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WM-Sonderausstellung eröffnet

Breitner: '54 war heilig, 74 war Pflicht'

Im Hintergrund steht es 2:2 zwischen Deutschland und Ungarn. Ein Schuss von Nandor Hidegkuti klatscht an den Pfosten des deutschen Tores, Torwart Toni Turek wirft sich in ungarische Angriffe. Und dann schießt Helmut Rahn... Paul Breitner muss immer wieder hinsehen, wie die deutsche Nationalmannschaft auf der großen LED-Wand ihren ersten WM-Titel erringt. „Ich war wieder einmal vom Tempo fasziniert. Überragend! Diese Mannschaft stand - zusammen mit den Ungarn - über allen anderen“, ist er begeistert von den 60 Jahre alten Szenen, die jetzt in der FC Bayern Erlebniswelt noch einmal aufleben.

Bis zum 30. September ist dort die Sonderausstellung 60 Jahre „Wunder von Bern“ zu sehen. Mit seltenen Filmaufnahmen und exklusiven Ausstellungsstücken: einem Teilstück eines der Tornetze vom Finale im Berner Wankdorf-Stadion; der Tischuhr, die Sepp Herberger jedem seiner elf Stammspieler aus dem Finale schenkte; einem Duplikat der FIFA-Siegermedaille; der Speisekarte von der Siegesfeier...

„Von der Bedeutung her wird der Gewinn des WM-Titels nie mehr mit 1954 zu vergleichen sein“, meinte Breitner, der selbst 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde, „es war wie Phoenix aus der Asche für die deutsche Nation. '54 war heilig, '74 im eigenen Land war Pflicht.“ Während Breitner das Wunder von Bern als damals Dreijähriger selbst noch nicht bewusst miterlebte, war ein anderer FCB-Spieler mittendrin: Hans Bauer, der erste Weltmeister des FC Bayern (mehr Infos hier).

'Deutschland ist ein Titelfavorit'

Aktuell bilden - wie 1974 - Spieler des FC Bayern das Gerüst der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft in Brasilien. Den Auftakt am Montag gegen Portugal kann Breitner kaum erwarten. „Ich freue mich darauf. Ich zähle zu denen, die die deutsche Mannschaft für einen absoluten Titelfavoriten halten.“

Das „Nonplusultra“ im Fußball ist für den 62-Jährige aber nach wie vor Spanien. „Das Beruhigende ist: Es wird nur selten die beste Mannschaft Weltmeister“, meinte Breitner und verwies auf den eigenen WM-Triumph 1974. „Da waren wir nicht mehr die Besten. Das macht mir Hoffnung, dass wir im Endspiel gegen Spanien doch eine Chance haben.“ Außenseiterchancen räumt er zudem Chile und Uruguay ein.

Außenseiter war 1954 auch die deutsche Mannschaft. In der FC Bayern Erlebniswelt kann man jetzt noch einmal eintauchen in das Wunder von Bern und miterleben, wie Fritz Walter mit einer knappen Verbeugung den WM-Pokal entgegennimmt, wie die Spieler Sepp Herberger hochleben lassen. Und natürlich wie Helmut Rahn schießt.

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