präsentiert von
Menü
Legendäre Heimspiele gegen Real

Makaay, Matthäus und eine weiße Weste

Es gibt nicht viele Klubs, die in Madrid so tituliert werden: bestia negra - schwarze Bestie, Angstgegner. Der FC Bayern zählt dazu. Und das aus gutem Grund. Denn der deutsche Rekordmeister war für Real Madrid in der Vergangenheit fast immer eine hohe Hürde, besonders auf Münchner Boden. Denn hier hat der FCB eine weiße Weste gegen die Königlichen. Von insgesamt zehn Spielen beim FC Bayern hat Real neun verloren, eines endete unentschieden. In der Champions League bestritt der FCB bislang sieben Heimspiele gegen die Madrilenen. fcbayern.de blickt auf diese legendären Duelle zurück:

8. März 2000: Zwischenrunde - Matthäus' Abschied
Dass das erste Champions-League-Aufeinandertreffen des spanischen und des deutschen Rekordmeisters im Olympiastadion ein besonderer Abend werden würde, stand schon vor dem Anpfiff fest. Lothar Matthäus lief zum letzten Mal im Bayern-Trikot auf - und wurde würdig verabschiedet! Als Matthäus in der 90. Minute unter Standing Ovations der 60.000 Zuschauer ausgewechselt wurde, führte der klar überlegene FCB durch Treffer von Scholl, Elber und Zickler sowie Helguera für Real bereits 3:1. In der Nachspielzeit setzte Zickler noch einen drauf zum 4:1.

9. Mai 2000: Halbfinal-Rückspiel - gewonnen, aber raus
Zwei Monate später standen sich beide Klubs erneut im Münchner Olympiastadion gegenüber. Diesmal im Halbfinal-Rückspiel, in dem der FC Bayern nach einer 0:2-Niederlage in Madrid unter Druck stand. „Real wird durch die Hölle gehen“, hatte Uli Hoeneß im Vorfeld der Partie angekündigt und die Mannschaft heizte den Spaniern vom Anpfiff weg ein. Schon nach zwölf Minuten ging die Drei-Stürmer-Taktik (Jancker, Elber, Sergio) der Bayern auf, als Jancker per Seitfallzieher das 1:0 erzielte. Auch danach drückte der FCB auf das Tor der Königlichen, aber Anelka nutzte einen der wenigen Real-Gegenstöße zum 1:1. Elber traf nach dem Seitenwechsel zwar noch zum 2:1-Sieg, mehr Tore ließ Real-Keeper Casillas aber nicht mehr zu. So zog nicht der FC Bayern, sondern Real ins Finale ein.

9. Mai 2001: Halbfinal-Rückspiel - Jeremies' Tor
Auf den Tag genau ein Jahr später kam es in München zu einer Neuauflage des Halbfinals vom Vorjahr. Diesmal war die Ausgangslage des FC Bayern aber umgekehrt. Die Münchner hatten das Hinspiel in Madrid mit 1:0 gewonnen - und gingen auch im Rückspiel als Sieger vom Platz. Nach Elbers Führung traf zwar Figo überraschend zum Ausgleich, aber Jeremies, der zwölf Tage zuvor noch am Knie operiert worden war, sicherte den 2:1-Erfolg und dem Einzug ins Endspiel. Das vielleicht wichtigste Tor seiner Karriere musste Jeremies bitter bezahlen. Den Final-Sieg gegen Valencia erlebte er von der Bank, das Knie bereitete ihm bis zu seinem Karriereende 2006 immer wieder Beschwerden. „Ich war für meinen Traum, die Champions League zu gewinnen, bereit, viel zu riskieren. Deswegen gibt es von meiner Seite aus nichts zu bereuen“, sagte Jerry rückblickend. Einem anderen wird die Partie gegen Real ebenfalls immer in Erinnerung bleiben: Owen Hargreaves stand damals zum ersten Mal in der Champions League in der Startelf des FC Bayern.

