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Ex-Bayer Feulner im Interview

'Wir wollen die Bayern vor Probleme stellen'

Erst in den Kraftraum, dann ein paar Stunden erholen, anschließend auf den Platz: Auch beim 1. FC Nürnberg wird vor dem bayerisch-fränkischen Derby (Samstag, 15:30 Uhr live im Webradio und im Liveticker) eifrig geschwitzt. Einer von ihnen ist Markus Feulner, der sich als langjähriger Münchner (1997-2003) besonders auf das Wiedersehen mit dem deutschen Rekordmeister freut. Mit fcbayern.de sprach der 31-Jährige über Bestmarken, alte Freundschaften und das Spiel am Samstag.

Das Interview mit Markus Feulner:

fcbayern.de:
Hallo Markus! Zunächst dürfen wir gratulieren: Mit dem Sieg in Berlin hat der 1. FC Nürnberg eine neue Vereins-Bestmarke aufgestellt.
Markus Feulner: „Echt? Ich weiß nur, dass wir schon ein paar Jahre nicht mehr gegen Hertha BSC verloren haben…“

fcbayern.de: Richtig! Seit 2008 nicht mehr. Worauf wir aber hinaus wollten: Mit zwei Siegen aus zwei Spielen ist der 1. FC Nürnberg noch nie in eine Bundesliga-Rückrunde gestartet…
Feulner: „Das wusste ich nicht. Schön! Es ist scheinbar das Jahr der Rekorde - sowohl in negativer wie in positiver Hinsicht.“

fcbayern.de: Du sprichst es an: In der gesamten Hinrunde warteten die Clubberer vergeblich auf einen Sieg - auch das ist Rekord. Jetzt aber läuft’s. Warum?
Feulner: „Wir haben schon in der Hinrunde einige richtig gute Spiele gemacht, sind dafür aber nicht belohnt worden. Viele Dinge sind gegen uns gelaufen, teilweise hatten wir auch etwas Pech. Jetzt ist das Glück wieder zurückgekommen. Erreicht haben wir aber noch nichts. Wir brauchen noch viel mehr Punkte.“

fcbayern.de: Welchen Anteil hat die erste richtige Vorbereitung unter Trainer Gertjan Verbeek an dem guten Start?
Feulner: „Natürlich konnten wir in der Winterpause intensiver arbeiten. Der Trainer hat uns seine Philosophie noch näher gebracht - das Positionsspiel, das Angriffsspiel, das Umschalten. Er arbeitet sehr akribisch, ist in seinen Analysen und in der Trainingsarbeit sehr genau. Das kommt uns allen zugute. Wir müssen permanent präsent sein.“

fcbayern.de: Präsenz hast auch du in Berlin gezeigt - und zwar mit deinem ersten Saisontreffer. Ist mit dem Tor eine Last von dir abgefallen?
Feulner: „Die große Last ist nach dem ersten Sieg gegen Hoffenheim (4:0, d. Red.) abgefallen. Darauf hat jeder im Verein, in der ganzen Region sehnsüchtig gewartet. Jeder wünscht sich, dass wir Erfolg haben. Aber uns allen ist bewusst: Bis zum Klassenerhalt ist es noch ein langer Weg. Wir dürfen nicht nachlassen.“

fcbayern.de: Das Selbstvertrauen dürfte dennoch gewachsen sein. Kommt das Spiel gegen den FCB zur richtigen Zeit?
Feulner: „Wir freuen uns darauf, und auch die Fans fiebern diesem Spiel entgegen. Sie werden mit einer gewissen Euphorie ins Spiel gehen - genau wie wir. Für uns ist dieses Derby ein Riesenereignis, wir können uns mit der besten Mannschaft der Welt messen. Wir werden versuchen, ein gutes Spiel zu absolvieren.“

fcbayern.de:
Das ist euch oft gelungen in der Vergangenheit: Aus den letzten sechs Spielen holten die Bayern nur einen Sieg im Frankenland. Warum gelingt es euch so oft, den Rekordmeister zu ärgern?
Feulner (lacht): „Wir spielen gerade zu Hause sehr aggressiv, laufen sehr viel. Dann entwickeln wir eine gewisse Spielfreude. Wir hoffen natürlich, dass es uns wie im letzten Heimspiel (Endstand 1:1, d. Red.) gelingt, dem FC Bayern ein bisschen unser Spiel aufzudrücken. Aber es wird extrem schwierig, darüber müssen wir nicht reden.“

fcbayern.de: Du hast zwischen 1997 und 2003 beim FCB gespielt. Welche Verbindungen hast du noch zur Säbener Straße?
Feulner: „Mit Bastian Schweinsteiger habe ich regen Kontakt. Wenn ich in München bin, sehen wir uns ab und zu. Wir schreiben auch SMS oder telefonieren hin und wieder. Auch mit Pizza (Claudio Pizarro, d. Red.) habe ich damals noch zusammengespielt. Er ist ein Riesentyp, ein Riesenkicker. Es freut mich immer, alte Bekannte wiederzutreffen. Wetten haben wir untereinander aber keine abgeschlossen.“

fcbayern.de: Wie intensiv verfolgst du das Geschehen in München noch?
Feulner: „Ich schiele natürlich ein bisschen auf meinen Ex-Verein und sitze bei Champions-League-Spielen vor dem Fernseher. Ich bin in München aufgewachsen und sehr dankbar für die fußballerische Ausbildung, die ich beim FC Bayern genießen durfte. Es war eine sehr schöne Zeit.“

fcbayern.de: Apropos Ausbildung: Ähnlich wie z. B. Philipp Lahm bist du in den vergangenen Monaten auf unterschiedlichen Positionen zum Einsatz gekommen. Müssen Profis heutzutage flexibler sein als zu deiner Anfangszeit?
Feulner: „Es ist auf jeden Fall so, dass die Athletik bei Fußballern immer mehr im Vordergrund steht. Es ist von Vorteil, wenn man wie ich in München gut ausgebildet wurde, auch im taktischen Bereich. Jeder, der ein gewisses Spielverständnis hat, kann sich in mehrere Positionen fügen.“

fcbayern.de: Du wirst in der nächsten Woche 32 Jahre alt. Machst du dir schon Gedanken, wie es nach der Karriere weitergeht?
Feulner
: „Ich denke natürlich darüber nach, wie es weitergeht. Ich würde gerne im fußballerischen Bereich bleiben, weil ich wahnsinnig viel Spaß daran habe. Ob als Trainer oder im Management - das wird man sehen.“

fcbayern.de: Das virtuelle Vorspiel auf der Videospielkonsole hast du gegen Holger Badstuber 0:1 verloren. Wie geht’s am Samstag auf dem echten Rasen aus?
Feulner: „Ich möchte keinen Tipp wagen. Aber ich hoffe, dass wir ein wahnsinnig gutes Spiel abliefern und die Bayern vor richtige Probleme stellen.“

Das Interview führte: Marco Donato

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