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Dremmler und Tarnat im Interview

'Wollen diesen Weg unbeirrt weiter verfolgen'

Der FCB II bestreitet am kommenden Mittwoch und dem darauffolgenden Sonntag die beiden Relegationsspiele im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga gegen Fortuna Köln. Die Verantwortlichen des FC Bayern München junior teams, Wolfgang Dremmler und Michael Tarnat, ziehen im Interview mit fcbayern.de ein Fazit über den bisherigen Saisonverlauf und blicken auf die beiden entscheidenden Partien voraus. Darüber hinaus geben sie einen Ausblick auf die Saison 2014/15.

Das Interview mit Wolfgang Dremmler und Michael Tarnat

fcbayern.de: Herr Dremmler, Herr Tarnat, nach der Meisterschaft ist vor den Aufstiegsspielen. Würden sie sich nicht wünschen, dass der jeweilige Regionalliga-Meister direkt aufsteigt?
Tarnat: „Wenn man nach einer langen Saison mit 36 Spielen am Ende Meister wird, wäre es gerecht, direkt aufzusteigen. So stehen noch zwei Spiele auf dem Programm, die über Alles oder Nichts entscheiden. Zudem muss man bedenken, dass im Jahr einer Welt- oder Europameisterschaft manche Vereine von Abstellungen betroffen sind, die mit diesen Relegationsspielen kollidieren. Die Regularien sind Fakt und wir akzeptieren diese selbstverständlich. Ich denke aber schon, dass sich die Verantwortlichen doch noch einmal über die jetzige Verfahrensweise Gedanken machen sollten.“

fcbayern.de: Nun stehen die beiden Entscheidungsspiele gegen Fortuna Köln an. Denken Sie, dass die junge Mannschaft dem Druck gewachsen ist und worauf wird es im Speziellen ankommen?
Dremmler: „Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Team dem Druck gewachsen sein wird. Es sind für uns zwei wichtige Spiele, die wir natürlich positiv bestreiten wollen. Aber wir sind uns natürlich auch bewusst, dass wir auf einen sehr unangenehmen Gegner treffen werden, der uns alles abverlangen wird. Fortuna Köln wird alles in die Waagschale werfen, um seinerseits den Aufstieg perfekt zu machen. Ich vertraue unserer Truppe, die über die Saison gesehen gezeigt hat, dass sie hervorragenden und vor allem offensiven Fußball spielen kann. Wenn die Mannschaft dazu ihr Kämpferherz auspackt, dann blicke ich optimistisch auf die beiden Spiele in dieser Woche.“

fcbayern.de: Der Titel in der Regionalliga ist unter Dach und Fach. Wie bewerten Sie die nun abgelaufene Saison des FCB II, unabhängig vom Ausgang der Relegation?
Tarnat: „Ich bewerte die Saison bisher als absolut positiv. Es war unser erklärtes Ziel, Meister zu werden und das haben wir geschafft. Zu Beginn der Saison sind wir sehr gut gestartet und haben attraktiven Fußball gespielt. Zwischendrin hatten wir eine Phase, wo wir uns zu sicher waren. Die Jungs haben in diesem Zeitraum, kurz vor und kurz nach der Winterpause, im Unterbewusstsein einen Schritt zu wenig gemacht. So etwas wird eben bestraft. Danach hat das Team aber relativ schnell wieder Fuß gefasst und ist im Endeffekt verdient Meister geworden.“

fcbayern.de: Mit U19-Kapitän Angelos Oikonomou, Steven Ribéry und Torhüter Raif Husic wurden gleich mehrere Spieler von den A-Junioren in die zweite Mannschaft integriert. Ist das der Weg, den das FC Bayern junior team auch in Zukunft verfolgen wird?
Dremmler: „Wir als FC Bayern junior team müssen und wollen diesen Weg unbeirrt weiter verfolgen. Mit dem Ziel, möglichst viele Spieler rechtzeitig mit einer fundierten fußballerischen Ausbildung an den Herrenbereich heranführen. Es geht darum, den Spielern eine Spielphilosophie mitzugeben, die von der Profimannschaft vorgelebt wird. Sie müssen diese Philosophie verinnerlichen. Es ist ein Unterschied, ob man sich Woche für Woche mit anderen Juniorenteams misst, oder ob man gegen Mannschaften spielt, die schneller und robuster agieren. Man sieht das sehr gut an Angelos Oikonomou, der sich in kürzester Zeit in die Stammelf von Erik ten Hag reingespielt hat und heute nicht mehr wegzudenken ist. Umso eher wir unsere talentiertesten Spieler an die Hand nehmen und ihnen die Möglichkeit geben, sich auf dem höchstmöglichen Niveau zu beweisen, desto besser ist es für deren Entwicklung. Allerdings müssen sie die Einstellung und den Willen dazu selbst mitbringen.“

fcbayern.de: Pierre-Emile Hojbjerg, Mitchell Weiser, Julian Green und Ylli Sallahi sind gleich vier Beispiele dafür, dass Spieler aus der zweiten Mannschaft auch Spielminuten unter Cheftrainer Pep Guardiola erhalten haben. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Entwicklung?
Tarnat: „Ich bin sehr zufrieden. Wenn man sieht, dass am Anfang der Saison bis auf Mitchell Weiser, der schon früh regelmäßig bei den Profis dabei war, alle anderen Jungs bei uns in der zweiten Mannschaft gespielt und trainiert haben und dann sukzessive unter Guardiola sogar zu Kurzeinsätzen gekommen sind, kann man das so sagen. Speziell Pierre-Emile Hojbjerg, der in meinen Augen eine sehr ordentlich Leistung im DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund abgeliefert hat, ist ein gutes Beispiel. Eigentlich könnte er ja noch bei den A-Junioren spielen. Diese Entwicklung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

fcbayern.de: Die Sommerpause ist durch die Relegationsspiele verkürzt. Inwieweit ist die Planung für die kommende Saison schon vorangeschritten? Gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, je nachdem wie die beiden Spiele gegen Fortuna Köln ausgehen?
Dremmler: „Wir planen natürlich zweigleisig. Bisher haben wir ja schon vier Transfers für die neue Saison getätigt. Wir müssen das Rückspiel am 1. Juni noch abwarten, danach wissen wir sicher, wo der Weg hingeht. Wir haben natürlich für beide Eventualitäten einen Plan in der Hinterhand, aber die letztendliche Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Sollten wir aufsteigen, werden wir mit Sicherheit noch den einen oder anderen Transfer machen.“

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