präsentiert von
Menü
'Wir haben Lust'

Turbo-Bayern 'überlaufen' auch Schalke

Es lief gerade mal die 28. Minute, als Schalkes Torhüter Ralf Fährmann den Ball bereits zum vierten Mal aus seinem Netz fischen musste. Arjen Robben tanzte, die Allianz Arena bebte - und die Schalker spazierten kopfschüttelnd zurück zum Mittelkreis. Weil die groß aufspielenden Bayern anschließend einen Gang herausnahmen, hielt sich das 5:1 (4:0)-Endergebnis noch im Rahmen. Das, was der FCB aber in den ersten 45 Minuten zeigte, war für jeden Fußballfan zum Genießen. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt“, brachte es Toni Kroos auf den Punkt.

David Alaba (3.), Robben (15./28.) und Mario Mandzukic (24.) münzten den FCB-Turbo-Fußball in Tore um. „Das war eine der besten Halbzeiten, seit ich hier bin. Das war so ein hohes Tempo, wir haben sie überlaufen“, stellte Robben fest, der nach der Pause per Elfmeter (78.) seinen dritten Treffer markierte. Rafinha (64.) hatte per Eigentor zuvor für das Schalker Ehrentor gesorgt.

Kroos, der mit 146 Ballkontakten einen neuen persönlichen Bundesliga-Bestwert aufstellte, erklärte: „Wir haben es sehr, sehr gut gemacht, haben attackiert, hatten fast immer den Ball.“ Man wolle den Fans in jedem Spiel „etwas präsentieren. Wir haben Lust!“ Manuel Neuer, der kurz vor der Pause zweimal glänzend parierte und beim Gegentor - dem ersten in der Rückrunde - machtlos war, analysierte: „Es war ein starkes Spiel von uns.“

Rummenigge lobt

Allerdings mit ein paar Schönheitsfehlern, wie Perfektionist Pep Guardiola anmerkte. Vor allem die erste Phase nach der Halbzeitpause missfiel dem spanischen Bayern-Trainer. „Wir müssen so eine Leistung über 90 Minuten bringen“, so Guardiola, denn: „Wenn wir in der Champions League zehn Minuten nicht fokussiert sind, werden wir Probleme bekommen.“

Insgesamt zeigten die Münchner aber „über die meiste Zeit guten Fußball“, sagte Neuer. Alleine Mandzukic hätte das Ergebnis deutlich in die Höhe schrauben können. Der Kroate, der mit nun 14 Toren hinter Robert Lewandowski Zweiter der Bundesliga-Torschützenliste ist, scheiterte aber mehrfach an Keeper Fährmann - Schalkes Bestem. Durch den 5:1-Sieg ist der Vorsprung in der Tabelle auf 20 Punkte angewachsen. Eine komfortable Situation elf Spieltage vor Schluss.

„Es spielt keine Rolle, wann wir Meister werden. Wichtig ist nur, dass wir es werden“, erklärte Kroos. Noch sei es lange nicht so weit. „Es geht noch um viel. Wir wollen uns für das Rückspiel gegen Arsenal und weitere schwere Aufgaben präparieren“, so der Nationalspieler weiter. Auch Karl-Heinz Rummenigge plädierte dafür, weiter Ruhe zu bewahren, stellte aber auch fest, dass sich das Team in einer „überragenden Verfassung“ befindet. „Wir spielen ohne Frage eine unglaubliche Saison - zum zweiten Mal hintereinander im Übrigen.“

Weitere Inhalte