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'Ein wunderschönes Gefühl'

Rekord-Bayern feiern bis zum Morgengrauen

Der Frühstücksraum blieb weitgehend verwaist. Nur wenige stärkten sich für die Rückreise nach München, während der Großteil der Meisterhelden noch schlummerte. Den geruhsamen Morgen hatten Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co. vor allem ihrem Trainer zu verdanken, der die geplante Einheit in Berlin kurzerhand gestrichen hatte. Stattdessen erholten sich die Bayern von der rauschenden Partynacht, ehe sie um 11:40 Uhr mit dem Mannschaftsbus vom Regent-Hotel zum Flughafen Tegel aufbrachen.

„Wir müssen feiern, das haben wir verdient“, eröffnete Pep Guardiola unmittelbar nach dem letztlich ungefährdeten 3:1-Sieg bei Hertha BSC die Feierlichkeiten - und die Super-Bayern ließen Taten folgen. Bis in die frühen Morgenstunden zelebrierten die frischgebackenen Turbo-Meister in der Kitty Cheng Bar den schnellsten Titelgewinn der Bundesliga-Geschichte. „Es muss auch mal raus!“, wusste Neuer, der das „wunderschöne Gefühl“ sichtlich auskostete.

„Sehr, sehr stolz“ war auch Dante, der im Stadion wie schon im Vorjahr sein Trikot gegen eine Papp-Meisterschale eintauschte und über ein Megaphon seinen Schlager („Wir holen die Meisterschaft!“) anstimmte. „Ein Traum ist für mich wahr geworden“, ließ Jérôme Boateng seinen Gefühlen freien Lauf, „mit dem FC Bayern in meiner Heimat Deutscher Meister zu werden - das ist unglaublich!“

Den Grundstein für die Feierlichkeiten hatten die Bayern zuvor selbst gelegt. „Richtig stolz“ war Arjen Robben darauf, „wie viel Tempo wir reingelegt haben“, und so stand es dank der Tore von Toni Kroos (6.) und Mario Götze (14.) früh 2:0. „Wir wollten die Meisterschaft unbedingt hier in Berlin holen“, erklärte der weitgehend beschäftigungslose Manuel Neuer den konsequenten Offensivdrang, dem die Hertha kaum etwas entgegenzusetzen hatte.

'Besser geht’s nicht'

„In der ersten halben Stunde dachte ich: Die spielen mit ein oder zwei Mann mehr“, staunte Hertha-Coach Jos Luhukay, dessen Team im zweiten Abschnitt etwas mehr Gegenwehr leistete - und durch einen verwandelten Strafstoß von Goalgetter Adrian Ramos (66.) zumindest kurzzeitig zum Spielverderber zu werden drohte. Nach Franck Ribérys feinem Lupfer (79.) war das Duell mit der Alten Dame jedoch endgültig entschieden. Der Rest war Party!

„Besser geht’s nicht“, versuchte Neuer, seine Emotionen in Worte zu fassen, „es ist etwas ganz Besonderes, im März schon Meister zu sein.“ Für Robben war die Erleichterung „sehr groß, dass wir die Meisterschaft so früh klar gemacht haben“. Bastian Schweinsteiger erinnerte an den Triumph aus dem Vorjahr: „Das zu unterbieten, was wir im letzten Jahr geschafft haben, ist Wahnsinn!“ Beinahe folgerichtig forderte der niederländische Flügelflitzer: „Wenn man Deutscher Meister wird, dann muss man einfach feiern!“

Gesagt, getan! Doch selbst in der Stunde des Triumphes blickten die Bayern schon wieder voraus. „Die Saison ist noch nicht zu Ende“, warnte Dante davor, die Arbeit einzustellen, „wir haben noch viel zu tun.“ „Glücklich und zufrieden“ war zwar auch Sportvorstand Matthias Sammer mit dem Titelgewinn, der jedoch anmerkte, „dass wir im Rhythmus bleiben müssen“. Boateng weiß: „Wir haben mit der Champions League und dem DFB-Pokal noch zwei Wettbewerbe, die wir ebenfalls positiv bestreiten wollen.“ Wenn das gelingt, sind weitere lange Nächte vorprogrammiert!

Für fcbayern.de in Berlin: Marco Donato

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