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Déjà-vu-Erlebnis

Dauerläufer Robben glänzt auf neuer Position

Der Duden beschreibt das Phänomen des Déjà-vu-Erlebnisses als „Eindruck, Gegenwärtiges schon einmal 'gesehen', erlebt zu haben“. Ein solches dürfte den Spielern, Trainern und Verantwortlichen von Borussia Dortmund in der Verlängerung des 71. DFB-Pokalfinales am Samstagabend widerfahren sein. Arjen Robben brachte den FC Bayern spät, aber verdient mit 1:0 in Führung und leitete damit den 17. Pokalsieg des Rekordmeisters ein. Ausgerechnet Robben. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr machte er im Champions-League-Finale von Wembley alle Hoffnungen des BVB auf den Titelgewinn zunichte.

Kein Wunder also, dass Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zu später Stunde auf der Pokalparty in der Hauptstadtrepräsentanz von FCB-Hauptsponsor Deutsche Telekom den 30 Jahre alten Ausnahmespieler als „Bestia negra von Borussia Dortmund“ titulierte. In allen drei Pokalduellen mit der Borussia erzielte Robben ein Tor, insgesamt gelangen ihm in 13 Spielen gegen den BVB acht Treffer. Gegen keine andere Mannschaft traf der Niederländer so oft, wie gegen die Schwarz-Gelben.

Ungewohnte Position

„Arjen ist ein Vollprofi, der 2012 bei uns durch ein Tal gegangen ist. Jeden Tag im Training, jeden Tag im Auftreten - professionell. Sein privates, sein familiäres Umfeld ist fantastisch. Es gibt keine höheren Superlative“, schwärmte auch Sportvorstand Matthias Sammer in höchsten Tönen von Robben. Das dramatische Saisonfinale vor zwei Jahren mit einem verschossenen Elfmeter in der Bundesliga gegen Dortmund und den beiden Finalniederlagen im Pokal und der Königsklasse hat Robben längst abgehakt. Am Samstagabend stellte Robben einmal mehr unter Beweis, dass er in großen Spielen den Unterschied ausmacht.

„Das sind die Spiele, für die man das ganze Jahr arbeitet“, freute sich Robben über seinen dritten DFB-Pokalsieg. Umso mehr, da er gegen den BVB von Trainer Pep Guardiola etwas überraschend auf der für ihn ungewohnten Position als vorderste Spitze aufgeboten wurde. „Für mich war es eine andere Position. Ich hatte nicht so viele Ballkontakte, aber ich habe gelauert und gewartet. Und ich habe gewusst, da kommt eine Chance“, schilderte Robben seinen oft schweren Job als Einzelkämpfer in der vordersten Linie.

Noch ein letzter Sprint

„Er ist ein Weltklassespieler mit dem ich sehr zufrieden bin. Ich arbeite sehr gern mit ihm zusammen“, lobte Guardiola den Musterprofi. Gegen Dortmund glänzte Robben aber nicht nur als Torschütze, sondern auch als unermüdlicher Rackerer. Als viele seiner Mitspieler in der Nachspielzeit eines intensiven und hoch spannenden Finales schon lange von Krämpfen geplagt wurden, da setzte Robben noch einmal zum Sprint an. Über 50 Meter jagte er BVB-Verteidiger Lukasz Piszczek hinterher, um den Dortmunder Angriff zu unterbinden.

„Das ist à la bonne heure, das ist Bayern München! Das ist Wille, Leidenschaft“, hob Rummenigge bei seiner Bankettrede hervor. „An dieser Szene hat man gesehen: Die Mannschaft will gewinnen.“ Nur wenige Sekunden nach diesem Sprint leitete Robben nach dem Ballverlust des BVB den Gegenzug zum 2:0-Endstand durch Thomas Müller ein. „Wir sind gerannt, haben gekämpft, gegrätscht und ab und zu auch noch guten Fußball gespielt. Die letzte Saison war super mit dem Triple - jetzt haben wir das Double“, frohlockte Robben.

Ausgepumpt war der Dauerläufer nach dem finalen Kraftakt im Bayern-Trikot vor der bevorstehenden WM in Brasilien auch nach 120 Minuten noch nicht. Nach dem Spiel reichte seine Kraft auch noch für die Jubelarien mit dem 6,25 Kilo schweren DFB-Pokal, ehe er den Startschuss zu einer langen und ausgelassenen Double-Feier gab: „Wir geben Gas heute Nacht.“ Und als er weit nach Mitternacht die Pokalparty verließ, wurde er schon wieder im Laufschritt gesichtet.

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