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Sammer zieht Bilanz

'Pep hat Schwerstarbeit geleistet'

Das letzte Spiel ist gespielt, der letzte Titel gewonnen - Zeit, Bilanz zu ziehen. Das macht Matthias Sammer in der neuesten Ausgabe des FCB eMagazins Südstern. fcbayern.de veröffentlicht das Gespräch in Auszügen:

Herr Sammer, was sagt das Double über den Charakter der Mannschaft aus?
Sammer:
„Die Mannschaft und Pep haben den Vertrauensbonus, den sie sich mit der frühen Meisterschaft verdient haben, total zurückgegeben. Es ist das erfüllt worden, was wir erwartet hatten. Ich weiß nicht, ob es der schönste Titel der vergangenen zwei Jahre war, aber mit Sicherheit der schwierigste. Die Mannschaft hat erkannt, dass wir nur als Gruppe mit großem Zusammenhalt unsere Ziele erreichen – verbunden mit der sportlichen Stabilität und Kompaktheit. Das hatte uns in den vergangenen Wochen gefehlt, dazu mussten wir vor dem Finale mehr Probleme verarbeiten als unser Gegner. Deswegen war rational gesehen auch eher davon auszugehen, dass der Sieger Dortmund heißt und nicht Bayern München. Und das macht das Double so besonders.“

Welches Prädikat geben Sie der Saison 2013/14 jetzt?
Sammer:
„Es war eine herausragende Spielzeit. Nach dem Finale dahoam war 2012 alles in Frage gestellt worden: der Klub, die Spieler, der Trainer. Zwei Jahre lang hatte der FC Bayern keinen Titel mehr gewonnen – und jetzt in den vergangenen zwei Jahren gleich acht Stück. Das ist in erster Linie ein Verdienst der Mannschaft und ihrer Charaktere. Auf die Depression folgte mit dem Triple der extreme Erfolg, dann haben wir mit Pep eine tiefgreifende Veränderung vorgenommen und sind erfolgreich geblieben. Das ist schlicht herausragend.“

Hatten Sie nach der Triple-Saison wirklich geglaubt, dass die Mannschaft so hungrig bleibt?
Sammer:
„Ich hatte die Hoffnung, dass es so kommen würde. Aber ich habe auch früh gemerkt, dass Pep mit all seinen Ansichten und Veränderungen zwar ein idealer Motor ist, dass dieser Motor aber auch Öl braucht. Ich denke, dass uns ein ganz guter Doppelpass gelungen ist, wenn es darum ging, die Mannschaft auch mal zu kitzeln. Auch wenn es vielleicht nicht jeder verstanden hat.“

Wie groß ist der Anteil von Pep Guardiola am Double?
Sammer:
„Pep hat Schwerstarbeit geleistet. Neben seiner eigenen Integration hat er es geschafft, trotz der starken Historie des Klubs auch seine eigenen Ideen einfließen zu lassen. Das hat ihn von Beginn an authentisch gemacht. Er war sich bewusst, dass Aufstellung, Taktik und Ausrichtung zwar natürlich allein bei ihm liegen, dass diese Entscheidungen aber immer auch Auswirkungen auf den Klub haben. Es musste ein großes Vertrauensverhältnis entstehen ohne den geringsten Ansatz von Egosimen. Das ist uns gelungen – und das ist auch eine wichtige Botschaft für die anstehende Kaderplanung.“

Wie meinen Sie das?
Sammer:
„Bayern München wird den Kader immer mit einem Trainer gemeinsam bestimmen. Wir können uns als Klub nicht komplett von einem Trainer abhängig machen, es muss ein vertrauensvolles Miteinander sein. Dass wir das geschaffen haben, ist auch der großen Persönlichkeit von Pep zu verdanken, der nicht verbissen oder stur seiner Linie hinterherrennt, sondern immer den Konsens sucht. Er gibt seine ganze Kraft für den Verein, aber er respektiert den Verein mit seiner Historie auch als solchen. Das kann man in jeder Situation spüren.“

 Das komplette Interview lesen Sie im Südstern.

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