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WM-Gala

'Weltklasse'-Müller! 'Keine Muskeln, aber... '

Neymar, Arjen Robben, Robin van Persie und Karim Benzema hatten vorgelegt, Thomas Müller hat sogar noch einen Treffer draufgelegt. Der Torschützenkönig des letzten WM-Turniers katapultierte sich im Auftaktspiel mit einem Hattrick gleich wieder an die Spitze der Torjägerrangliste. „Bei Weltmeisterschaften läuft es bisher nicht schlecht für mich. Ich gehe aber nicht davon aus, dass ich im nächsten Spiel wieder drei Tore machen werde“, sagte er nach der Gala-Vorstellung beim 4:0 gegen Portugal und fügte an, „aber ich werde es versuchen.“

Typisch Müller! Der FCB-Torjäger, der kurz vor der WM seinen Vertrag in München bis 2019 verlängerte, ist nie um einen flotten Spruch verlegen. Aber man begeht einen schweren Fehler, wenn man ihn auf dem Spielfeld nicht ernst nimmt, wie er in der Arena Fonte Nova in Salvador einmal mehr bewies. In seinem 50. Länderspiel erzielte der 24-Jährige nicht nur sein erstes Elfmetertor, sondern auch seinen ersten Dreierpack im Nationaltrikot. Die Zuschauer applaudierten, als er in der 82. Minute ausgewechselt wurde. Seine Wahl zum Man of the Match war reine Formsache.

„Sehr, sehr gut“, fand Joachim Löw den Auftritt seines als Sturmspitze aufgebotenen Münchners, der selbst den Bundestrainer immer wieder verblüfft: „Thomas hat irgendwie eine ganz unorthodoxe Spielweise. Man weiß als Trainer manchmal nicht, welche Wege er geht. Er hat einfach nur einen Gedanken im Kopf, wie kann ich am Ende ein Tor erzielen. Er geht auf den kurzen Pfosten, er schließt ab, wenn es keiner erwartet, er ist irgendwie ständig präsent im Sechzehner. Seine Torgefahr und sein Näschen für Situationen sind schon besonders ausgeprägt.“

'Ein ekliger Spieler'

Gegen Portugal traf Müller erst vom Elfmeterpunkt (12.), dann mit einem Linksschuss aus elf Metern (45.+1) und schließlich stand er auch noch goldrichtig, um zum 4:0-Endstand abzustauben (78.) - das waren Müllers Treffer Nummer sechs bis acht in seinem siebten WM-Spiel. In der deutschen WM-Rangliste zog er mit Rudi Völler gleich. Uwe Seeler und Karl-Heinz Rummenigge (je 9) sind in Sichtweite.

„Er hat den richtigen Riecher und er hat auch den Willen und Ehrgeiz vor dem Tor“, sagte Manuel Neuer über seinen Teamkollegen aus München, „er ist eigentlich ein ekliger Spieler - das weiß man und das schätzen wir auch an ihm. “ Jérôme Boateng, der Müllers Leistung „einfach Weltklasse“ fand, hat eine ganz andere Erklärung für die Torquote seines Bayern-Kollegen: „Man ist für Gegner schwer zu greifen, wenn man so dünn ist. Man weiß ja nicht, wo da der Muskel anfängt.“

Auf seinen dürren Beinen spulte Müller gegen Portugal einmal mehr auch ein großes Laufpensum ab. „Er hat in der Spitze mit seinen vielen Wegen, die er gemacht hat, für viel Verwirrung gesorgt. Er hat immer wieder Lücken gerissen und da sind Spieler wie Götze oder Özil prädestiniert, die Bälle hineinzuspielen“, lobte ihn Löw. Ständig unterwegs, nicht zu fassen und immer für ein Tor gut - Diego Armando Maradona brachte es nach dem Portugal-Spiel auf den Punkt: „Er hat keine Muskeln, aber heute hat er ganz stark gespielt.“

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