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'Was für eine Spielfreude'

Bayerns Spaßfußballer wollen 'ruhig bleiben'

Es knisterte. Schon vor dem Anpfiff. Als die Südkurve mit einer gigantischen Choreographie dem ehemaligen Präsidenten Kurt Landauer gedachte. Als die Spieler erstmals im Jahr 2014 den saftig grünen Rasen der Allianz Arena betraten. Ab 17:30 Uhr rollte dann der Ball - und die Mannschaft machte sich den perfekten Rahmen zunutze, um während der kommenden 90 Minuten gegen Eintracht Frankfurt für weitere Gänsehautmomente zu sorgen. Ein Tor schöner als das andere, Kombinationen zum Zunge schnalzen. Den Gästen aus Hessen blieb beim 5:0 (2:0)-Sieg der Bayern nur die Zuschauerrolle.

„Wir wollten tief stehen und die Räume eng machen. Aber das kriegst du nicht gebacken“, musste Armin Veh nach der Partie auf der Pressekonferenz zugeben. Frankfurts Trainer geriet geradezu ins Schwärmen: „So eine starke Bayern-Mannschaft habe ich noch nie gesehen. Was für eine Spielfreude, was für ein Tempo.“ Stellvertretend für Bayerns starke Leistung knackte Sommer-Neuzugang Thiago den Bundesliga-Rekord in Sachen Ballkontakte (185), an der Europa-Bestmarke von Sergio Busquets schrammte er nur knapp vorbei (190).

„Er ist ein fantastischer Spieler. Er war unglaublich präsent. Das war schon Weltklasse“, erklärte Matthias Sammer. Guardiola ergänzte: „Das ist ein großer Rekord für ihn.“ Bayerns Taktgeber selbst äußerte sich in seiner typischen Art sehr bescheiden. Als „nicht so wichtig“ bezeichnete der Spanier seine Leistung. „Wichtig ist, wie wir gespielt haben. Das war super und darüber sind wir glücklich.“

Starkes Comeback von Ribéry

Von Beginn an stellten die Bayern in ihrem ersten Sonntagsspiel der Saison klar, dass es am Ende nur einen Sieger geben werde. „Wir haben sofort attackiert und klar nach vorne gespielt“, analysierte Franck Ribéry, der nach kurzer Verletzungspause ein starkes Comeback feierte. Guardiola freute sich über das bislang beste Heimspiel unter seiner Regie: „Wir haben zum ersten Mal in der Allianz Arena viele, viele Torchancen kreiert. Wir haben die kleinen Räume gefunden. Gratulation an meine Spieler.“

Neben Thiago gehörten Mario Götze und Mario Mandzukic zu den auffälligsten Spielern in einer insgesamt überzeugenden Mannschaft. Götze brach mit einem Zaubertor (12.) den Bann - auf Vorlage von Mandzukic, der auch das 2:0 von Ribéry (44.) einleitete und in der 89. Minute mit seinem elften Saisontor den 5:0-Endstand besorgte. Der eingewechselte Arjen Robben (67.) und Dante (69.) trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste ein.

Die Fans waren begeistert. Kein Wunder. 53 von möglichen 57 Punkten hat der FC Bayern in der Liga nun eingefahren. „Wir können sehr zufrieden sein“, merkte Philipp Lahm an, „wenn man 13 Punkte Vorsprung hat als FC Bayern, dann können wir uns nur noch selber stoppen. Das steht außer Frage.“ Damit dies nicht passiert, gelte es nun, die Konzentration hoch zu halten. Man müsse in jedem Spiel auf einem hohen Level bleiben, forderte Jérôme Boateng. „Nur so kommen solche Leistungen dann zustande.“

Am kommenden Wochenende steht das bayerisch-fränkische Derby beim 1. FC Nürnberg an. Es folgt das Pokalspiel in Hamburg, das BL-Heimspiel gegen Freiburg und das richtungsweisende Hinspiel im CL-Achtelfinale beim FC Arsenal. Nachlässigkeiten wären da fehl am Platz. „Die wichtigen, großen Spiele kommen noch“, weiß Robben, „lasst uns ganz ruhig bleiben und weiterarbeiten.“ Dann dürfen sich die Fans auch weiter auf bayerischen Spaßfußball freuen.

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