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Hojbjerg im Interview

'Ich wollte zeigen, dass ich mitspielen kann'

Memmingen, Buchbach, Rosenheim hießen normalerweise die Gegner von Pierre-Emile Hojbjerg in der laufenden Saison. Zum Abschluss stand der 18-Jährige dann plötzlich auf der ganz großen Bühne. Im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund schenkte ihm Pep Guardiola von Beginn an das Vertrauen. Vor über 76.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.

„Die ganze Mannschaft ist stolz auf ihn. Mit 18 Jahren so ein Finale zu spielen, verdient ein Riesenkompliment“, war nicht nur Arjen Robben beeindruckt vom abgeklärten Auftritt des Dänen, der sich nahtlos einfügte und bis zur 102. Spielminute auf dem Rasen stand. Insgesamt war es Hojbjergs 11. Profispiel, zum dritten Mal stand er in der Startformation. Zudem kommt er auf 14 Saisoneinsätze im Regionalliga-Team des FC Bayern.

Auf dem Siegerbankett sprach der 18-Jährige, der vor wenigen Tagen auch zum ersten Mal für die dänische A-Nationalmannschaft berufen wurde, mit fcbayern.de über sein Pokalfinale und Wochen voller Emotionen.

Das Interview mit Pierre-Emile Hojbjerg:

fcbayern.de: Pierre, wie ist das, wenn man mit 18 Jahren im DFB-Pokalfinale aufläuft und am Ende den Pott auch noch gewinnt?
Hojbjerg: „In simplen Worten: einfach nur schön! Es liegen viele Emotionen, viele harte Tage hinter mir - das wird jetzt belohnt. Das gilt aber nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft und das Trainerteam.“

fcbayern.de: Wann hast du erfahren, dass du spielen wirst?
Hojbjerg: „Am Abend vor dem Spiel, nachdem klar war, dass David (Alaba, Anm. d. Red.) nicht spielen kann.“

fcbayern.de: Was hat dir Trainer Pep Guardiola mit auf den Weg gegeben?
Hojbjerg: „Dass ich einfach mein Spiel spielen soll und dass die ganze Mannschaft hinter mir steht. Auf dem Platz habe ich dann auch gespürt, wie sie mich unterstützt haben. Ich habe der Mannschaft wirklich viel zu verdanken. Allein hätte ich das nicht geschafft.“

fcbayern.de: Wie groß war deine Nervosität vor dem Spiel?
Hojbjerg: „Ich war schon ein bisschen angespannt, aber nervös war ich nicht. Ich habe mich gefreut und wollte zeigen, dass ich hier mitspielen kann.“

fcbayern.de: Die Position auf dem rechen Flügel war aber ungewöhnlich für dich.
Hojbjerg: „Ja, schon. Aber wenn man im Kopf dazu bereit ist, wenn man konzentriert an die Sache rangeht, kann man auf jeder Position spielen.“

fcbayern.de: Der heutige Abend, die Nominierung für die dänische A-Nationalmannschaft - du schwimmst gerade auf einer Erfolgswelle. Wie gut tut dir das, auch vor dem Hintergrund, dass vor wenigen Wochen erst dein Vater verstorben ist?
Hojbjerg: „Als ich heute nach dem Spiel auf dem Rasen stand, war das für mich sehr emotional. Der Moment war sehr befreiend. Ganz toll!“

fcbayern.de: Auf der Tribüne haben dir zwei Fans ganz besonders die Daumen gedrückt.
Hojbjerg: „Ja, meine Mutter und meine Schwester sind da. Ich liebe meine Familie. Es ist gut, wenn man so ein tolles Umfeld hat, auch für Zeiten, in denen es mal nicht ganz gerade läuft.“

fcbayern.de: Hält dich deine Familie vielleicht auch ein bisschen auf dem Boden?
Hojbjerg: „Das müssen sie gar nicht. Ich habe schon durch meine Persönlichkeit viel Bodenhaftung. Ich weiß: Heute kannst du Weltmeister sein, morgen der Verlierer. Heute freue ich mich, dass ich gespielt habe - aber das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft gewonnen haben. Die Mannschaft hat heute wieder ihren tollen Teamspirit gezeigt.“

fcbayern.de: Mit welchen Zielen gehst du jetzt in die neue Saison?
Hojbjerg: „Soweit bin ich im Kopf noch nicht. Jetzt bin ich auf der Pokalfeier, dann bin ich bei zwei Länderspielen und dann liege ich am Strand.“

Das Interview führte: Nikolaus Heindl.

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