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'Es ist noch alles drin'

FCB verlässt Madrid stolz und kämpferisch

Thomas Müller - Applaus! Arjen Robben - Applaus! Pep Guardiola - Applaus! Der Empfang auf dem Bankett in Madrid war Balsam für die Bayern-Seele. Freunde, Familie, Ehrengäste und Sponsoren begrüßten jeden Spieler und natürlich auch den Cheftrainer mit Beifall. Trotz einer 0:1-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel in der Champions League - ein Ergebnis, das beim FC Bayern erst recht den Kampfgeist für das Rückspiel am kommenden Dienstag in München geweckt hat.

„Natürlich ist das 0:1 kein Wunschergebnis, aber ich bin weit davon entfernt zu sagen, das ist nicht zu korrigieren“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, als er um 00:01 Uhr das Wort ergriff. In seiner Bankettrede richtete er sich direkt an die Mannschaft: „Seid nicht traurig, Jungs! Eine Niederlage ist nie gut, man darf sie auch nicht schönreden. Aber eine Niederlage ist immer so viel wert, wie man reagiert - und nächsten Dienstag werdet Ihr reagieren!“

Dominanter FCB

Von Trübsal keine Spur bei den 430 Bankettgästen, darunter FCB-Vizepräsident Karl Hopfner, Dr. Edmund Stoiber sowie Ex-Gewichtheber und Olympiasieger Matthias Steiner. Bei Kabeljau, Ente und Meeresfrüchte-Paella wurde das „unglaublich interessante, emotionale und sehr intensive Champions-League-Spiel“ (Rummenigge) angeregt durchgesprochen. „Ich glaube, dass noch keine Bayern-Mannschaft hier im Bernabéu Real Madrid je so dominiert hat“, sagte Matthias Sammer.

Guardiola war „sehr, sehr stolz“ auf sein Team. „Wir haben sehr gut und sehr mutig gespielt. Die meisten bekommen Angst in Bernabéu, wir hatten keine Angst.“ 64 Prozent Ballbesitz, 16:9 Torschüsse, 31:13 Flanken, 15:3 Ecken - so las sich nach 90 Minuten die Dominanz des FCB in Zahlen. Aber die Ergebnistafel sagte: Real Madrid 1, Bayern München 0.

'Nur ein Tor hat gefehlt'

„Wir haben alles versucht. Nur ein Tor hat gefehlt“, fasste Robben „das blöde Ergebnis“ (Manuel Neuer) in Madrid zusammen. Bayern machte das Spiel, „der letzte Pass, die letzte Flanke, die letzte Aktion“ (Guardiola) waren aber nie genau genug. Real konterte eiskalt und erzielte durch Karim Benzema (19. Minute) das Siegtor. „Madrid ist die beste Kontermannschaft der Welt. Es ist schwer, sie zu kontrollieren“, meinte Guardiola. „Beim Gegentor hat man gesehen: „Du verlierst den Ball, zwei, drei Pässe und der Ball liegt im Tor. Das ist eine supergefährliche Mannschaft“, sagte Robben.

Diese Qualität der Königlichen um Weltfußballer Cristiano Ronaldo zu kontrollieren und vorne „den gnadenlosen Abschluss“ (Sammer) zu suchen, wird im Rückspiel der schwierige Spagat für Guardiolas Mannschaft sein. Doch mit Hilfe der Zuschauer in der Allianz Arena sind die Bayern überzeugt, das Ergebnis noch drehen zu können. „Es ist noch alles drin“, sagte Neuer, „zusammen mit unseren Fans wollen wir das schaffen.“

'Der Baum wird brennen'

„Kopf hoch!“, betonte Robben, „lasst uns ruhig und positiv bleiben. Das haben wir sofort auch in der Kabine gesagt. Man hat gespürt: Alle wissen, dass es noch möglich ist.“ Müller meinte: „Es ist noch nichts verloren. Ein 0:1 ist auf jeden Fall aufzuholen.“ Und auch Lahm betonte: „Wir haben mit Sicherheit die Qualität, zuhause mit zwei Toren Unterschied zu gewinnen.“

Daran glaubt auch Rummenigge, der erzählte: „Ich bin nach dem Spiel auf der Ehrentribüne aufgestanden und hatte nicht den Eindruck, dass die Verantwortlichen von Real Madrid glücklich waren. Sie wissen, was sie in München erwartet. Wir werden ihnen zeigen, dass Bayern München eine Qualität hat zuhause, die schon ein bisschen an eine Hölle erinnert.“ Beim Wiedersehen am nächsten Dienstag „wird in München der Baum brennen!“ Der Saal applaudierte.

Für fcbayern.de in Madrid: Nikolaus Heindl

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