2. April 2002: Viertelfinal-Hinspiel - Latte, Casillas und zwei späte Tore
Erstmals geriet der FC Bayern in einem Champions-League-Heimspiel gegen Real Madrid ins Hintertreffen. Geremi schoss früh das 1:0 für die Königlichen, bei den Bayern lief lange nicht viel zusammen. Zu allem Überfluss traf Elber die Querlatte, Effenberg scheiterte mit einem Elfmeter an Casillas. Doch die Bayern gaben nicht auf und wurden acht Minuten vor dem Ende für ihre Moral belohnt. Effenberg erzielte den Ausgleich, zwei Minuten vor dem Abpfiff traf Pizarro sogar noch zum 2:1-Siegtreffer und zum vierten Mal in Folge mussten die Madrilenen mit einer Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten.

24. Februar 2004: Achtelfinal-Hinspiel - Remis
Wieder einmal ist der FC Bayern gegen Real Madrid klar Herr im eigenen Haus. Am Ende verließen die Spanier das Olympiastadion aber erstmals nicht als Verlierer. Nach einem Treffer von Makaay sahen die Münchner bis sieben Minuten vor Schluss wie der sichere Sieger aus, aber ein 30-Meter-Freistoß von Roberto Carlos, der Oliver Kahn durch die Arme ins Tor rutschte, bescherte den Madrilenen ein 1:1-Unentschieden. „Wir haben richtig Glück gehabt“, meinte Zinedine Zidane nach der Partie. FCB-Trainer Ottmar Hitzfeld sagte: „Wir haben Real das Fürchten gelehrt.“

7. März 2007: Achtelfinal-Rückspiel - Makaays Blitztor
Das erste Heimspiel gegen die Königlichen in der Allianz Arena ging in die Annalen der Champions League ein. „Brazzo rechts durch, Querpass, bumm, drin“, so hat Thomas Müller den Führungstreffer des FC Bayern durch Roy Makaay in Erinnerung - nach 10,12 Sekunden! Bis heute ist dies das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte. In der zweiten Halbzeit erhöhte Lucio nach einem Eckball auf 2:0, ehe ein fragwürdiger Strafstoß, den Ruud van Nistelrooy verwandelte, die Partie noch einmal spannend machte. Mark van Bommel und Madrids Mahamadou Diarra sahen in der Folge Gelb-Rot. In den umkämpften Schlussminuten schoss Sergio Ramos den Ball sogar noch einmal ins Bayern-Tor, der Treffer wurde wegen Handspiels aber zu Recht nicht gegeben. Am Ende siegte der FCB mit 2:1 (Hinspiel 2:3) und zog aufgrund der mehr erzielten Auswärtstreffer ins Viertelfinale ein.

17. April 2012: Halbfinal-Hinspiel - Gomez lässt FCB träumen
Das bislang letzte Bayern-Heimspiel gegen Real Madrid war wieder ein Krimi bis zur letzten Sekunde. Dank eines 2:1-Siegs darf der FCB weiterhin vom Einzug ins Finale dahoam träumen. Der bärenstarke Franck Ribéry (17.) brachte die Bayern vor 66.000 begeisterten Zuschauern in der ersten Halbzeit in Führung, Mesut Özil (53.) gelang in einer hochklassigen Partie kurz nach der Pause der Ausgleichstreffer für Real Madrid. Als alles schon nach einer Punkteteilung aussah riss Mario Gomez (90.) die Fans mit seinem Last-Minute-Siegtor von den Sitzen. „Es war ein emotionales Spiel. Real hat gezeigt, dass sie eine große Mannschaft sind. Zum Schluss war das Glück auf unserer Seite und wir haben 2:1 gewonnen. Wir können stolz auf den Sieg heute sein“, freute sich Karl-Heinz Rummenigge nach dem Schlusspfiff.

Weitere Inhalte