehrt“, meinte Arjen Robben, „wenn es fußballerisch ein bisschen schwieriger ist, müssen wir auch kämpfen und laufen. Heute haben wir gezeigt, dass wir auch die schwierigen Spiele überstehen.“

Vor allem zu Beginn bereitete der Club dem Tabellenführer Probleme. „Anfangs hatten wir Glück und einen guten Mann hinten drin“, spielte Müller auf zwei frühe Paraden von Manuel Neuer an. Einmal rettete zudem die Latte (4. Minute). Doch spätestens mit dem Führungstreffer von Mario Mandzukic (18.) brachten die Bayern die Partie immer besser unter Kontrolle. Philipp Lahms 2:0 kurz nach der Pause (49.) war eine kleine Vorentscheidung. In den zweiten 45 Minuten ließen die Münchner nur einen einzigen gegnerischen Torschuss zu.

„In der zweiten Halbzeit haben wir dominiert und nichts mehr zugelassen. Am Ende war der Sieg souverän“, meinte Robben, auch angesichts von drei Aluminium-Treffern, die einen höheren Sieg verhinderten. „Es war ein sehr schwieriges Spiel, wir haben es sehr gut gemacht“, war Guardiola „sehr, sehr, sehr zufrieden“. Müller sowieso: „Wir sind froh, dass wir hier mal mit drei Punkten rausgehen.“

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