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Tränen, Frust, Enttäuschung

ten Hag: 'Fußball kann so grausam sein'

Mehr als 90 Minuten war alles gelaufen wie geplant. Die Mannschaft hatte aufopferungsvoll gekämpft. Sie hatte die Fortunen aus Köln dominiert und hochverdient mit 2:0 geführt. Die Fans hatten eine grandiose Choreographie auf die Ränge gemalt und ihr Team von der ersten bis zur letzten Sekunde nach vorne gepeitscht. Wie gesagt, es lief perfekt - bis zur 4. Minute der Nachspielzeit! Dann riss ein kurioser Gegentreffer in der letzten Sekunde des Spiels den FC Bayern II aus allen Aufstiegsträumen.

Geschockt und in sich zusammengesunken lagen die Bayern nach dem Abpfiff auf dem Rasen des Grünwalder Stadions. Auf den Rängen, wo Minuten zuvor noch enthusiastisch die sicher geglaubte Rückkehr in die Dritte Liga bejubelt worden war, herrschte seltsame Ruhe. „Einfach unglaublich. Wir hatten es richtig gut gemacht und dann so etwas. Bitter, sehr bitter“, war junior team-Leiter Wolfgang Dremmler sichtlich enttäuscht. „Fußball kann so grausam sein. Das haben wir heute am eigenen Leib erfahren“, konstatierte Trainer Erik ten Hag, dem anzusehen war, wie sehr ihm der Schlussakkord einer eigentlich meisterlichen Saison zugesetzt hatte.

Auch Fortuna-Trainer Uwe Koschinat rang um Worte. Er konnte es selbst noch nicht glauben, dass sein Team gerade den Aufstieg perfekt gemacht hatte. „Bayern hat uns klar dominiert. Wenn man beide Aufstiegsspiele zusammennimmt, dann müssen wir uns als sehr glücklichen Aufsteiger bezeichnen“, sagte der Kölner Chefcoach. Oliver Laux hatte in der 94. Spielminute einen Fehler von FCB-Keeper Lukas Raeder zum entscheidenden Treffer genutzt. Zuvor hatten die Münchner nach einem Doppelpack von Ylli Sallahi (20., 88.) sowie einer Gelb-Roten Karte gegen Kölns Kristoffer Andersen (79.) wie der sichere Aufsteiger ausgesehen.

'Alles auf null'

„Brutal, das wünsche ich niemandem“, war Tobias Schweinsteiger untröstlich. Der Routinier war nicht der einzige Münchner, bei dem nach dem Schlusspfiff Tränen flossen. „Es ist natürlich eine Riesenenttäuschung für uns alle. Aber wir haben uns nichts vorzuwerfen. Wir haben eine gute Saison gespielt, nur das i-Tüpfelchen hat am Ende gefällt, um daraus eine sehr gute zu machen. So ist es eben im Sport“, resümierte ten Hag.

Bei allem Frust richtete sich der Blick des Trainers aber auch schon wieder nach vorne. „Wir müssen uns jetzt erst einmal sammeln, alles auf null setzen, um in der kommenden Saison wieder frisch anzugreifen. Einige Spieler werden uns verlassen, aber unser Ziel wird es sein, in der Spielzeit 2014/2015 erneut die Meisterschaft in der Regionalliga zu gewinnen. Dafür werden wir alles geben und akribisch arbeiten“, blickte der Coach voraus. Am 21. Juni wird er seine Mannschaft zum Trainingsauftakt zusammentrommeln. Dann beginnt die Mission Aufstieg von neuem.

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