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Interview

Breitner: 'Es wird wieder heiß hergehen'

Paul Breitner ist ein gefragter Mann in diesen Tagen. Als erster und zusammen mit Arjen Robben einziger Spieler, der sowohl das Trikot des FC Bayern als auch von Real Madrid getragen hat, muss der FCB-Markenbotschafter vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen den beiden Spitzenklubs in viele Mikrofone sprechen.

1974 wechselte er von München nach Madrid, wo er in drei Jahren 84 Spiele für die Königlichen bestritt. In dieser Zeit wurde er zwei Mal spanischer Meister und gewann ein Mal die Copa del Rey, den spanischen Pokal, den Real in der Vorwoche zum 19. Mal in die Hauptstadt holte. Auf der Reise zurück in die Vergangenheit hat Breitner mit fcbayern.de gesprochen. Über Real Madrid und das immer heiße Duell mit dem FC Bayern.

Das Interview mit Paul Breitner:

fcbayern.de: Herr Breitner, wie viele Herzen schlagen am Mittwochabend in Ihrer Brust?
Breitner: „Eins - wie immer, wenn Bayern spielt! Ich bin nur dann Madridista, wenn Real nicht gegen Bayern spielt. Nur dann verwandelt sich mein rot-weißes Herz in ein weißes.“

fcbayern.de: Wie eng ist Ihr Draht noch nach Madrid?
Breitner: „Ich habe noch sehr intensive Kontakte. Wir Ehemalige werden von Real zwei, drei Mal pro Jahr eingeladen und ich versuche, wenigstens ein Mal hinzufliegen. Auch zu einigen Leuten um den Verein habe ich noch einen engen Draht.“

fcbayern.de: Was hören Sie in diesen Tagen aus Madrid? Wie groß ist der Respekt vor dem FC Bayern?
Breitner: „Aus Madrid höre ich das Gleiche wie aus München: 'Wir werden weiterkommen!' Jede Seite denkt, die andere sei ein bisschen schwächer. Es gibt ja Parallelen zwischen den letzten zwei, drei Wochen beider Klubs. Real hat, wie der FC Bayern, durchgeschnauft. In Dortmund hätten sie vier, fünf, sechs Gegentore kassieren und ausscheiden müssen. Real Madrid und der FC Bayern wissen beide, wann es gilt, sich absolut zu konzentrieren, und wann man einfach mal ein bisschen loslassen muss. Ich glaube, der Respekt ist beiderseitig gleich groß.“

fcbayern.de: Worauf wird es ankommen am Mittwochabend?
Breitner: „Es kommt nur darauf an, zur Normalform zu finden. Wenn beide Mannschaften ihre Normalform haben, kommen wir weiter, weil wir besser sind.“

fcbayern.de: Was erwarten Sie für ein Spiel?
Breitner: „In allen Spielen zwischen Real und Bayern ist Feuer drin. Deswegen wird es auch am Mittwoch wieder heiß hergehen. Das gehört dazu.“

fcbayern.de: Sie haben selbst für Real Madrid gespielt. Was ist das Besondere an diesem Klub?
Breitner: „Was die Beliebtheit von Fußballklubs weltweit angeht, ist Real Madrid nach wie vor die Nummer eins. Man muss bedenken, dass Real in den 50er Jahren mit fünf Triumphen im Landesmeistercup seinen Ruhm und Stellenwert im Weltsport begründet hat. Die 50er Jahre und der langjährige Präsident Santiago Bernabéu - der einzige weise Mensch, den ich in meinem Leben kennen gelernt habe - diese beiden Faktoren haben Real Madrid in diese Höhen geführt. Beim FC Bayern sind wir auf einem guten Weg, brauchen aber sicher noch einige Jahre, um vielleicht gleichzuziehen.“

fcbayern.de: Welches Ergebnis wünschen Sie sich am Mittwochabend?
Breitner: „Es geht nur um eines: Wir wollen die Champions League verteidigen. Und dafür wollen wir auch Real Madrid schlagen. Also: Hauptsache, wir kommen weiter!“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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