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Rückblick, Teil 2

Bayern in the USA: Fish & Kicks

Go west, heißt es für den FC Bayern, wenn er in ein paar Tagen (30. Juli) zu einer neuntägigen Tour in die USA aufbricht. New York und Portland/Oregon sind die Ziele für Pep Guardiola und seine Mannschaft, die damit eine ganze Reihe von USA-Besuchen des deutschen Rekordmeisters fortsetzen. Von der Ostküste bis Kalifornien, von den Großen Seen bis Florida hat der FCB schon aufgespielt. fcbayern.de blickt in drei Teilen zurück auf die USA-Reisen in den letzten 54 Jahren.

Teil 2: Miami, Cleveland, New York

1991: Work & Fun im Sunshine State

Stefan Effenberg, Olaf Thon und Busfahrer Rudi Egerer beim Hochseefischen, Stefan Reuter beim Golfen und Tennisspielen, Klaus Augenthaler im Pool - die Fotos aus dem Januar 1991 vermitteln einen falschen Eindruck. Denn der Trip nach Miami war alles andere als eine Erholungsreise. Im sonnenverwöhnten Miami versammelte Jupp Heynckes sein Team zur Rückrundenvorbereitung um sich, es war das erste US-Trainingslager des deutschen Rekordmeisters.

Am 29. Januar flogen die Münchner aus dem deutschen Winter in den Sunshine State Florida. Dort standen neben dem Training auch einige Testspiele auf dem Programm. Zunächst im Rahmen des Miami Cups, wo der FCB in Miami gegen zwei Nationalteams antrat. Am 1. Februar gab es ein 0:0 gegen Kolumbien, zwei Tage später einen 4:0-Sieg gegen die USA. Dritter Gegner waren die Fort Lauderdale Strikers, der ehemalige Klub von Gerd Müller. 3.166 Zuschauer sahen am 6. Februar im Lockhart Stadium von Fort Lauderdale überlegene Bayern, doch US-Nationalkeeper Tony Meola war einfach nicht zu überwinden - 0:0 am Ende.

Auch sonst passierte noch einiges in Miami: Roland Grahammer verlängerte seinen Vertrag; Stefan Reuter erklärte seinen Wechsel nach der Saison zu Juventus Turin; Michael Sternkopf (Wirbel) und Thomas Strunz (Bänderriss) verletzten sich. Und nicht zu vergessen: Die Angelfreunde zogen dicke Fische an Land.

1994: Scholl 3 USA 2

Als frisch gebackener Deutscher Meister flog der FC Bayern im Mai 1994 in die USA. Dort nahmen die Münchner am sogenannten World Series of Soccer teil, im Rahmen derer der amerikanische Fußballverband einige Jahre lang internationale Klubs zu Partien gegen das US-Nationalteam einlud. Damals, wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft in den USA, also den FC Bayern, der unter anderem auf WM-Teilnehmer wie Lothar Matthäus, Thomas Helmer und Jorginho verzichten musste.

Am 21. Mai in Cleveland/Ohio brachte Frank Klopas das US-Team vor 16.492 Zuschauern zweimal in Führung. Doch Mehmet Scholl wollte nicht als Verlierer nach Hause fliegen. Der Bayern-Dribbler traf zweimal selbst und bereitete zudem das zwischenzeitliche 2:2 durch Christian Nerlinger vor - die Münchner siegten 3:2.

2001: Verkatert in New York

Gezeichnet von den Feierlichkeiten nach dem Champions-League-Sieg trafen sich die Bayern nur 36 Stunden nach dem letzten von Oliver Kahn gehaltenem Elfmeter am Münchner Flughafen. „Uiuiui“, entfuhr es Uli Hoeneß, als er dort Stefan Effenberg traf. „Der ist gut beieinander.“ Und nicht nur er. Carsten Jancker musste gar am Flughafen zurückbleiben, weil er seinen Reisepass nicht dabei hatte. Und auch der Champions-League-Pokal, den Effenberg am Abflugschalter Hoeneß übergab, blieb in München. „Der fliegt nicht mehr, der wird gebunkert“, bestimmte Hoeneß und drückte den Henkelpott kurzerhand ein paar Journalisten in die Hand: „Könnt Ihr den bitte zur Säbener Straße bringen und auf unserer Geschäftsstelle abgeben?“

Verkatert und übermüdet (Alexander Zickler: „Wahrscheinlich haben wir ein Messgerät dabei: Alle unter zwei Promille können spielen.“) präsentierte sich die Mannschaft dann auch am nächsten Tag (26. Mai) im Giants Stadium zum Ablösespiel von Lothar Matthäus gegen die New York MetroStars. Vor etwas mehr als 30.000 Zuschauern musste in der 85. Minute sogar Co-Trainer Michael Henke eingewechselt werden.

Die Quittung war eine 0:2-Niederlage (Tore: Clint Mathis und Alex Comas), die der Champions-League-Sieger aber locker verkraftete. „Ich denke, dass wir trotzdem Charakter gezeigt und unser Bestes gegeben haben. Aber wenn man müde ist, macht man eben Fehler. Und die haben die MetroStars ausgenutzt“, lautete die Analyse von FCB-Chefcoach Ottmar Hitzfeld.

Der dritte und letzte Teil des USA-Rückblicks folgt am Montag (28. Juli).

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