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Brasilien rot-weiß, Teil 2

WM-Vorschau: Sehnsucht, Jagd & Wundertüte

Endlich geht es los! Am Donnerstag ist Anpfiff zur Weltmeisterschaft in Brasilien. Mit dabei sind 14 Profis vom FC Bayern, verteilt auf acht Teams. Kurz vor dem WM-Auftakt stellt fcbayern.de die Mannschaften der FCB-Profis kurz vor. Welche Aussichten haben sie? Welche Rolle spielen die Münchner im Kader? Im zweiten und letzten Teil geht es um Brasilien, Kroatien, Spanien und die Niederlande. (Teil eins behandelte die Schweiz, Deutschland, die USA und Belgien.)

Gruppe A: Brasilien, Kroatien (Mexiko, Kamerun)

Ganz klar: Gastgeber und Rekordweltmeister Brasilien ist der Topfavorit auf den WM-Titel. Der Erfolg beim letztjährigen Confederations Cup hat dies bestätigt. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf einem Mann: Neymar, 22 Jahre alter Ballzauberer vom FC Barcelona. Überhaupt die Offensive, sie ist das Prunkstück der Seleção: in der Mitte Fred, rechts Hulk, links Neymar - dieses Trio verkörpert die Sehnsucht eines ganzen Landes nach dem Hexacampeão, dem sechsten WM-Titel.

Für FCB-Innenverteidiger Dante läuft es offenbar auf eine Joker-Rolle hinaus. Kapitän Thiago Silva und David Luiz gelten im Abwehrzentrum als gesetzt, ebenso wie Ex-Bayer Luiz Gustavo, der im defensiven Mittelfeld den Abräumer geben soll. Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari, der auch beim letzten Titelgewinn 2002 auf der Trainerbank saß, hat insgesamt ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, das mit einer Serie von neun Siegen in Folge in das Turnier startet. Auf heimischem Boden ist die Seleção außerdem seit 36 (!) Spielen ohne Niederlage.

Ob die hohen Erwartungen die Gastgeber beflügeln oder belasten, wird schon im Eröffnungsspiel am Donnerstag in Sao Paulo zu sehen sein. Gegner ist dann Kroatien, ein Team, das jederzeit zum Stolperstein werden kann. „Wir wollen überraschen. Wenn wir eine Runde weiterkommen, haben wir sicherlich schon Großes geleistet“, sagte Nationaltrainer Niko Kovac. Der ehemalige FCB-Profi übernahm im Oktober vergangenen Jahres zusammen mit seinem Bruder Robert (Co-Trainer) die kroatische Mannschaft, führte sie über die Playoffs (gegen Island) nach Brasilien und ist noch ungeschlagen.

Zum Auftakt muss er auf den gesperrten Mario Mandzukic verzichten, danach dürfte der 28-Jährige aber einen Stammplatz sicher haben. Mit Ivica Olic und Danijel Pranjic stehen zwei weitere Spieler im kroatischen Aufgebot, die schon das FCB-Trikot getragen haben. Spielmacher im Team um Kapitän Darijo Srna sind Luka Modric (Real Madrid) und der ehemalige Schalker Ivan Rakitic (FC Sevilla).

Gruppe B: Spanien, Niederlande (Chile, Australien)

Weltmeister 2010, Europameister 2012 und 2008, Weltranglisten-Erster - kein Team wird in Brasilien so gejagt werden wie Spanien. Über dem Zenit? Zu alt? Entschlüsselt? Das Team von Nationaltrainer Vicente del Bosque will allen Unkenrufen zum Trotz seinen WM-Titel unbedingt verteidigen und geht neben Brasilien als Topfavorit in das Turnier.

Die Mannschaft ist seit Jahren eingespielt. Iker Casillas im Tor, Sergio Ramos und Gerard Piqué in der Innenverteidigung, Xabi Alonso und Sergio Busquets im defensiven Mittelfeld, Xavi und Andrés Iniesta als Spielmacher. Die entscheidendste Neuerung betrifft den Sturm, wo offenbar Diego Costa vom Champions-League-Finalisten Atletico Madrid erste Wahl sein wird und der Furia Roja neue Durchschlagskraft verleihen soll. FCB-Profi Javi Martínez bleibt wohl nur die Reservistenrolle.

Pikant ist das Auftaktspiel der Spanieram Freitag gegen die Niederlande. Es ist die Neu-Auflage des WM-Endspiels 2010. Damals setzten sich die Spanier nach Verlängerung knapp mit 1:0 durch, Arjen Robben scheiterte damals an der Fußspitze von Casillas. Dieses Spiel ist nicht vergessen, eine Revanche sei aber erst in einem Finale möglich, betonte Robben vor dem Wiedersehen.

Der FCB-Profi ist zusammen mit Kapitän Robin van Persie der Hoffnungsträger der Niederlande, die als erstes europäisches Team das WM-Ticket löste. Wesley Sneijder und Nigel de Jong sind weitere arrivierte Stammkräfte in einem Team, zu dem auch einige junge, unerfahrene Akteure zählen. Mit Paul Verhaegh und Klaas-Jan Huntelaar nahm Bondscoach Louis van Gaal noch zwei weitere Bundesligaspieler mit nach Brasilien. Rafael van der Vaart musste verletzt absagen.

Für Diskussionen vor dem Turnier sorgt in Holland vor allem der Systemwechsel der Elftal. Van Gaal verabschiedete sich rund einen Monat vor Beginn der WM vom traditionellen 4-3-3 und lässt seine Mannschaft nun mit zwei Stürmern agieren. Ob Holland damit das Vorrunden-Aus bei der EM 2012 vergessen machen wird? In Brasilien wartet in der Gruppe neben Spanien mit Chile noch ein zweiter echter Prüfstein auf Team Oranje, das als Wundertüte an den Start geht.

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