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'Kein Beinbruch'

FCB zieht Lehren und schaut nach vorne

Die Enttäuschung stand den Spielern des FC Bayern ins Gesicht geschrieben. Mit 0:3 (0:1) hatten die bereits seit drei Spieltagen als Meister feststehenden Münchner ihr Heimspiel gegen den Tabellen-Zweiten Borussia Dortmund verloren und damit erstmals in dieser Saison eine Partie vor eigenem Publikum abgeben müssen. Entsprechend niedergeschlagen verließen die FCB-Profis am Samstagabend die Allianz Arena, nachdem sie zuvor 18 Monate lang kein Bundesligaspiel im eigenen Stadion verloren hatten.

„Vor unseren eigenen Fans haben wir uns natürlich etwas ganz anderes vorgestellt“, brachte es Thomas Müller kurz und knapp auf den Punkt. Drei Tage nach dem Kraftakt in der Champions League an gleicher Stelle gegen Manchester United (3:1) habe gegen die Westfalen „einiges nicht gepasst; mannschaftlich waren wir nicht so frisch und gierig, wie wir es sein sollten und wollten“, fuhr Müller fort und räumte nach der zweiten Niederlage in Folge ein: „Wir hatten durchaus schon bessere Phasen in dem Jahr.“

Immer einen Tick zu spät

„Das Ergebnis ist für uns ärgerlich, das ist gar keine Frage“, meinte auch Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer. „Wir haben es heute nicht geschafft, gegen einen Klasse-Gegner von vorneherein die Konzentration bei 100 Prozent zu haben. Wir waren in den entscheidenden Phasen nicht konzentriert genug. Da haben wir Dortmund auch ein bisschen eingeladen“, so Sammer, der nach dem vorzeitigen Titelgewinn in der Liga auch „Verständnis für die Spieler“ hatte: „Da stehen keine Roboter auf dem Platz, keine Maschinen. Wir sind Deutscher Meister. Die Liga ist durch. Dementsprechend ist das kein Beinbruch.“

Vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena erzielten Henrikh Mkhitaryan (20. Minute), Marco Reus (49.) und Jonas Hofmann (56.) die Treffer für die frischer wirkenden Gäste. Der BVB hatte bereits am Dienstag sein CL-Spiel gegen Real Madrid (2:0) bestritten. „Das soll keine Ausrede sein, aber es ist ein Unterschied, ob man Dienstag oder Mittwoch spielt“, sagte FCB-Kapitän Philipp Lahm. „Wir waren heute einfach immer einen Tick zu spät dran, dann kann man gegen eine gute Mannschaft nicht gewinnen.“

'Wir müssen sofort reagieren'

Zu allem Überfluss verlor der FCB auch noch Rechtsverteidiger Rafinha, der in der Nachspielzeit die Rote Karte sah. „Wir hätten uns auch ein anderes Ergebnis gewünscht. Wir haben einfach keinen guten Tag erwischt. Ich denke, dass unsere wichtigen Aufgaben woanders liegen. Trotzdem darf man die Bundesliga nicht vernachlässigen“, resümierte Torhüter Manuel Neuer, der in der Halbzeitpause angeschlagen ausgewechselt werden musste. Sein Einsatz am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern ist aber nach eigener Aussage nicht gefährdet.

Auch Bayern-Trainer Pep Guardiola zeigte sich angesichts der Niederlage alles andere als erfreut. „Wir haben den Rhythmus verloren“, räumte der 43 Jahre alte Spanier ein. Im Hinblick auf die entscheidenden Spiele im DFB-Pokal und der Königsklasse sieht sich Guardiola nun gefordert. „Für mich als Trainer ist das Ziel, die Mannschaft wieder aufzubauen. Wir müssen sofort reagieren“, sagte Guardiola. Er müsse nun „einen Trick finden“, um den Hebel wieder umzulegen und die nächsten Partien erfolgreich zu bestreiten.

Wieder richtig Bayern München

So gilt es nun, das Spiel rasch zu analysieren und den Fokus auf das Pokal-Halbfinale gegen den Zweitligisten aus Kaiserslautern zu richten. „Wir müssen auch ein paar Lehren daraus ziehen und ein paar Dinge ansprechen. Montag geht es weiter und wir schauen nach vorne“, erklärte Sammer und forderte: „Wir müssen wieder richtig Bayern München spielen. Wir müssen eine bessere Leistung zeigen als heute.“ Dann sollte dem Einzug ins Pokalfinale am 17. Mai in Berlin auch nichts im Wege stehen.

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